Die beste E3 aller Zeiten im Team-Review 1/2

Was war das für eine E3. Gefühlte 200 Spielankündigungen und 5 verschiedene VR-Gamingbrillen werden unsere Geldbörsen in den nächsten 12 Monaten zu leeren wissen. Wer den ganzen Wahnsinn nicht im Detail konsumiert hat bzw. einfach wissen will, was das Continue-Team am coolsten fand, der ist hier genau richtig.

Consalex im Lichtschwertfieber

Es war wirklich nicht einfach sich auf drei Highlights festzulegen, aber ich habe es versucht. Auf der Strecke sind dabei viele Spiele geblieben, die wahrscheinlich eh toll sein werden, wie etwa The Division, Uncharted, PES 2016, StarCraft II: LotV (wenn’s mal kommt) und Halo 5. Ach ja, von den „emotionalen“ Spielen wie FF VII, Shenmue oder The Last Guardian hat es auch keines in die Top 3 geschafft. Ich bin ein schlechter Mensch, was soll ich machen :).

Tops

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1. Star Wars Battlefront
Mein größter Wunsch war Red Dead Redemption 2, aber mit DIESER Battlefront-Präsentation hänge ich meinen Colt gern noch ein Jahr in den Kasten. Dieser Sound! Diese Grafik! Ach, und das Spiel sollte auch passen, da vertrau ich Entwickler DICE fast blind. Eines von wenigen Spielen, das ich einfach vorbestellen werde. Die Macht ist … ach, ihr wisst was ich meine. Außerdem kommt der Titel schon 2015. Ein Unikat!

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2. For Honor
Eigentlich könnte hier auch Ghost Recon Wildlife stehen, welches meinen Frust über das Fehlen eines neuen Splinter Cell-Teils am besten kompensieren konnte, aber For Honor sieht einfach so Hammer aus, hat ein so wenig abgedroschenes Setting und hat einen höchst attraktiven Coop- und VS-Gedanken, wie ich finde. Jetzt werdet ihr sagen, aber das ist ja eigentlich wie dein erster Pick, nur in einem anderen Setting! Ja Leute, passt aber gut für mich. Spiele sind dazu da gemeinsam gespielt zu werden. Für Story bin ich zu alt 😀 Wehrmutstropfen: irgendwann 2016 wird das Spiel erst released. Deshalb die Frage: mit wem muss ich bei Ubisoft schlafen, damit ich ins Studio eingeladen werde, um früher Hand anlegen zu dürfen? Freiwillige vor! 😉

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3. Cupheads (mein „Indie“-Tipp)
Ach, schaut euch einfach ein Video zu dem Spiel an. Das sieht so sensationell aus, dass ich bei der Microsoft-Pressekonferenz das TV-Gerät umarmen wollte. Abgesehen von der Retro-Disney-Optik mag ich natürlich auch das Genre. Shooter und dann auch noch im Coop. Einziger Wermutstropfen: Release ist erst 2016 und das, obwohl der Titel schon seit zwei Jahren angekündigt wird. *sadface*


Flops

1. Entwicklungszeiten
Uns mit Titeln heiß machen, die dann erst 2016 oder noch später kommen, ist nicht nur gemein, sondern eigentlich eine Frechheit. Keine Ahnung, ob ein For Honor dann überhaupt in dieser Form rauskommen wird, von Shenmue III gar nicht zu sprechen. Ich versteh die Idee dahinter, gut finden muss ich sie deshalb nicht.

2. Kein Red Dead Redemption 2
Ich hab’s ja angekündigt, dieser Titel stand ganz oben auf meiner Wunschliste. Aber gut, wart ich eben noch ein Jahr. Und noch eins.

3. Hater
Diese E3 war richtig gut. Ich war selbst nicht da, sonst würde ich vielleicht sogar über Virtual Reality schwärmen. Letztes Jahr haben mich die Demos leider noch nicht umgehauen, aber dieses Jahr war das Thema noch intensiver, hab ich das Gefühl. In jedem Fall gab es echt viele geile Titel und jeder sollte sich auf mindestens drei Titel freuen können. Wenn nicht, dann solltet ihr euch ein neues Hobby suchen.

Blex, das zitternde Barometer

Hättet ihr mich vor ein paar Tagen gefragt, wie mir die E3 gefallen hat, wäre „Pffffffffffttttttt!“ die Antwort gewesen. Doch je länger ich drüber nachdenke, um so unsicherer bin ich mir mit dieser Ansicht. Ja, es gab (große) Schwächen, aber gleichzeitig auch Lichtblicke von engelsgleicher Qualität. Deswegen habe ich mich bei der Aufzählung auch gut entscheiden können – es gab klare Differenzen.

 

Tops

Glass City liegt Faith zu Füßen. Und ich liege zu ihren Füßen. //Bildrechte bei DICE / Electronic Arts

Glass City liegt Faith zu Füßen. Und ich liege zu ihren Füßen. //Bildrechte bei DICE / Electronic Arts

1. Mirror’s Edge Catalyst
Gar keine Frage. Als Faith auf dem Bildschirm auftauchte, war ich wieder gefangen. Diese Farben. Dieser Flow. Diese Bewegungen. Ich muss dieses Spiel haben, und zwar so bald wieder möglich. Komm schon, 2016 – leg‘ einen Sprint ein!

