Der Continue-Jahresrückblick – Teil 2/2

Gestern durften wir euch die ersten Jahresehrungen unseres Teams bekannt geben. Aber dem können wir doch glatt noch einen drauf setzen! Gleich mit doppelt geballter Alex-Action geht es heute weiter. Werden es doch die offensichtlichen Kandidaten an die Spitze schaffen oder sehen wir die ein oder andere Überraschung? Die Antwort liegt nur wenige Zeilen entfernt. Und zum Drüberstreuen gibt uns Chris noch seinen abschließenden Senf über das vergangene Jahr. Moment mal. Senf und Streuen? Egal, ready to rumble!


Player 3: Alexander Amon

Spiel des Jahres

LOE_FrameArtStore_deSeufz. Diese Frage wieder. Warum ist kein Red Dead Redemption erschienen? Warum haben mich StarCraft II und Metal Gear Solid nicht weggeblasen und warum habe ich das neue Tomb Raider noch nicht gespielt? Alles ausreden, ich weiß, aber das Jahr war spieltechnisch leider nicht meines. Jahr 2 der „Next Gen“ war zwar stark, aber die „Milestones“ haben für mich gefehlt. Ich spiele dank neuer Erweiterungen noch immer viel zu viel Hearthstone (aktuell wohl so um die 230 Euro investiert), finde mich dank neuer Maps doch öfter als geplant in Battlefront wieder und schaue mich beruflich viel auf dem Mobile Markt um. Hier könnte ich Plague Inc., Angry Birds 2 und Psych empfehlen. Vielleicht finde ich nächstes Jahr mein „Spiel des Jahres“. Daumen drücken.

Film des Jahres

star_wars__han_solo-is-old1-jpgTatsächlich „Star Wars“. Wer hätte das gedacht? Ja, der Film lässt einige Fragen offen, erzählt „A New Hope“ größtenteils nach und will es allen irgendwie recht machen – aber so macht er es mir eben auch recht. Überraschend überzeugende Cast, tolle Effekte und das Schürfen der Vorfreude auf den nächsten Teil. Gut gemacht.

Den „Marsianer“ fand ich übrigens auch sehr gut, trotz berechtigter Kritik. Ansonsten habe ich dieses Jahr primär alte Filme „nachgeholt“, die ich zuvor noch nie gesehen habe. Mir fallen aber die Titel leider nicht mehr ein. Ich schick euch ein update, sobald mein Hirn wieder funktioniert 😉

Serie des Jahres

730ab6d5638b88a0c15bb2acf16a8de5__wienerland_gro__jpgAus subjektiver Sicht muss ich sagen Wienerland. Ein sehr guter Freund von mir hat dort Regie geführt und auf der diesjährigen Vienna Comic Con durfte ich und 800 weitere geladene Gäste den Piloten sehen. Wie es weitergeht steht leider noch in den Sternen, weil aktuell ein Investor gesucht wird. Falls ihr also Kohle im hohen sechsstelligen Bereich übrig habt, einfach melden. Top Schauspieler und eine coole Story warten auf euch.

Auf US-Seite schau ich noch immer viele alte Geschichten, richtig kicken will mich aber keine mehr. „Narcos“ und „Master of None“ find ich gelungen. Nächstes Jahr hoffe ich auf „Akte X“.


Player 4: Alexander Schuh

Spiel des Jahres

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// Bildrechte bei Rockstar Games

Als braver Quasi-Journalist, der diesen Kram auch tatsächlich mal gelernt hat, habe ich mich auf Recherche-Streifzug gegeben und die Spiele recherchiert, die im Jahr 2015 so erschienen sind. Das Problem daran war, dass mich das Ergebnis richtig schockierte – ich habe nämlich richtig wenige der großen Releases 2015 mitgenommen. Zu viel meiner Zeit landete entweder in älteren Koop-Spielen (Borderlands 2 rockt die Hölle leer), Open-World-Spielen mit absurd viel Content (Red Dead Redemption!) und ein paar wenigen Online-Shootern, die mich einfach fesseln (Black Ops III < Black Ops II).

Ja, klar, Hotline Miami II kam im April, und ich hab‘ das Ding auch übel gefeiert – die Vinyl-Edition in meinem Wohnzimmer ist ein Zeugnis dafür. So unglaublich geflasht wie Teil 1 hat es mich aber leider nicht mehr (fragwürdig bleibt, ob das überhaupt möglich gewesen wäre).

