Baaaam, Baaaaam, … das neue WWE ist da!

Razor Ramon, Tatanka, Shawn Michaels, Lex Luger – was klingt wie die Crème de la Crème der männlichen Porno-Branche, sind tatsächlich die Helden meiner Kindheit. Ihr Jobprofil: Wrestler. Heute heißt die Liga nicht mehr wie ein Tierschutzverein und die Sportler sind mir gänzlich unbekannt, aber mit WWE2K16 habe ich noch einmal versucht, in diese bunte Welt einzusteigen. Es ist mir gelungen.

Mein Einstieg in die Welt des Wrestlings war neben den Videokasetten meines Onkels („SummerSlam“ ’88-94′) das wunderbare Videospiel WWF Royal Rumble für das SNES. Abgesehen von meinem schier endlosen Zeitkontingent in diesen Jahren, liebte ich die Show rund um das bunte Treiben. Die Spiele waren, wie so oft, eine tolle Möglichkeit, um selbst in die Rollen der Muskelberge zu schlüpfen und mit Freunden um den Titel zu kämpfen. Speziell die Originalmusik im Auswahlmenü ließ uns die Einzugszeremonie im Kinderzimmer nachspielen – im Spiel selbst sollte diese Zeremonie erst viele Jahre später verwirklicht werden. Aber genug über die Vergangenheit. Nach Jahren habe ich nun wieder ein WWE in mein Laufwerk gelegt und spreche aus der Sicht eines Interessierten, der die Serie in den letzten Jahren zumeist aus der Distanz und über Freunde beobachtet hat. Wer mehr über die neuen Features erfahren will, dem hab ich diesen, wahrscheinlich längsten WWE2K16-Artikel aller Zeiten herausgesucht – von den Kollegen von wrestlinggames.de.

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WWF Royal Rumble (SNES)

120 Wrestler, die meisten davon mir unbekannt, buhlen zu Beginn um meine Aufmerksamkeit. Generell herrscht Überangebot, kann man sich doch durch unzählige Menüpunkte wühlen. Früher gab es einfach ein 1on1, Royal Rumble und Tag Team. Heute verliert man, ähnlich wie in anderen Sportspielen, ein wenig die Übersicht, wenn man sich durch Karriere, 15 verschiedene Kampfmodi und diverse Online-Veranstaltungen klickt. Aber jeder Modus macht Sinn. Ich kann mir einen Wrestler basteln und dann eine Karriere mit zahlreichen Events spielen. Das ist toll inszeniert und erinnert mich an alte Zeiten. Wirklich abgegangen bin ich aber erst, als ich gemeinsam mit einem Freund im Tag Team den Ultimate Warrior auswählen konnte – inklusive Einzug und Originalmusik. Sagen wir so, eine Live-Übertragung meines Tanzes hätte auf YouTube ein paar Klicks und zahlreiche doofe Kommentare provoziert.

Das Kampfsystem ist zunächst überfordernd. Das meinten sie in den anderen Reviews also mit „Simulation“. Eigentlich kann man alles machen, was Wrestler im „echten Leben“ auch machen. Speziell das Konter-System (wurde zum Guten überarbeitet, sagt man) sieht einfach fantastisch aus. Die Hand vom Gegner wegschlagen oder seinen Kick auffangen macht genauso viel Spaß wie ein kräftiger Body Slam. Bis ich wirklich weiß was ich tue, vergehen allerdings ein paar Matches. Der Ausdauerbalken hilft festzustellen, wie fit ich noch bin, alle anderen Anzeigen waren mir zu klein, sagen aber bestimmt auch Dinge aus, die ich als Online-Spieler eventuell brauchen könnte. Online soll aber nicht ganz stabil laufen, zumindest habe ich das gelesen. Ist mir auch egal, das Spiel lebt von der eigenen Karriere oder zünftigen Abenden mit Freunden – die das Spiel zumindest auf einem ok-ishen Level beherrschen. Sonst hat man ähnlich viel Spaß wie beim Real Life Beachvolleyball, wenn die Leute den Ball regelmäßig ins Out ballern. Ihr kennt das.

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Wichtige Figuren meiner Kindheit fehlen dann aber doch im Roster. Nein, ich meine nicht Benjamin Blümchen oder TaoTao. Der Hulkster, Tatanka oder auch die Legion of Doom. Aber wisst ihr was? Es gibt dieses Online und man kann sich einfach von Usern kreierte Figuren ins Game reinladen. Crazy!

Fazit

Am Ende bleibt ein Spiel, das Fans und Fachpresse irgendwie nicht so richtig schlecht, aber auch nicht so richtig gut finden (technisch durchwachsen, viele Modi nur halbherzig umgesetzt, usw.), siehe auch Metacritic. Nur Gamespot hated richtig. Aber die haben vielleicht auch nicht die vielen Mädels im Spiel entdeckt, mit denen man ebenfalls in den Ring steigen kann. Die heißen nämlich interessanterweise wie die Crème de la Crème der weiblichen Porno-Branche. Hab‘ ich zumindest gehört.

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Lernen sie Geschichte, Herr Redakteur:

  • MicroLeague Wrestling (1987) war das erste Wrestling-Game mit der offiziellen WWF-Lizenz. Das rundenbasierte Strategiespiel(!) erschien für C64, Atari ST, Amiga und PC.
  • Wrestling wurde immer simulationslastiger, weshalb mit WWE All-Stars 2011 eine Alternative mit Schwerpunkt Action erschien. Leider wenig erfolgreich. Fortsetzung gab es keine.
  • Im Jahr 2011 wurde der in den vergangenen Jahren benutzte Zusatz Smackdown vs. RAW aus dem Titel gestrichen. Seitdem heißen die Games nur noch WWE 12, WWE 13, usw.

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Written by: Alexander Amon

Motivator Ich bin seit ca. 12 Jahren redaktionell mit Videospielen verbunden und war zuletzt Chefredakteur des Fachmagazins für Computer- und Videospiele consol.AT und ihren deutsch-schweizerischen Ableger consolPLUS. Aktuell bin ich PR Manager beim Spieleentwickler Sproing, gebe auf dieser Website allerdings nur meinen privaten Senf zur allgemeinen Situation ab. CONTINUE betreue ich redaktionell und emotional, diene in vielen Punkten als Ansprechpartner und Koordinator. Bei Fragen und/oder Anmerkungen schreiben Sie mir doch einfach an amon@continue-magazin.at. Besten Dank und bis bald.