YO-KAI WATCH 3

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YO-KAI WATCH 3 Review

Aller guten Dinge sind drei.

Als Yo-kai Watch im April des Jahres 2016 das erste Mal in Europa erschienen war, wusste ich nicht so recht, was ich damit anfangen sollte. Auf den ersten Blick wirkte doch alles fast wie bei Pokémon, um nicht zu sagen, dass es gar wie ein dreister Abklatsch aussah. Doch bei genauerem Hinsehen unterscheiden sich die beiden Franchises dann doch eindeutig und ich fand relativ schnell sehr viel Freude mit Jibanyan & Co. In Japan ist der Anime bereits weit beliebter als jener der Pokémon Company, doch hierzulande kam man nur in den Genuss der ersten Staffel und auf DVD wurden gar erst 26 Folgen veröffentlicht. Es wird einem also nicht leicht gemacht, den Hype rund um die kleinen Monster aufzusaugen bzw. zu verstehen und all das in vollen Zügen konsumieren zu können. Da bleiben einem beinahe nur die Videospiele für den Nintendo 3DS und der Weg in die Untiefen des Internets, sollte man den Anime nicht außen vor lassen wollen. Da mir Letzteres zu mühsam ist und ich ohnehin immer sehr viel Spaß mit Yo-kai Watch hatte, war ich nicht nur überrascht, sondern auch ziemlich erfreut über die Tatsache, dass es Yo-kai Watch 3 nun ebenfalls über den Ozean geschafft hat. Und zwar in einer speziellen Edition, die es so in Japan gar nicht gibt, denn dort erschienen wieder mehrere Varianten, wie schon bei Yo-kai Watch 2. Der dritte Teil in Europa ist aber eine Kompilation aus der Sushi-, Tempura- und Sukiyaki-Edition, welche in Japan alle einzeln erschienen sind.

Die Story dreht sich erneut um unseren lieb gewonnenen Jungen Nathan, welcher diesmal von Japan nach Amerika zieht. Zumindest in der Originalfassung, denn das stellt in den westlichen Versionen nämlich ein Problem dar. War die Stadt der bisher erlebten Abenteuer im Westen bereits als Amerika ausgezeichnet, musste eine geniale Idee her, damit das alles überhaupt einen Sinn macht. Die deutsche Lokalisierung hatte da aber glücklicherweise bereits mit ihrer typisch deutschen Namensgebung vorgesorgt und somit auch weniger Probleme mit dem dritten Hauptteil der Reihe. Somit existiert neben dem bereits bekannten Lenzhausen nun auch die Stadt St. Peanutsburg, in der es neue, aufregende “Merikka-Yo-kai” zu entdecken gibt. Zudem gesellt sich auch ein neuer, weiblicher Charakter namens Erika Deneke hinzu, die nun, zusammen mit ihrem Partner-Yo-kai Usapyon, ebenfalls mit von der Partie ist. Das Konzept des dritten Teils ist nämlich, dass ihr zwei parallel ablaufende Geschichten zur selben Zeit erleben und ständig zwischen ihnen wechseln könnt. Das ist vor allem recht angenehm, sollte man einerseits vom derzeitigen Geschichtsverlauf angeödet sein oder auch mal nicht weiterkommen. Es hindert vielleicht ein wenig den Spielfluss, wenn man dies zu exzessiv zum Einsatz bringt. Da es jedoch keine Beschränkungen gibt, wann man wechseln darf, bleibt es euch selbst überlassen, wie ihr die beiden Geschichten erleben möchtet.