Nachdem ich mich hier aber entscheiden muss, gehe ich den diplomatischen Mittelweg und sage GTA V – denn das kam im April endlich für PC raus. Und ja, ich hab‘ tatsächlich viele Stunden in diesem schönen Zerrbild der US-Westküste verbracht – die meisten davon im Online-Modus. Denn welche Fehler dieses Ding auch immer haben mag und wie nervig manche Mitspieler auch sein können: Dieses Jahr hat kein anderes Spiel in mir dieses zufriedene Grinsen hervorrrufen können, das mir ein akkurat geplanter und präzise umgesetzter Heist ins Gesicht zaubert. Einmal fühlen wie die Hauptcharaktere aus „Heat“? Check. GTA VI will ich dann aber bitte in der virtuellen Realität erleben, danke.

Film des Jahres

// Bildrechte bei Sony Pictures

// Bildrechte bei Sony Pictures

Soeben realisiere ich zwei Dinge: 1) 2015 hatte wirklich viele wirklich gute Filme (sind wir uns sicher, dass dieses Ding nur 365 Tage hatte?) und 2) trotz genialer „Nerd“- a.k.a. SciFi- und Fantasy-Filmen kommt mein Top-Ding aus einer ganz anderen Ecke.

Um den ersten Platz mussten sich nämlich zwei Filme aus der Musik-Branche streiten – „Straight Outta Compton“ und „Whiplash“. Ersterer hat mich im Kino richtig weggeblasen, allerdings stört im Nachgeschmack doch, dass Dr. D.R.E. und Ice Cube hier nur ihre eigene Version ihrer Geschichte präsentierten – ganz ohne kritische Nebentöne, die ihre Vergangenheit durchaus hergegeben hätte. Schade, aber dennoch ein grandioser Film.

„Whiplash“ hingegen hat nicht nur alles richtig, sondern gar perfekt gemacht. Ich glaube nicht, dass ich das Thema „Musik“ und die getriebene Besessenheit, die Musiker gerne ergreift, jemals besser dargestellt gesehen habe. Der zurecht mit einem Oscar prämierte J.K. Simmons als „Gegenspieler“ hebt diesen Film dann nochmal auf eine ganz andere Ebene, in der man einfach alles um sich rum vergisst und in einem Universum aus Ton, Perfektionstrieb und der warmen Kupferfarbe von Schlagzeugbecken und Zugposaunen aufgeht. Jeder mit einem Funken an Musikalität muss diesen Film gesehen haben, Punkt.

Serie des Jahres

//Bildrechte bei Netflix

//Bildrechte bei Netflix

Die wohl härteste Auswahl in diesem Jahr, und das aus einem ganz einfachen Grund: Im Zuge meines Umzugs wurde endlich endgültig der Fernsehanschluss gekappt und durch einen zeitgemäßen Netflix-Account ersetzt. Dieser knabbert seitdem beständig und ausgiebig an meinem Gaming-Zeitbudget mit einer beinahe schon pervers großen Auswahl an konsumierbaren Bewegtbildern – und beinahe alle sind auch noch qualitativ geil. Vor kurzer Zeit hat sich aber ein Favorit – nein, besser, eine Favoritin herauskristallisiert: „Jessica Jones“.

Die Netflix-Eigenproduktion in Zusammenarbeit mit Marvel trumpft mit einer hintergründig lustigen, misanthropen und dennoch zutiefst menschlichen Ex-Superheldin als Hauptcharakter auf (großartig: Krysten Ritter). In einem New York, das gerade die Ereignisse aus „The Avengers“ verdaut hat, will sie eigentlich nur in Ruhe ihrem versoffenen Film-Noir-Leben nachgehen – bis klarerweise der Schatten der Vergangenheit die Finger nach ihr ausstreckt. Grandios gespielt, toll inszeniert, lustig, spannend – uneingeschränkte Anschauempfehlung!


Player 5: Christoph Sepin

Spiel des Jahres

puzzledragons

//Bildrechte bei Nintendo

Früher war das alles irgendwie noch einfacher mit dem Lieblingsding. Der simple Kindheitsgeist richtet seinen Fokus gleich mal auf ein einziges Objekt und romantisiert das dann in naiver Besessenheit. So waren die Power Rangers über Jahre hinweg ein Lieblingsding von mir, ohne dass ich überhaupt je eine Folge davon gesehen hätte. Im Erwachsenenalter wird das dann schon schwerer. Zu groß ist die Auswahl, zu sehr stellt man seine eigenen Einschätzungen in Frage. 2015 war mal wieder so ein Jahr – ein Jahr der vielen Lieblingsdinge, das es einem schwer macht, sich für eine einzige Sache zu entscheiden.

