Clash Royale – der nächste Hit der „Clash of Clans“ Macher

Supercell. So unscheinbar der Name, so beeindruckend die Zahlen. Mit Spielen wie Clash of Clans, Boom Beach und Hay Day generieren die Finnen rund zwei Milliarden Euro im Jahr. Tendenz steigend. Auch das bald erscheinende Clash Royale wird da seinen Teil dazu beitragen. 

Im Dschungel der Mobile Games etwas zu finden, das dem eigenen Geschmack entspricht, ist schwierig. Rund 1000 Apps, die meisten davon Games, erscheinen pro Tag in Apples und Googles virtuellem Store. Gut, wenn man die nötigen Ressourcen hat, viel Zeit und Energie in ein Spiel zu stecken, welches sich dann in diesem Markt behaupten kann. Clash Royale hat gute Voraussetzungen. Die erfolgreichste Mobile-Firma der westlichen Welt im Rücken, die Figuren des bekanntesten Mobile-Games (Clash of Clans) als Hauptcharaktere und ein süchtig machendes Spielkonzept, das auch noch perfekt zum Geld ausgeben verleitet. So werden Hits gemacht.

Das Spielkonzept ist einfach: Wie im Schach duellieren sich zwei Spieler. Jeder ist mit zwei Wachtürmen, einem Schloss sowie einem Set an acht Karten ausgerüstet. Während die Befestigungen für den jeweiligen Spieler zur passiven Verteidigung dienen, gilt es die Karten aktiv zu spielen, um unterschiedliche Truppen auf das Feld zu werfen, die schließlich die Basis des Gegners einreißen sollen. Vier Karten hat man immer gleichzeitig in der Hand, spielt man eine, bekommt man die nächste in die Hand. So entsteht ein Kreislauf, der sich wiederholt. Dennoch gibt es eine strategische Komponente. Ein Energiebalken, der sich langsam auflädt, bestimmt das Tempo. Starke Karten kosten viel Energie, schwache bzw. kleinere Einheiten wenig Energie. Also baut man lieber ein Deck mit vielen „billigen“ Units, die den Gegner gnadenlos überrennen, oder doch lieber zwei große Brocken, die gezielt kompromisslos aus Gebäuden Feinstaub machen? Unbesiegbare Units gibt es nicht – nach dem Stein-Schere-Papier-Prinzip gibt es immer Kontereinheiten. Deshalb sollte das eigene Deck ausgewogen sein. Abwehr gegen Lufteinheiten sollte man ebenso in Petto haben wie einen Konter gegen besonders schnelle und effektive Zerstörungsmaschinen. Jeder Fehler kann schnell bestraft werden, und dann ist die vier Minuten lange Runde sogar noch früher beendet.

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Das Spiel ist Free2Play, das heißt der Einstieg kostet euch nur den Download des Spiels. Schatztruhen, die ihr nach jedem Sieg erhaltet, sorgen dafür, dass ihr neue Karten bekommt. Diese erweitern euer Deck oder ermöglichen im Falle von „Doppelten“ die Verstärkung eurer bereits vorhandenen Einheiten. Das geht zunächst sehr flott, später braucht man jedoch schon sehr viele Karten, um in höhere Einheitenlevels vorrücken zu können. Irgendwann wird der Zeitpunkt also kommen, wo man sich denkt: „Ach, kauf ich mir mal ein paar für 15 Euro.“ So funktionieren die erfolgreichen F2P-Games und so funktioniert auch Clash Royale. Ich selbst habe bis jetzt wahrscheinlich schon um die 20 Stunden investiert und noch kein Geld ausgegeben. Das liegt aber primär daran, dass das Spiel erst in wenigen Ländern erhältlich ist und ich mit einem australischen Account spiele. So etwas nennt man „Soft launch“ – der Test in einigen Ländern, um vor dem „Global launch“ zu schauen, wie das Spiel sich schlägt.

Zusätzlich gibt es noch ein Clan-Feature, wo ich mit Arbeitskollegen bereits um die Clankrone kämpfe (aktuell bin ich vorne!). Außerdem kann man sich in Clans Karten schenken, damit man schneller die gewünschten Upgrades bekommt. Das baut sozialen Druck auf, den man im Chat aber charmant wieder abbauen kann: „Ich hab deine verdammte Karte nicht!!!“

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There is one last thing: Mobile und eSport passten in der Vergangenheit ja nicht so richtig zusammen. Mit Clash Royale geht man hier aber offensiv genau in diese Richtung. Einer von insgesamt fünf Tabs im Spiel ist Spiel-Wiederholungen gewidmet. Hier könnt ihr erfolgreichen Gamern bei ihren Duellen zuschauen und euch Tricks abschauen. Auch die eigenen Spiele können in der Wiederholung betrachtet werden bzw. können im Clan-Chat die eigenen Matches platziert werden, um besondere Momente mit seinen Liebsten zu teilen. Interessanter Ansatz, der mit der Clash of Clans-Community sicher Anhänger findet.

Fazit
Dank der kurzen Spielsessions (ca. 5 Minuten) und dem fordernden Spielkonzept bin ich seit Wochen „hooked“. Clash of Clans habe ich nie gespielt, braucht man auch nicht, um das Spiel zu verstehen. Sollte mich die „Paywall“ mal allzu stark treffen, werde ich meinen Burgenkampf wohl beenden. Da dies aber noch nicht absehbar ist, werde ich mich wohl auch die nächsten Wochen erfolgreich duellieren. Ich bin sehr gespannt, was meine Barbarians auf dem nächsten Level so alles umhauen können!

Spiel: Clash Royale
System: aktuell nur iOS / später sicher auch Android
Release: aktuell im Softlaunch / weltweit wohl spätestens April
Kosten: F2P

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Written by: Alexander Amon

Motivator Ich bin seit ca. 12 Jahren redaktionell mit Videospielen verbunden und war zuletzt Chefredakteur des Fachmagazins für Computer- und Videospiele consol.AT und ihren deutsch-schweizerischen Ableger consolPLUS. Aktuell bin ich PR Manager beim Spieleentwickler Sproing, gebe auf dieser Website allerdings nur meinen privaten Senf zur allgemeinen Situation ab. CONTINUE betreue ich redaktionell und emotional, diene in vielen Punkten als Ansprechpartner und Koordinator. Bei Fragen und/oder Anmerkungen schreiben Sie mir doch einfach an amon@continue-magazin.at. Besten Dank und bis bald.