Das Kampfsystem der letzten Teile wurde auch noch einmal kräftig überarbeitet. Ehrlich gesagt, war das auch bitter nötig, da es doch recht behäbig und langweilig war, seinen Yo-kai beim Kämpfen zuzusehen. Diese greifen zwar immer noch von selbst an, sind diesmal jedoch nicht mehr auf einem Rad positioniert, welches ihr drehen müsst, um einsatzbereite Yo-kai zu wechseln. Ihr habt nun ein 3×3-Feld, welches ihr nutzen müsst, um eure Yo-kai taktisch zu positionieren. Hier geht es nicht nur um die Angriffsreihen, welche wieder durch gleiche Yo-kai-Typen verstärkt werden, sondern auch um eure Verteidigung, bei der ihr die Yo-kai in einer Linie zu eurem angreifenden Widersacher aufstellen müsst. Nur so könnt ihr effektiv Schaden abblocken. All das wirkt sich auch auf eure zu ergatternden Erfahrungspunkte aus, was ein recht gelungenes Konzept darstellt und euch definitiv mehr fordert, als noch in den ersten beiden Hauptspielen. Ansonsten ist eigentlich alles beim Alten geblieben. Ihr schlendert in eurer Stadt rum, sucht nach neuen Yo-kai und erledigt eure Aufgaben. Durch die nun mehr als 600 im Spiel enthaltenen Yo-kai wird euch auch definitiv nicht so schnell langweilig werden. Insgesamt werdet ihr gut und gerne rund 30-50 Stunden mit dem Spiel verbringen können, je nachdem, wie ausgiebig ihr alles erkunden möchtet.

Außerdem gibt es auch noch weitere Modi, welche das Spiel zu einem quasi unschlagbaren Preis-/Leistungsverhältnis hochstufen. Zum Einen könnt ihr im Modus “Zombienacht” Jagd auf untote Yo-kai machen und die Stadt vor einer Invasion schützen. Zum Anderen ist auch der “Blasters T” Modus mit an Bord, indem ihr in zufällig generierten Dungeons auf Schatzsuche gehen könnt. Dafür erhaltet ihr nicht nur zusätzliche Erfahrungspunkte, sondern auch noch ganz spezielle Yo-kai, die ihr eurer Sammlung hinzufügen könnt. Ein recht witziges Feature ist auch der Bau-‘nen-Nyan-Modus, in welchem ihr euren eigenen katzenartigen Yo-kai (wie beispielsweise Jibanyan) kreieren könnt. Neben dem Aussehen könnt ihr auch noch Techniken, Fähigkeiten und Spezialattacken wählen, um so den ultimativen Katzen-Spaß zu erleben. Auch wenn ich persönlich mit ‘nem Hunde-Modus glücklicher gewesen wäre, hatte ich auch so recht viel Spaß damit.

Fazit

Yo-kai Watch 3 stellt in meinen Augen den bislang besten Ableger der Reihe dar. Auch wenn wir ewig darauf warten mussten, durch die Änderungen am Kampfsystem und der Tatsache, dass wir sämtliche in Japan erschienenen Versionen in einem einzigen Modul bekommen, war es die Wartezeit letztendlich voll und ganz wert. Ich denke, dass sowohl langjährige Fans, als auch Quereinsteiger damit sehr viel Freude haben werden und kann es demnach nur jedem ans Herz legen. Wer sich bislang lediglich der Pokémon-Franchise gewidmet hat und mal was Ähnliches und doch wieder ganz anderes erleben möchte, ist hier ebenfalls richtig. Bleibt nur zu hoffen, dass Yo-kai Watch 4 für Nintendo Switch nicht wieder allzu lange benötigt, um auch im Westen auf den Markt zu kommen.


Wir bedanken uns beim Publisher für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.

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YO-KAI WATCH 3 für Nintendo 3DS

The Good

  • Neues Kampfsystem
  • Drei Versionen in einer
  • Mehr als 600 Yo-kai
  • Abwechslungsreiche Modi und Möglichkeiten
  • Zwei Geschichten parallel verlaufend

The Bad

  • Manche Quests glänzen weniger als andere
  • Das Umschalten zwischen den Geschichten könnte etwas Schwung rausnehmen
9

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at