Yoku’s Island Express

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Yoku’s Island Express Review

Wenn ein Käfer eine Flipperkugel schiebt …

Ich habe in den letzten 25 Jahren, in denen ich mit Videospielen zu tun hatte, bereits sehr viel gesehen. Seit meinen ersten “Videospiel-Gehversuchen” mit dem Game & Watch hat sich viel getan. Doch Yoku’s Island Express ist definitiv etwas, das mir noch nie untergekommen war.

Ich habe eine starke Vorliebe für Flipperautomaten und selbst einen zuhause stehen. Es ist etwas Faszinierendes und Magisches zugleich, wenn man die Kugel aufs Spielfeld schießt und versucht den ein oder anderen Highscore zu knacken. Leider gibt es nur wenige Videospiele, welche eine große Auswahl der Tische von damals bieten. The Pinball Arcade beispielsweise war bislang bemüht, dies in einer erschwinglichen Form umzusetzen, verlor jedoch erst kürzlich die Lizenz weiterhin Flipperautomaten von Williams digital zu vertreiben. Demnach rastet künftig auch mein absoluter Favorit Red & Ted’s Road Show auf dem digitalen Friedhof. Doch abseits der Lizenzumsetzungen gibt es auch kreative Köpfe, die etwas Einzigartiges schaffen möchten und das kommt durchaus gut an. Wenn man sich rein auf das klassische Flippern bezieht, ist wohl Pinball FX3 die beste Wahl für Flipperfreunde. Wer hingegen etwas ganz Neues und Spektakuläres erleben möchte, der sollte nun gut aufpassen. Yoku’s Island Express vereint nämlich das Flipper-Genre mit einem kleinen Abenteuer, das es so definitiv noch nicht gegeben hat.

Ihr schlüpft dabei in die Rolle eines kleinen Käfers, der eine Kugel an seinem Bein hängen hat. Warum und wieso spielt erstmals keine Rolle – genau so wenig, wie die Geschichte des Spiels, die zwar eine nette Rahmenhandlung bietet, jedoch lediglich der Spielwelt einen daseinsberechtigten Sinn gibt. Das eigentliche Geschehen ist nämlich das Flippern. Ihr bewegt euch hauptsächlich mit dem Control-Stick durch die verschiedenen Bereiche der Insel, kommt jedoch immer wieder an Stellen vorbei, welche Flipper an diversen Stellen platziert haben und die ihr nutzen müsst, um neue Bereiche zu erkunden. Unterwegs sammelt ihr auch Früchte ein, die zum Aktivieren von Sprungfedern oder eben auch Flippern benötigt werden, welche euch dann wiederum dabei behilflich sind, zuvor unerreichte Passagen zu meistern. Je genauer ihr die Insel erkundet, desto mehr Möglichkeiten stehen euch auch mit Fortlauf des Spiels offen. So könnt ihr beispielsweise neue Fähigkeiten erlangen, die euch mit der Umwelt interagieren lassen – sei es eine Tröte, die Sachen zerstören kann oder auch ein Rußmännchen, welches sich an Knospen festhält, damit ihr euch an zuvor unerreichte Stellen schwingen könnt. Liebevoll gezeichnete Charaktere geben euch zusätzlich noch kleine Aufgaben, die teils verpflichtend und teils freiwillig zu erledigen sind. Wer sich abseits der Geschichte in versteckte Bereiche verirrt oder die Nebenmissionen mit Handkuss annimmt wird allenfalls reichlich belohnt.

Der Soundtrack des Spiels ist ebenfalls ein angenehmer Wegbegleiter. Dieser macht einen sehr fröhlichen Eindruck und vermittelt das perfekte Insel-Feeling. Außerdem passt sich dieser perfekt an die Situationen an, egal, ob man sich an der sonnigen Oberfläche oder in den düsteren, unterirdischen Hallen befindet. Boss-Kämpfe tragen außerdem auch noch eine sehr interessante Art und Weise zu spielen bei. Mit verschiedenen Aufgaben und Helferleins müsst ihr verschiedene Widersacher mit eurer Kugel und euren Fähigkeiten zum Erliegen bringen. Das ist äußerst gut gelungen und definitiv ein Highlight des Spiels. Man merkt, wie viel Liebe in jedes noch so kleine Detail des Spiels geflossen ist und dass das Team rund um Villa Gorilla mit Herzblut bei der Sache war. Insgesamt betrachtet erwartet euch auf eurer mehrstündigen Reise durch Yoku’s Island Express ein sehr liebevolles Abenteuer der etwas anderen Art, welches nicht nur einzigartig, sondern auch für die gesamte Familie geeignet ist – angefangen von den Kids, welche noch nie etwas mit Flipperautomaten zu tun hatten bis hin zu den Flipper-Veteranen der 80er und 90er. Von mir gibt es jedenfalls eine klare Empfehlung!


Wir bedanken uns beim Publisher für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.

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Yoku’s Island Express für Nintendo Switch
Yoku’s Island Express für PlayStation 4
Yoku’s Island Express für Xbox One

The Good

  • Liebevoll gezeichneter Art-Style
  • Stimmiger Soundtrack
  • Einzigartige Idee

The Bad

  • Hin und wieder etwas zäh foranzukommen
  • Manchmal wirkt man etwas verloren, wenn man aufgrund der vagen Hilfestellungen nicht weiterweiß
9

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at