Düster. Bockschwer. Wunderschön. Und genau aus diesen Gründen so genial. //Bildrechte bei gameinformer

Düster. Bockschwer. Wunderschön. Und genau aus diesen Gründen so genial. //Bildrechte bei gameinformer

2. Dark Souls 3
Ja, ich weiß. Es ist jetzt der dritte Titel aus dem Hause From Software in ebenso vielen Jahren – das kann eigentlich nicht gut gehen. Aber gleichzeitig ist wieder Miyazaki-san ans Steuerrad zurückgekehrt, dessen Abwesenheit sich im zweiten Teil der Serie schmerzlich bemerkbar machte. Also: Back to the roots, und ich werde meine Spieler-Seele erneut für Seelen opfern.

Starke Frauen überall - hier in Horizon Zero Dawn, dem Robosaurierspiel von den Killzone-Machern. //Bildrechte bei  vg247.com

Starke Frauen überall – hier Aloy in Horizon Zero Dawn, dem Robosaurierspiel von den Killzone-Machern. //Bildrechte bei vg247.com

3. Frauenpower
Vor den Türen der E3 stehen sich die Gamergate-Einzeller die Füße in den Bauch und wedeln mit ihren misogynen Plakaten herum. Und drinnen, dort, wo die Action passiert? Frauen. Frauen überall. Auf der Bühne bei Ubisoft zog Aisha Tyler ihre routiniert-pointierte Show ab, und diverse Entwicklerinnen (Bonnie Ross für 343 Studios, Sigurlina Ingvarsdottir als Senior Producer für Star Wars: Battlefront, Sara Jansson für Mirror’s Edge Catalyst) durften endlich auch vermehrt ins Rampenlicht treten. Auf den Bildschirmen gab es ebenso viele interessante weibliche Charaktere: Faith. Lara Croft. Aloy aus Horizon Dawn Zero. Evie Frye aus Assassin’s Creed Syndicate (sind die weiblichen character models doch machbar, Ubi?). Emily Kaldwin aus Dishonored 2. Sogar Fallout 4 weicht endlich von der alten Masche ab und lässt die Spielerinnen und Spieler entscheiden, ob sie eine Frau oder einen Mann spielen wollen. Es ist höchste Zeit, dass unser Hobby nicht mehr den stereotypen Muskelmann aus dem ausschließlich männlich besetzten Entwicklerstudio präsentiert – denn diese Periode ist lang vorbei. Und ich freue mich darauf, diese Mädels durch ihre Geschichten zu begleiten.


Flops

1. Durchwachsene Präsentationen
Ich gebe zu: Es ist wahrscheinlich schwer, alle zufrieden zu stellen. Und in der Retrospektive bin ich mit der ganzen Messe eh zufriedener, als ich es im ersten Moment war. Und trotzdem bleibt der saure Nachgeschmack, dass mich nur Sony wirklich durchgehend begeistern konnte. Grade Sony – die mit den früher batshit-crazy Pressekonferenzen! Alle anderen sind zwischendurch irgendwo ins geistige Nirvana abgedriftet, um über Belangloses zu reden; Sony hat sein Ding durchgezogen und gerockt. Hut ab, nächstes Jahr will ich so eine Leistung von allen sehen.

P.S.: Nein, wir reden hier nicht über Nintendo. Das hat Mr Pölzl schon an anderer Stelle mit viel Herzblut gemacht.

2. KEIN Red Dead Redemption 2
Mir wurscht, dass das der Amon auch schon gesagt hat – das muss man anprangern. Rockstar, was geht denn mit euch? Ihr hättet hier die ob der schwachen PKs ziellos herumirrende Liebe von Millionen Spielefans einsacken können. Stattdessen: Nichts. Lasst mich doch bitte wieder im Wilden Westen spielen gehen. Einigen wir uns auf 2017, ja? Danke. Bussi.

3. Remakes
Versteht mich nicht falsch: Ich mag alte Spiele wie der nächste Mensch. Ich zocke derzeit wieder XCOM – ein 2012er-Remake eines über 20 Jahre alten Spiels. Und auch sonst habe ich manchmal eine weiche Stelle im Herzen für zeitgemäße Versionen von Spielen, die mich in meiner Kindheit und Jugend begleitet haben. Aber ehrlich: Gears of War Remastered. Uncharted Collection. God of War 3 Remastered. Dishonored: Remaster. Gefühlte zwanzig Definitive Editions. Schön langsam reicht es dann auch wieder – konzentriert euch auf neue, herausfordernde und interessante Inhalte, liebe Entwickler! Dann werfe ich euch auch gerne wieder mein Geld in den Rachen.

Written by: Alexander Amon

Motivator Ich bin seit ca. 12 Jahren redaktionell mit Videospielen verbunden und war zuletzt Chefredakteur des Fachmagazins für Computer- und Videospiele consol.AT und ihren deutsch-schweizerischen Ableger consolPLUS. Aktuell bin ich PR Manager beim Spieleentwickler Sproing, gebe auf dieser Website allerdings nur meinen privaten Senf zur allgemeinen Situation ab. CONTINUE betreue ich redaktionell und emotional, diene in vielen Punkten als Ansprechpartner und Koordinator. Bei Fragen und/oder Anmerkungen schreiben Sie mir doch einfach an amon@continue-magazin.at. Besten Dank und bis bald.