Der nüchterne E3-Report: Electronic Arts

Die E3 2017 startete mit Electronic Arts. Wir resümieren.

Was wurde nicht schon hingefiebert, auf das größte Spektakel der Videospiel-Branche des Jahres. Heiß erwartete Titel, neue Ankündigungen und eventuell auch neue Lebenszeichen längst verschollen geglaubter Titel. Electronic Arts hatte – zumindest anfangs – wenig von all dem zu bieten, da man – wie zu erwarten – den Fokus wieder einmal auf die hauseigenen Sportspiele legte.

FIFA 18 darf sich über eine Fortsetzung des offenbar gut angekommenen Story-Modus freuen. Leider mit einer Banchen-typischen Fortsetzung der Geschichte von Alex Hunter. Ohne die Geschichte erlebt zu haben, lässt sich natürlich vorab schwer ein Urteil darüber bilden, aber es hat einen leicht fahlen Beigeschmack, wieder altbekannte Gesichter zu sehen. Vielleicht liegt die fehlende Euphorie meinerseits aber auch darin, dass ich mich wenig mit einem schwarzen Fußballspieler identifizieren kann, der nicht anpassbar ist. Es geht immerhin um eine Karrieregeschichte, die von mir gespielt wird. Warum nutzt man nicht seinen Be-a-Pro Charakter, welcher auch schon das eigene Gameface drauf hat und mir somit ähnlich sieht? Hier wär viel mehr drin gewesen, als nur die übliche Standard-Fortsetzung. Schade.

Apropos Story-Modus. Den hat nun auch Madden 18 verpasst bekommen und hört auch den Namen Madden 18 Longshot. Ein exzellenter Schachzug, alle EA Sports Spiele damit auszustatten, möge man meinen. Auch habe ich mich letztes Jahr bereits auf einen Story-Modus in NHL 18 gefreut. Leider weit gefehlt. Neben Madden 18 gibt es kein weiteres EA Sports Spiel, welches sich (zumindest dieses Jahr) auf einen Story-Modus freuen darf. Von NHL fehlte sogar jegliche Spur. NBA Live hingegen muss zwar ebenfalls darauf verzichten, bekommt aber ein komplett neues Steuerung-System spendiert, an dem man rund zwei Jahre lang gearbeitet hat. Wenn mich Basketball nur irgendwie tangieren würde, wäre ich wohl in Ekstase verfallen. Aber der Schmerz der NHL-Abwesenheit siegt und so kratzt mich das leider auch wenig.

Dann wird’s aber doch noch heiß im Livestream. Einige neue Titel, die die Spielerherzen vielleicht schon bald höher schlagen lassen. Den Anfang macht Need for Speed Payback. Ich nehme es Electronic Arts noch immer ziemlich übel, dass sie das geniale Burnout-Team Criterion Games für Need for Speed missbraucht haben und die Burnout Franchise seither tot ist. Aber Need for Speed verkauft sich nun mal besser, aus wirtschaftlicher Sicht also nachvollziehbar. Dennoch war Burnout immer das bessere Spiel und Burnout Paradise der wohl absolute Höhepunkt der Reihe. Mittlerweile ist aber ein anderes Studio namens Ghost Games für die Umsetzung von Payback verantwortlich (und bringt das Game nicht auf die Nintendo Switch. Boo!), da sich Criterion Games um Star Wars Battlefront II kümmern darf. Davon gabs auch jede Menge zu sehen. Leider bin ich nicht der ultimative Star Wars Fanboy, um alles inhalieren zu müssen, was davon auf den Markt kommt und Multiplayer-only Games schrecken mich sowieso ab. Dazu ist der Anteil des Internet-Trolls einfach zu groß und meine Haare teilweise schon zu grau, um mir das in meinem Alter noch geben zu müssen. Aber es sieht zumindest gut, spannend und lustig aus. Für Star Wars Fans sicherlich ein Highlight.

Bleibt noch A Way Out. Von den Machern von Brothers, einem kleinen aber feinen, emotionalen Indie-Games kommt nun das gleiche in groß und mit mehr Budget. Eine Bromance Story, die exklusiv für kooperatives Spielen mit einem Partner lokal vor der Konsole oder online ausgelegt ist. Die Idee wirkt nett, bleibt einerseits abzuwarten, wie viel Umfang das Spiel beinhalten wird und ob es schlussendlich dann auch gut spielbar ist und das lokale Co-op-Splitscreen-Feature nicht nur ein Gimmick darstellt.

Das war sie also, die Pressekonferenz von Electronic Arts. Wenig Aufregendes, viel Star Wars und kein NHL. Meh.

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at