Whispers of a Machine

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Whispers of a Machine Review

Ein mysteriöses Point-and-Click-Adventure.

Mein erstes PC Spiel, welches ich in meinem Leben besessen und demnach auch mehrmals durchgespielt hatte, war Galador – Der Fluch des Prinzen. Es war ein klassisches Point-and-Click-Adventure, das sich durch seinen Charme und die Geschichte bis heute in meinem Gedächtnis gehalten hat. Leider läuft dieses nur mehr auf alten Windows 2000 oder Millennium Rechnern und ist auch durch diverse virtuelle Maschinen nicht mehr zum Laufen zu bringen – zumindest war es mir in mehreren Versuchen nicht möglich. Aber die Spielelandschaft ist ja voll von anderen Adventures, die sich ebenfalls einen Platz im Rampenlicht verdient haben. Eines davon ist das nun erschienene Whispers of a Machine, welches gleich von zwei Indie-Studios entwickelt wurde – Faravid Interactive und Clifftop Games. Doch warum das so ist, wollen wir in unserem Review klären.

Ihr schlüpft in die Rolle von Vera Englund, einer Agentin der Mordkommission, die einen Vorfall in einer futuristischen Kleinstadt untersuchen soll. Als sie dort ankommt, gibt es jedoch einen weiteren, ähnlichen Mord, der darauf schließen lässt, dass man es hier mit einem Serientäter zu tun hat. Damit beginnt auch der Wettlauf gegen die Zeit, bevor noch weitere Menschen dem Übeltäter zum Opfer fallen. Es handelt sich bei Whispers of a Machine um ein klassisches Point-and-Click-Adventure, in welchem ihr von Szene zu Szenen schreitet, mit NPCs Dialoge führt, Gegenstände aufsammelt, diese kombiniert, richtig anwendet und somit des Rätsels Lösung findet. Das, was Whispers of a Machine jedoch zu einem besonderen Adventure macht, ist die Tatsache, dass ihr spezielle Fähigkeiten zur Verfügung habt, die sich je nach Spielstil ändern. Weiters gibt es eine besondere Substanz namens “Blau”, die sich in euch befindet und zu der nur ganz besondere Menschen Zugriff haben, wovon unsere Agentin natürlich eine davon ist. Diese Substanz ermöglicht euch übernatürliche Kräfte einzusetzen, welche wiederum von euren Entscheidungen und Antworten in Dialogen abhängig sind. Dabei wird immer ein Attribut eures Charakters gestärkt, je nachdem, ob ihr investigativ, emotional oder feinfühlig handelt. Das bedeutet gleichzeitig, dass sich jedes neue Spiel anders gestalten wird, da ihr auf eure Fähigkeiten angewiesen seid und sich diese von Mal zu Mal unterscheiden können, wodurch ihr bei einem weiteren Spieldurchgang andere Rätsel lösen müsst, um ans Ziel zu gelangen. Damit ist ein enormer Wiederspielwert gegeben, den man so aus anderen Point-and-Click-Adventures nicht kennt und der das Ganze recht erfrischend macht.

Abgesehen von diesen Fähigkeiten, habt ihr aber auch noch andere “Tools” zur Verfügung, die stets gleich bleiben. Zum Einen wäre da der Forensik-Scanner, mit welchem ihr eure Umgebung absuchen könnt und so interessante Objekte und POIs findet. Der Forensik-Scanner erweitert sich mit der Zeit auch um neue Filter, sobald ihr bestimmte Gegenstände oder DNA-Spuren findet. Diese könnt ihr dann wiederum einsetzen, um der Lösung eures Falls ein Stück näher zu kommen. Beispielsweise könnt ihr eine Leiche scannen und mit deren DNA-Spur dann verfolgen, wo diese Person zu Lebzeiten überall interagiert hat. So lassen sich Geheimverstecke mit wichtigen Gegenständen finden, die zuvor unauffindbar gewesen wären. Des Weiteren habt ihr noch einen Biometrie-Analysator, der die Herzfrequenz eines NPCs im Auge behält. Bei Unstimmigkeiten könnt ihr diesen so einer Lüge überführen oder weitere Informationen aus ihm oder ihr herauskitzeln. Zu guter Letzt gibt es auch noch die Fähigkeit eines Muskel-Boosts, mit dem ihr euch selbst für wenige Sekunden lang physisch stärker macht. Damit sind verklemmte Türen oder etwaige andere Objekte kein Hindernis mehr für eure Nachforschungen. All diese Fähigkeiten und auch jene, die sich nach jedem Spieltag abhängig von eurer Spielweise hinzugesellen, machen das Spiel zu einem einzigartigen Erlebnis.

Grafisch orientiert sich das Spiel ebenfalls an den guten alten Tagen, wenn auch zeitgemäß ein wenig als Hybrid-Lösung. Der Pixelstil mit den wunderschön gezeichneten Hintergründen (die quasi “künstlich” pixelig gemacht wurden) passen perfekt zusammen und auch die Animationen sind sehr gelungen. Der Soundtrack ist ebenfalls recht stimmig und untermalt die investigative Geschichte zu jeder Situation perfekt. Diese gibt auch genügend Stoff her, um unterhalten zu bleiben, wenn sie mit rund sechs Stunden Spielzeit jedoch recht kurz gehalten ist. Was dann aber doch ein wenig verwundert, ist die Preisgestaltung für dieses Spiel. Müsst ihr am PC rund 15 Euro dafür löhnen, schlägt dieses auf mobilen Geräten und Tablets mit lediglich rund 5 Euro zu buche, obwohl es den selben Spielumfang bietet. Habt ihr nun Interesse daran bekommen und liebäugelt mit einem Kauf, solltet ihr wohl zu Letzterem greifen, um den ein oder anderen Euro zu sparen. Insgesamt betrachtet ist Whispers of a Machine definitiv eine Empfehlung für eine kurzweilige Unterhaltung zwischendurch.


Wir bedanken uns beim Publisher für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.

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Whispers of a Machine für PC (Steam)
Whispers of a Machine für PC (GOG)
Whispers of a Machine für iOS
Whispers of a Machine für Android

The Good

  • Schöner Art-Style
  • Toller Soundtrack
  • Abwechslungsreiche Fähigkeiten und Lösungswege
  • Wiederspielwert

The Bad

  • Relativ kurz für ein Adventure
  • Wirkt manchmal etwas gerusht
8

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at