App-Tipp: aa

Normalerweise weigere ich mich, irgendetwas auf meinem Smartphone zu spielen außer Musik. In letzter Zeit tippe ich aber in komischen Rhythmen auf meinem Bildschirm herum.

Das liegt aber nicht etwa daran, dass ich auf einmal einen Drum-Computer auf meinem Handy habe (zugegeben, das wäre auch geil), sondern an einer ebenso einfachen wie süchtig machendem Spiel: aa. Ja, das ist ein komischer Name. Nein, ich weiß auch nicht, woher der eigentlich kommt. Aber Tatsache ist, dass die Entwickler im Beipacktext vollmundig versprechen, dass dies der Quasi-Nachfolger zum Lieblingsspiel der Prä-2000er-Generation namens Snake sein soll. So ein absurdes Versprechen musste ich als Jünger der Nokia-Schlange (3310 for life!) natürlich auf Herz und Nieren testen – könnte hier tatsächlich ein würdiger Erbe auf das Schlachtfeld der Handyapps getreten sein?

Machen wir es kurz: Jein.

Kugeln in Richtung Mitte schießen. Nichts berühren. Klingt einfach, ist aber schwer. //Bildrechte bei itunes.apple.com

Kugeln in Richtung Mitte schießen. Nichts berühren. Klingt einfach, ist aber schwer. //Bildrechte bei itunes.apple.com

Warum das ambivalente Urteil? Gehen wir’s in ein paar Bullets durch:

  • Schnelles Spielprinzip: Check. Bei aa muss man eine wachsende Anzahl an kleinen Kugeln in Richtung eines sich drehenden großen Kreises schießen. Keine der Kugeln darf eine der vorher mit dem großen Kreis verbundenen Kugeln berühren, sonst ist das Spiel vorbei. Klingt leicht? Puh.
  • Easy to learn, hard to master: Check. Wie der alte Meister beginnt auch aa gemächlich, gibt ein paar Levels Zeit, um sich zu akklimatisieren. Dann geht die Schwierigkeit aber steil nach oben – der Kreis dreht sich schneller, es sind von Beginn mehr Kugeln da, die Drehrichtung ändert sich spontan … kurz gesagt, das Spiel lässt sich mit der Zeit viel einfallen, um euch herauszufordern.
  • Gediegener Grafikstil: Der Amerikaner würde wohl „slick“ dazu sagen – der Lehrling beschränkt sich wieder Meister auf einen monochromen Stil, der nur das Notwendigste an Elementen verwendet. Das reicht auch völlig aus für ein Mobilspiel, das man sich meist keine Stunden am Stück ansieht; außerdem fühlt man sich an ein schwedisches Möbelhaus erinnert, so aufgeräumt und mit klar getrennten Elementen ausgestattet ist das alles.
  • Zeug zum ewigen Klassiker: No check. Seien wir uns ehrlich, der Markt ist einfach zu übersättigt mit starken Gegnern, die alle um Aufmerksamkeit buhlen. In zwei Monaten werden wir dieses Spiel vielleicht noch aus Nostalgie öffnen, ein paar Mal tippsen, dann löschen. Das Schicksal der modernen Zeiten

Doch auch wenn wir mit aa kein Spiel vor uns haben, aufgrund dessen wir in zehn Jahren noch in schwärmerische Tagträume mit vielen „Hach ja, damals…“ und „Ach gäbe es doch wieder…“ verfallen, ist es immer noch ein unterhaltsamer Zeitfresser für unterwegs. Vor allem, weil die Grundversion auf iOS und Android gratis ist. Wollt ihr die Werbung loswerden, müsst ihr ungefähr 1 € in Richtung des App-Stores eures Vertrauens werfen. Fair genug und somit mein persönlicher Mobile-Tipp der Woche.

Written by: Alexander Schuh

Kaffeemaschinenbelagerer Und auf einmal bin ich wieder mittendrin. Eingestiegen in diese Branche ungefähr zwei Jahre vor dem Ende des großen C, hatte ich schnell einen Narren an den Irrungen, Wirrungen und Spaßungen gefressen, die das Erstellen von interessantem Content für Leser so bieten. Umso bitterer, als die Zeit dort endete und mich zurück ins Studium trieb. Nach dem ging´s dann den “klassischen” Weg mit seriösem Job entlang – was aber auf die Dauer auch nicht reicht, wenn man einen ganzen Affenzirkus im Kopf hat, den man gerne auch mal entlüften würde. Deswegen gibt´s diese Seite mit dieser Nase und denen links und rechts von hier. Feedback gerne unter schuh@continue-magazin.at oder über Twitter.