Anarcute – die niedliche Revolution

Was passiert, wenn man das Weltunheil mit Liebe bekämpfen will? Anarcute hat die Antwort!

Schon in den 60ern lautete das Motto der Hippie-Bewegung: „Make Love. Not War“. Wie gut, dass sich diese Einstellung bis heute über Wasser gehalten hat. Wer derzeit aufmerksam die Nachrichten verfolgt und das Weltgeschehen beobachtet, wird wohl täglich mit einem kalten Schauer über den Rücken aufwachen. Dabei gäbe es einen viel besseren Weg, Ungerechtigkeit, Kapitalismus und Gehirnwäsche zu bekämpfen: mit Liebe!

Make Love. Not War.

Make Love. Not War.

Genau auf das fokussiert ihr euch in Anarcute. Ihr seid Anführer einer kleinen Revolution bestehend aus süßen, bunten und niedlichen Tierchen. Mit herzerwärmenden Schildern und fröhlichem Gesang sagt ihr dem Unrecht den Kampf an! Ihr manövriert durch enge Gassen verschiedener Städte und sammelt auf dem Weg neue Wegbegleiter ein. Hin und wieder kreuzen Polizisten euren Weg und versuchen die Demonstration aufzuhalten. Aber ihr seid mit der Macht der Niedlichkeit ausgerüstet und überlasst nichts dem Zufall!

Um die recht kurzen, dafür kontinuierlich knackigeren Level abzuschließen, müsst ihr euch wohl oder übel auch ins Kampfgeschehen schmeißen. Dieses stellt sich aber als recht simpel heraus und ihr müsst lediglich einen Button mashen, um den Widersachern den Garaus zu machen. Mit Fortlauf des Spiels erlernt ihr neue Fähigkeiten und könnt so neben kleineren Gegenständen auch Autos aufheben und nach Kontrahenten werfen oder beispielsweise Gebäude einreißen, um neue Wege zu eröffnen oder Gegner darunter zu begraben – vorausgesetzt, ihr habt genügend Demonstranten in eurem Team. Klingt plötzlich nicht mehr ganz so niedlich.

Die Polizei hat was gegen eure überschwängliche Liebe.

Die Polizei hat was gegen eure überschwängliche Liebe.

Mit der Formel „Einfach zu lernen, hart zu meistern“ ist Anarcute sicherlich eines der Spiele, welches stundenlang vor dem Bildschirm fesseln kann. Niedlicher Look, kurzweilige Level, Ohrwurm-verdächtiger Soundtrack – all das findet ihr zu einem moderaten Preis im Spiel enthalten. Leider spricht das aber auch nicht jeden an und zugegebenermaßen wird das Spiel doch recht schnell recht eintönig. Da können auch die abwechslungsreichen Boss-Levels oder der Fassadenwechsel der anderen Städte nichts dran ändern. Das Kampfgeschehen wirkt manchmal auch etwas chaotisch. Vor allem, wenn sich euch eine große Anzahl an Demonstranten angeschlossen hat. Oftmals verliert man so schnell Tierchen an Gegnern, wird von Fallen geschnappt oder von Explosionen getroffen. Man könnte zwar schnell per Ausweich-Taste der Gefahr entkommen, aber da man immer die gesamte Gruppe gleichzeitig steuert, gerät man so oft von einem Übel ins andere.

Fazit

Anarcute ist für die schnelle Unterhaltung oder Überbrückung von Wartezeiten perfekt. Perfektionisten werden ihren Meister in den Level-Beurteilungen finden, möchte man alle begehrten S-Ränge einheimsen. Zu sammeln gibt es ebenfalls genug und mit im Spiel eingeheimsten Münzen kann man auch seinen Charakter anpassen und weitere Features freischalten. Die absolute Tiefe wird man darin jedoch nicht finden und so bleibt es wohl – wie schon gesagt – bei einer eher kurzweiligen, aber dennoch niedlichen Unterhaltung.

WERTUNG: 7/10

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at