Als der letzte Fanboy starb

Nintendo. So viel Freude hast du mir in meinem Leben schon geschenkt. So viele Stunden an Spaß, Unterhaltung und Glückseligkeit. Ich dachte, unsere Liebe würde niemals enden. Dann kam die E3 2015.

Ich bin ein hartgesottener Nintendo Fan der ersten Stunde. Ich bin mit Nintendo durch dick und dünn gegangen, habe den Höhen gefrönt und die Tiefen weggesteckt. Und wir reden hier von Tiefen, die beispielsweise ein Wii Music Live-Konzert auf der E3 Stage als großes Finale einer ohnehin schwachen Show repräsentieren. Das war 2008, im selben Jahr, als Bryan Adams ein Thema in einen Song verpackt hat, das mich seit gestern Abend wieder nachhaltig beschäftigt: I Thought I’d Seen Everything till I saw you

Die Show startet. Das magische Dreieck, bestehend aus Reggie, Shiggy und Iwata-san persönlich, flimmert in Form von Muppets-Puppen über den Bildschirm. Cool. Man bringt auch heuer wieder lustige Abwechslung, wie schon in den Jahren davor, in die E3 Direct-Folge. Nur irgendwie warte ich beim Anblick von Reggie darauf, dass er jeden Moment den Steuersong zu singen beginnt. Kurz darauf nimmt die Metamorphose zu den Charakteren aus StarFox Form an. Geil. Nintendo wins E3! Was kann jetzt noch schief gehen?

StarFox

StarFox Muppets. Full of WIN.

Nach 5 Minuten Geplänkel reißt der erste Geduldsfaden. Man kann es mit langweiligen Geschichten aus dem Leben und Erklärungen, wie man die drölfte Auflage der StarFox-Reihe steuert, auch übertreiben. Bringen wir es auf den Punkt: StarFox sieht aus wie ein Mobile Game. Grafik meh. Landschaft lieblos leer. Da hat das Highlight-Reel mit Xenoblade Chronicles X kurz davor nicht geholfen. Dort lebte die Welt im Hintergrund. StarFox wirkt wie der GameCube Ableger Assault. Naja. Nächstes Spiel bitte.

Skylanders. Nintendo schließt sich mit Activision zusammen und bringt eigene Skylanders Figuren von Donkey Kong und Bowser. Hat man nun erkannt, dass man das amiibo Konzept gegen die Wand gefahren hat und rettet sich selbst, indem man mit dem Konkurrenten in einem Bett schläft? Auch egal, gebt mir Spiele!

The Legend of Zelda: TriForce Heroes für 3DS

The Legend of Zelda: TriForce Heroes für 3DS

Yeah, endlich Zelda! But wait … The Legend of Zelda: TriForce Heroes für den 3DS? Das kam unerwartet. Doch was wie ein neuer Ableger der Haupt-Reihe scheint, ist in Wirklichkeit nur ein Spinoff, wie Four Swords dazumal am GameBoy Advance. Es ist ein Multiplayer-Zelda, im Stil von A Link between Worlds. Also eigentlich eine 1:1 Kopie davon. Gut, Art-Style war nett und A Link between Worlds eines der besten Zelda Spiele überhaupt, aber der neueste Ableger wird ein reines Co-op Spiel sein. Wohlgemerkt nur zu dritt, da der Bildschirm nicht groß genug für 4 Spieler war. Ernsthaft. Ich könnte heulen. Ach: und wer keine Freunde hat, darf sich online welche suchen. Nintendo und online in einem Satz? My body is not ready.

Nächster Schauplatz: Hyrule Warriors am 3DS. War geleaked, daher wenig spannend. Ich habe 200 Stunden mit der Wii U Version verbracht und bekomme immer noch nicht genug. Für all jene, die keine Wii U besitzen und es dennoch spielen möchten: go ahead! Für mich: Schnarch. Wo bleibt Metroid?

Metroid Prime: Blast Ball. Nein. Einfach nur NEIN!

Metroid Prime: Blast Ball. Nein. Einfach nur NEIN!

Ja! JAAA! JAAAAHAAAA! WTF?
So ungefähr kann man meine Reaktionen zusammenfassen, als es tatsächlich geschah: Nach 5 Jahren kompletter Funkstille (Nein, das Nintendoland Minigame zähle ich nicht und nein, auch nicht den fünfsekündigen Auftritt in WarioWare) wurde ein neues Metroid angekündigt: Metroid Prime: Federation Force. Für 3DS. Nicht Wii U. Also der Konsole, wo man in HD Spielen kann. Mit fancy und stuff. Ya know? Nein, man bringt einen weiteren Multiplayer-Ableger einer Key-Franchise. Und was soll das überhaupt sein? Co-op Missionen im Metroid Prime Universum? Dafuq?
Als Bonus haut man auch noch Metroid Prime: Blast Ball ins Spiel. Ein Fußballspiel im Metroid Universum. Nochmals: Metroid und Fußball. [silence] … stop it Nintendo. Seriously! STAAHP IT! NAAAOOOOOO!!!

Seufz. Stimmung im Keller, pissed as fuck. Was kann jetzt die Konferenz noch retten?

Fire Emblem. War bereits bekannt aus der japanischen Nintendo Direct vor Wochen. Freuen wir uns alle drauf, aber nix Neues an Infos dabei. Danach folgt ein japanischen Random Game, ehe endlich Xenoblade Chronicles X zu sehen ist. In Japan bereits erhältlich, bei uns im Dezember. Immerhin. Ich freu mich drauf.

Coming up next: Animal Crossing amiibo Geldmaschine. In Kartenform. Ich erspar mir das mal.

Nintendo goes bananas

Nintendo goes bananas

Huch, Yoshi’s Woolly World ist auch dabei! Yoshi bringt immer Freude.
Erscheint bei uns aber bereits nächste Woche, also raus aus der PK! Ihr verschwendet Zeit, ich will endlich Games sehen, die mich vom Hocker hauen! Dass die Amis das erst im Herbst bekommen interessiert mich Nüsse. Weg da! Jetzt!

Wieder ein random Japano-Game. Nicht mal untertitelt. Wird öd. Ich gönn‘ mir mein erstes Bier zur Beruhigung.

Next up: Mario & Luigi: Paper Jam. Cool, die Reihe war immer lustig. Nur nicht die letzten Teile. Weder von Mario & Luigi, noch von Paper Mario. Wirkt unspektakulär, mal schaun. Viel Zeit zum Grübeln bleibt aber nicht, da kommt schon das nächste Mario Game: Mario Tennis. Ahja, der Klassiker. Wird auch Zeit. Leider kein System Seller.

Ob das dann Super Mario Maker wird, welches wohl zu uncool war, nur Mario Maker getauft zu werden, wird sich zeigen. Sieht jedenfalls lustig aus. Nur bin ich niemand, der stundenlang Level bauen will. Minecraft & Co. lassen grüßen. Mir leider wayne. Genauso wie die elendig lange Geschichte von Miyamoto danach. Erzählt das ein anderes Mal, da muss noch was kommen!

Und es kam auch: Let’s Super Mario. Eine Website.

Dann war Ende im Gelände. Aus die Maus. Mir fehlen die Worte.

Der Fanboy in mir ist heute gestorben.

Miyamoto smiling at no Wii U games

Miyamoto smiling at no Wii U games

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at