Assassin’s Creed: The Ezio Collection Review

Oftmals stehen frisch gebackene Videospieler vor dem Problem, Spiele der letzten Generation oder noch weiter zurück verpasst zu haben. Zumindest bei der Assassin’s Creed: The Ezio Collection sollte dies nun nicht mehr als Ausrede gelten.

Die Assassin’s Creed Trilogie der letzten Konsolen-Generation rund um Ezio Auditore da Firenze war grandios. Alles, was der erste Teil der Assassin’s Creed Franchise vorgemacht hat, wurde schlichtweg mit jedem Teil um ein Stück besser. Assassin’s Creed II ist für viele bis heute der beste Teil der Serie; andere werden wohl Brotherhood als ihren Favorit nennen. Welch Glück also, dass sich beide besagten Spiele in der The Ezio Collection befinden, nun remastered für die aktuellen Konsolen PlayStation 4 und Xbox One.

Ezio Auditore da Firenze in voller Pracht

Ezio Auditore da Firenze in voller Pracht

Assassin’s Creed II
Kurze Zeitreise zurück ins 15. Jahrhunderts. Ezios Geschichte beginnt mitten in der italienischen Renaissance. Kunst, Reichtum und mörderische Verschwörungen stehen am Tagesplan. Zusammen mit seinem guten Freund Leonardo Da Vinci werkelt er an neuen Erfindungen, um die Verschwörung um seinen Vater aufzudecken, deren Fäden, wie sich herausstellt, bis in die höchsten Kreise des Vatikans reichen.

Assassin’s Creed: Brotherhood
Ezio begibt sich auf eine unfreiwillige Reise nach Rom, dem Zentrum von Macht, Gier und Korruption. Er übernimmt dort die Führung der gesamten Bruderschaft über die Assassinen und führt sie gegen zahlreiche Verräter, um am Ende den Edenapfel wieder in seine Hände zu bekommen, der ihnen zuvor von den Borgia gewaltvoll entwendet wurde.

Die Spiele wirken im Remaster zwar schärfer, aber oft nicht unbedingt stimmiger

Die Spiele wirken im Remaster zwar schärfer, aber oft nicht unbedingt stimmiger

Assassin’s Creed Revelations
Im letzten Teil der Ezio-Trilogie wandert ihr einerseits auf den Spuren von Altaïr, dem großen Mentor von Ezio und Helden des ersten Teils. Aber auch Ezios letztes Abenteuer in Konstantinopel des 16. Jahrhunderts im Herzen des Osmanischen Reichs ist ein Wichtiges. Eine unterirdische Bibliothek birgt nämlich ein großes Geheimnis, welches es noch zu erkunden gilt, bevor Ezios Reise zu Ende geht.

Keine Frage, die Trilogie mit ihren einzelnen Spielen ist auch heute noch genau so fesselnd, wie damals. Die Geschichte ist gut geschrieben und packt einen regelrecht am Kragen, selbst, wenn die Technik ein wenig veraltet wirkt, da sich in der langen Zeit bis heute einfach sehr viel getan hat. Die Trilogie präsentiert sich in gewohnter Full-HD Qualität, schafft es aber lediglich auf 30 Frames pro Sekunde. Man mag meinen, hier wäre mehr drinnen gewesen, da es sich ja lediglich um Last-Gen Spiele handelt, aber dem ist leider nicht so.

Drei Spiele, zwei Schauplätze. Auch Konstantinopel steht Italien in Nichts nach.

Drei Spiele, zwei Schauplätze. Auch Konstantinopel steht Italien in Nichts nach.

Wirkt auf den ersten Blick zwar alles schärfer und detaillierter – was es ja auch ist – so leidet oftmals die Stimmung darunter. Zugegeben: man bekommt dies vorrangig nur mit, wenn man sich Szenen der Spiele von damals und heute nebeneinander ansieht. Oftmals fehlt einfach die Wärme, die das Spiel ausgemacht hat, der Feinschliff und auch die Szenenabstimmung. Bei HD-Remakes ist es leider meistens der Fall, dass Nebel verschwinden, die vorher wichtig waren und somit eine ganze Stimmung flöten geht. Man sieht oft mehr, als man sollte – oder auch manchmal zu wenig. Nur weil man Texturen tauscht und das Spiel auf eine neue Konsole portiert, heißt das eben nicht, dass das Spiel davon profitiert. The Ezio Collection hat einige dieser Kinderkrankheiten. Dies ist aber nichts, was der grandiosen Story und der Spielerfahrung einen Abbruch tun würde. Spieler, die besagte Teile noch im Original für PlayStation 3 oder Xbox 360 besitzen, sollten aber dabei bleiben. Für Neulinge empfiehlt sich hingegen die Collection ohne Zweifel.

Fazit

Ich habe die Teile geliebt, allen voran Assassin’s Creed: Brotherhood. Dass man die drei Teile mit Ezio nun in einer Collection und vor allem komplett (einige Teile hatten ja Kapitel rausgenommen und als DLC nachgereicht – pfui Ubisoft!) für die aktuelle Konsolen-Generation erwerben kann ist einerseits sehr willkommen, andererseits kaschiert es natürlich nur die Abwesenheit eines gänzlich neuen Teils der Franchise. ABER: das ist auch gut so, denn Assassin’s Creed braucht dieses Jahr Pause dringender denn je, da man letztes Jahr mit Syndicate die Rechnung von Unity präsentiert bekommen hat. Aber das sollte Spielern auch lernen, dass man nicht blind vorbestellen sollte. Abgesehen davon war Syndicate zwar richtig gut, aber das interessierte aufgrund des Unity-Fiaskos keinen mehr. Man darf also hoffen, dass sich die Marke wieder rehabilitieren kann. Was die The Ezio Collection angeht: es zwingt niemand einen dazu, die Collection zu kaufen. Die Story und das Erlebnis sind jedenfalls auch 2016 noch immer top. Ergo: kaufen, wer’s noch nicht gespielt hat! Alle anderen können ja bis nächstes Jahr warten.

WERTUNG: 8/10

Wir bedanken uns bei Ubisoft für die Bereitstellung eines Testmusters.


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Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at