Chibi-Robo und der schwingende Stromstecker

Er wird wohl vielen von euch kein Begriff sein, wahre Fans haben ihn jedoch bestens in Erinnerung behalten. Die Rede ist von Chibi-Robo! Der kleine ulkige Haushaltshelfer ist zurück und schwingt sich mit euch in ein neues Abenteuer!

Der Wahnsinn geht also weiter. Staubwedel und Besen rausgeholt … äh nein? … wie jetzt? Wer gedacht hat, dass unser kleiner „RoboPutzCop“ seiner gewohnten Tätigkeit nachgeht hat falsch gedacht! Chibi-Robo hängt das Haushaltshelfer-Diplom an den Nagel und wirft sich im wahrsten Sinne des Wortes in ein 2D-Jump’n’Run Abenteuer. Alles neu macht also der November.

Schuld daran sind eigentlich die Aliens, die sich die wertvollen Bodenschätze der Erde unter den Nagel reißen wollen. Who you gonna call? Natürlich die kleine silberne Blechdose! Wen sonst? Ausgerüstet mit dem eigenen Stromstecker geht’s durch verschiedene Bereiche der ganzen Welt. In insgesamt 35 Leveln gilt es nicht nur den Gegnern den Garaus zu machen, sondern auch diverse Geheimnisse und Schätze zu finden. Dabei schwingt ihr mit dem Stecker auf Gegner, um diese zu besiegen, sammelt Upgrades, um diesen länger zu machen oder auch beispielsweise gegen Wände prallen zu lassen, um an noch abgelegenere Orte zu kommen.

Chibi-Robo! Zip Lash

Chibi schwingt seinen Stecker durch die Lüfte, um Hindernisse zu überwinden und Geheimnisse zu entdecken

Eigentlich spielt sich das Ganze ziemlich nett, aber ohne wirkliche Höhepunkte. Um etwas Abwechslung in den Ablauf zu bekommen, dürft ihr auch einige Herausforderungen meistern, um am Ende sämtliche Abzeichen eines Levels zu erhalten. So müsst ihr Ausschau nach Riesenmünzen halten, kleine Chibi-Knirpse fangen oder auch aus der realen Welt inspirierte Snacks für das Flugzeug Tobi und Konsorten sammeln. Klingt verrückt? Ist es auch! An Charme und Verrücktheit hat Chibi-Robo nämlich nichts eingebüßt. Wer die Level übrigens hinter sich bringt, ohne Schaden zu nehmen, zu sterben oder Items einzusetzen, bekommt nochmals drei Extra-Abzeichen.

Wie schon aus anderen Plattformern, wie beispielsweise Yoshi’s Woolly World oder Kirby & das magische Garn bekannt, gibt es auch Level, bei denen man sich nur auf’s Ausweichen und Sammeln konzentrieren muss und der Bewegungsfortschritt per Skateboard, Ballon oder auch U-Boot selbst stattfindet. Hier ist die Steuerung, die sonst recht problemlos funktioniert, etwas hakelig. Habt ihr ein Level dann mal geschafft, gibt es eine interessante Variante, wie ihr voranschreitet: Am Ende jedes Levels erscheinen drei U.F.O.s, jeweils in Bronze, Silber und Gold. Je nachdem, welches ihr davon trefft, erhaltet ihr einen, zwei oder drei Versuche, um eine Art „Glücksrad“ zu drehen, welches wie ein Würfel funktioniert. Die Aufteilung der Level ähnelt einem Mensch ärger‘ dich nicht Feld und so dürft ihr nur die gedrehte Zahl an Feldern voranschreiten. Passt euch das nicht, habt ihr ja bis zu drei Versuche, die richtige Zahl zu erlangen. Aber lasst es mich mal so sagen: Man kommt ziemlich schnell dahinter, wie das Ganze funktioniert und benötigt meist ohnehin nur einen Dreh.

Chibi-Robo! Zip Lash

Auch die Endgegner haben gegen Chibi-Robo’s Stecker keine Chance

Übrigens kann sich Chibi-Robo auch kurzfristige Power-Ups für sich selbst holen. Immer wieder findet man Power-Up-Steckdosen, die ihn beispielsweise in einen Feuer-Chibi verwandeln und so Metall schmelzen lassen kann. Auch mit einem Eis-Chibi hatten wir das Vergnügen. Und sollte euch mal gänzlich die Energie ausgehen, die so ein kleiner Roboter ja benötigt, könnt ihr euch an Checkpoints wieder aufladen.

Achja: Und manchmal darf Chibi-Robo auch noch den Müll einsammeln, den man antrifft. Der guten alten Zeiten wegen.

FAZIT

So gerne ich Chibi-Robo auch habe, so weh tut mir der Wandel, den er nun durchmachen musste. Leider kann sein Jump’n’Run Abenteuer nicht wirklich herausstechen, um zu beeindrucken. Auf dem Gebiet gibt es auf beiden aktuellen Nintendo Konsolen schon viel bessere Kaliber. Chibi-Robo! Zip Lash hat nette Ideen, aber spielt sich einfach „zu safe“, um wirklich erwähnenswert zu sein. Das Spiel kommt jedoch in einem Bundle mit einer eigenen amiibo-Figur zu einem recht günstigen Preis zwischen 30 und 40 Euro, wodurch das Ganze wieder an Reiz gewinnt. Nichtsdestotrotz werden hart gesottene Chibi-Robo Fans enttäuscht und Spieler, die nach einem fordernden Jump’n’Run suchen, bei Mario & co. besser aufgehoben sein. Für Kids, die einen netten Einstieg in das Genre suchen, ist es aber perfekt.

WERTUNG: 6/10

Wir bedanken uns bei Nintendo Österreich für die Bereitstellung eines Testmusters.


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Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at