Splatoon war unglaublich gut dieses Jahr und war in seiner Simplizität auf jeden Fall das beste Spiel auf der Wii U. Life is Strange und King’s Quest waren die Vorzeigeadventurespiele. Xenoblade der Zeitfresser. Mein meistgespieltes Spiel (und damit vermutlich – objektiv – mein Lieblingsspiel?) war aber Puzzle & Dragons. Die Super Mario Edition um genau zu sein. 200 Stunden verbrachte ich 2015 mit dem simplen Puzzlezeitvertreib auf dem 3DS, nur um dann letzten Endes traurig die Konsole aus der Hand zu legen, als ich „schon“ das gesamte Spiel zu einhundert Prozent durchgespielt hatte. Ein herrlicher, einfacher Puzzler für Zwischendurch, wenn man mal keine Lust auf Dialoge, Handlung, Effekte, Action, Abwechslung oder technische Errungenschaften hat. Und für mich der Beweis, dass ich in meinem Alter jetzt endlich zum verschrienen „Casual-Gamer“ geworden bin.

Film des Jahres

GeneralTso

//Bildrechte bei Wicked Delicate Films

Ich bin mir ziemlich sicher – ohne noch die Highlights der anderen Continue-Menschen gelesen zu haben, dass ich dieses Jahr mit meinem persönlichen Rückblick etwas aus der Reihe tanzen werde. Mein Film des Jahres ist nämlich aus zweierlei Gründen ungewöhnlich: Erstens ist das eine Dokumentation über Essen, zweitens ist der auch bereits letztes Jahr erschienen. Ich hab‘ den aber erst heuer auf Netflix gesehen, deswegen ist mir das egal. „The Search for General Tso“ nennt sich dieser hervorragende Dokumentarfilm von Ian Cheney, der darin auf die Suche nach dem berühmt-berüchtigten Standard der US-Chinesischen Küche geht: General Tso’s Chicken. Was entsteht, ist ein Film der letzten Endes viel mehr beleuchtet als nur ein einfaches Gericht und in wunderschönen Bildern die Geschichte der USA als Einwanderungsland näherbringt.

Serie des Jahres

RedLetterMedia

//Bildrechte bei Red Letter Media

2015 war wieder ein sehr gutes TV-Jahr, mit Vorzeige-Serien wie dem vor allem zu Beginn durchaus unterschätzten „Better Call Saul“ und Aziz Ansaris liebevoll konstruierter Coming-of-Age-Comedy „Master of None“. Trotz all dem Guten auf der alten Mattscheibe zieht es mich doch immer mehr zur Low-Budget-Kost der Firma mit dem großen Y und dem großen T. Die mit oft einfachsten Mitteln produzierten Formate auf YouTube werden dank steigender Kreativität und immer leichterer Zugänglichkeit nämlich von Jahr zu Jahr besser – und übertreffen dabei in Qualität auch schon die oft angestaubten Serien im „klassischen“ Fernsehen. Meine Highlights 2015: Die beiden Weltreisenden Kyde & Eric und ihre Abenteuer rund um die Welt (sehr empfehlenswert: Das Wes-Anderson’sche Video zu deren Umzug nach Japan), die Filmspezialisten von Red Letter Media und deren erstklassige Review-Serie Half in the Bag und der japanische Vlogger (J-Vlogger nennt man sowas mittlerweile) PDR mit seinen oft bizarren Parodien und Mini-Sketches.

Written by: Alexander Amon

Motivator Ich bin seit ca. 12 Jahren redaktionell mit Videospielen verbunden und war zuletzt Chefredakteur des Fachmagazins für Computer- und Videospiele consol.AT und ihren deutsch-schweizerischen Ableger consolPLUS. Aktuell bin ich PR Manager beim Spieleentwickler Sproing, gebe auf dieser Website allerdings nur meinen privaten Senf zur allgemeinen Situation ab. CONTINUE betreue ich redaktionell und emotional, diene in vielen Punkten als Ansprechpartner und Koordinator. Bei Fragen und/oder Anmerkungen schreiben Sie mir doch einfach an amon@continue-magazin.at. Besten Dank und bis bald.