Alwa’s Awakening Review

Der Indie-Hit Alwa’s Awakening lässt Metroidvania-Herzen wieder höher schlagen.

Nachdem 3D in Videospielen vor rund 20 Jahren Einzug genommen hat stirbt die Hoffnung auf die Rückkehr von klassischen 2D Games von Jahr zu Jahr mehr. Selbst auf den Handheld-Konsolen von Nintendo ist weit und breit keine Spur mehr davon zu sehen. Seien wir demnach froh, dass u.a. Jonathan Blow und die Idee des Xbox-Live-Arcade-Programms Indie-Entwickler auf das Programm gerufen haben, die uns wieder mit solchen Perlen alter Tage beglücken können. All jene, die bereits mal ein Metroidvania-Spiel inhaliert haben, wollen umgehend mehr. Leider ist die Auswahl recht überschaubar und so erfreut es einen umso mehr, wenn ein weiterer Ableger des Genres das Licht der Welt erblickt. So nun auch Alwa’s Awakening, welches dieser Tage auf dem PC erschienen ist.

Mit dem weiblichen Hauptcharakter Zoe beschreitet ihr neue Wege und Abenteuer.

Mit dem weiblichen Hauptcharakter Zoe beschreitet ihr neue Wege und Abenteuer.

Ihr schlüpft in die Rolle von Zoe, um die Bewohner von Alwa von ihrem Albtraum zu befreien. Einst war es hier friedlich und ruhig, doch wurde das Land von der dunklen Macht von Vicar überzogen. Nun gibt es so genannte „Protectors“, die über das Land wachen, aber nur wenig Gutes im Schilde führen. Es liegt an euch, den ursprünglichen Frieden wieder einkehren zu lassen. Eigentlich seid ihr ja ein ganz normales Mädchen, das es liebt, Videospiele zu spielen. Eines Nachts döst ihr jedoch vor einem eurer Spiele ein und findet euch in der Welt von Alwa wieder, als ihr erwacht und seid plötzlich mittendrin im Geschehen. Die Story ist kurz und knackig erzählt, wie es sich für Spiele der 80er gehört. Denn an diese Zeit lehnt sich Alwa’s Awakening auch an, speziell an die guten alten Zeiten des Nintendo Entertainment Systems.

Das Grundrezept funktioniert und die Nostalgie ist allgegenwärtig.

Das Grundrezept funktioniert und die Nostalgie ist allgegenwärtig.

Eure Aufgabe ist es, die einzelnen miteinander verbundenen Gebiete von Alwa zu erkunden. Ihr werdet magische Gegenstände, wie euren Stab, und weitere Fähigkeiten finden, die ihr geschickt einsetzen müsst, um voranzukommen. So könnt ihr anfangs lediglich euren Stab schwingen und die Umgebung nutzen, um Schalter auszulösen und neue Areale zu betreten. Nach und nach werdet ihr aber nicht nur stärker, sondern mit neuen gesammelten Fähigkeiten könnt ihr plötzlich Blöcke erschaffen, die euch über Wasser gleiten lassen oder mit denen ihr höher gelegene Ebenen erreichen werdet. Später folgen dann noch weitere Kniffe, wie beispielsweise eine Wasserblase, auf der ihr leicht wie eine Feder nach oben schwebt. Oftmals kommt es auch auf die geschickte Kombination eurer Fähigkeiten und eures Könnens an, um Hindernisse zu überwinden.

Die Endgegner sind mit etwas Geschick kein Problem. Aber erstmals muss man die beste Taktik rausbekommen.

Die Endgegner sind mit etwas Geschick kein Problem. Aber erstmals muss man die beste Taktik rausbekommen.

Auch der Schwierigkeitsgrad ist recht klassisch gehalten. Ihr habt anfangs drei Lebensbalken (die ihr später durch eine mitführbare Wasserflasche erhöhen könnt) und jeder Kontakt mit einem Gegner oder dessen Attacke reduziert eure Gesundheit um eine Einheit. Umgekehrt teilt ihr natürlich auch Schaden aus, welcher jedoch nicht immer gleich bleibt, sondern davon abhängt, wie viele blaue Kugeln ihr gesammelt habt. Davon gibt es insgesamt 100 Stück über das Land verteilt und fleißigen Sammlern wird so ein sehr willkommener Schadensbonus gewährt. Dass die Wege durch Alwa nicht immer einfach sind, dafür sorgen einerseits knifflige Geschicklichkeitspassagen, die durchaus Pixel-genaue Eingaben erfordern, als auch versteckte Geheimpassagen, die auf den ersten Blick nicht immer ersichtlich sind, durch kleine Hinweise jedoch angedeutet werden. So kann man durch Wände schreiten oder in Abgründe fallen, hat man nicht nur die Umgebung gut erkannt, sondern auch die Karte genau studiert.

Der geschickte Einsatz eurer Fähigkeiten ist gefragt.

Der geschickte Einsatz eurer Fähigkeiten ist gefragt.

Die Steuerung beschränkt sich auf ein Minimum an Eingaben, sodass ihr das Spiel auch auf einem NES-Controller spielen könntet. Ihr benötigt lediglich die Eingabe der Richtungssteuerung, einen Sprung-Knopf, einen Button für Attacken und je einen für das Pausieren des Spiels und zum Wechseln der magischen Fähigkeiten. Am Art-Style hat man sich ebenfalls an Spielen für die beliebte Heimkonsole orientiert und der Soundtrack mit seinen 8-bit Chiptunes ist ein heller Wahnsinn. Ihr werdet definitiv den ein oder anderen Ohrwurm davontragen. Das Level-Design ist wirklich gut gelungen und auch das Backtracking lässt keinen Frust aufkommen, da man mit diversen Warp-Portalen lange Wege einfach abkürzen kann. Metroidvania-Fans werden entzückt sein. Alwa wartet auf euch!

Fazit

Mich hat Alwa’s Awakening auf den ersten Blick angesprochen und ich habe die Veröffentlichung mit Spannung erwartet. Letztendlich konnte mich der Anfang des Spiels nicht sonderlich überzeugen und ich musste mich dazu zwingen, weiterzuspielen. Aber ihr wisst ja, wie das ist. Neues ist immer ungewohnt und hat man einmal den Dreh raus, will man gar nicht mehr aufhören. So auch hier, denn das Spiel lässt nämlich niemals Frust aufkommen. Ihr werdet sicherlich das ein oder andere Mal sterben, dennoch müsst ihr verlorenem Fortschritt niemals nachtrauern, da sämtliche gesammelte Gegenstände erhalten bleiben und auch die aufgedeckten Stellen der Karte nicht wieder verschwinden. Demnach habt ihr lediglich einen Versuch versemmelt, ohne, dass euch viel geschehen ist. Einziger Kritikpunkt den es gibt: Alwa’s Awakening erfindet nichts neu und wird irgendwann repetitiv. Dennoch sollte das Metroidvania-Veteranen nicht stören. Wer sich zu solch einem zählt, hat für schlanke zehn Euro die Möglichkeit einen kleinen Abenteuer-Snack am PC zu genießen.

Das Spiel ist ab sofort für PC auf Steam erhältlich: http://store.steampowered.com/app/549260/

WERTUNG: 8/10

Wir bedanken uns beim Publisher für die Bereitstellung eines Testmusters.

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at