West of Dead

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West of Dead Review

Ein Roguelite mit Stil.

West of Dead ist eines der Spiele, die ich erst durch das Anlegen meiner Hände an einen Controller zu schätzen gelernt habe. Auf den ersten Blick konnte ich recht wenig mit dem Spiel anfangen, doch je länger ich in den dunklen Korridoren dahin kroch, desto immersiver und spannender wurde mein Erlebnis. Es ist ein Spiel, welches ihr immer wieder spielen könnt, da die Level prozedural generiert werden und so immer wieder neue, kurzweilige Durchgänge stattfinden. Es ist nicht ganz vergleichbar mit einem Binding of Isaac, aber ihr erhaltet wohl eine gute Idee davon, was euch erwartet, wenn ihr an das Meisterwerk von Edmund McMillen denkt.

Ihr schlüpft in die Rolle des verstorbenen William Mason, der ein wenig an den Ghost Rider erinnert und von keinem Geringeren als Ron Perlman gesprochen wird. Eure Location des Geschehens ist der Wilde Westen des Fegefeuers, welcher in einem stilistischen Cel-Shading-Look gehalten ist und wo eure Widersacher quasi an jeder Ecke lauern. Das Spielgeschehen ist schnell erklärt: Ihr bewegt euch von Raum zu Raum und müsst allen anwesenden Kreaturen den Garaus machen, bevor sie dies bei euch tun. In Twin-Stick-Shooter-Manier müsst ihr euch den Gegnern stellen, dürft aber auch eure Deckung nicht vernachlässigen. Dazu gibt es diverse Hindernisse, welche euch aber nur temporären Schutz bieten, da diese leicht zu zerstören sind. Außerdem ist es wichtig, eure Gegner genau zu beobachten. Sollten diese ihre Waffen nachladen müssen, ist euer Zeitpunkt gekommen, um in die Offensive zu gehen. Zudem könnt ihr auch noch Lampen zu eurem Vorteil nutzen, denn ihr könnt euch sicherlich vorstellen, dass Licht im Fegefeuer nicht gerne gesehen wird. Aber auch das bringt euch nur einen kurzen, dafür aber effektiven Vorteil, wenn alle Gegner im Effektradius paralysiert werden.

Solltet ihr eine ausgereifte Spürnase besitzen, werdet ihr sicherlich auch die ein oder andere Spezialwaffe bzw. diverse Upgrades in gut versteckten Kisten finden können, die natürlich zur effektiven Bekämpfung des Pöbels beitragen. Immer wieder zwischen den Level-Abschnitten gibt es Rast- und Upgrade-Stationen bei denen ihr euch für die nächste Aufgabe rüsten könnt. Denn, wie ihr sicherlich schon vermutet habt, bleibt es nicht nur bei einfachen Gegnern, die sich euch in den Weg stellen, sondern auch die richtig großen Kaliber sind mit von der Partie. Wie ihr seht, ist das Spiel schnell erklärt und ich bin mir sicher, dass ihr euch genau so schnell auch mit all dem zurechtfinden werdet, solltet ihr euch dazu entschließen, selbst das Fegefeuer zu betreten. Ich für meinen Teil spiele es regelmäßig für 2-3 Runden zwischendurch, wenn ich ein wenig Zeit vertreiben möchte, denn genau dafür ist es gedacht. Aber wo Licht ist, da ist natürlich auch Schatten und davon gibt es in West of Dead leider auch was. Die Steuerung ist, solltet ihr am PC spielen, ohne Controller völlig zu vergessen, und auch das Zielen mit Controller ist seltsamerweise nicht so genau, wie man sich das erwarten würde. Ich kann nicht genau sagen, was das Problem ist, aber irgendwie ziele ich oftmals unerklärlicherweise am Gegner vorbei. Teilweise sind in einem Raum auch richtig viele Scharen von Gegnern, die man unter keinen Umständen mit einer ruhigen Kugel beseitigen kann, wodurch man teilweise unfaire Tode stirbt (sollte das in unserem Zustand überhaupt noch möglich sein). Und manchmal warten Gegner schon darauf, euch anzuspringen, wenn ihr Leitern benutzt, was definitiv ein wenig unfair ist.

Fazit

Im Großen und Ganzen kann sich West of Dead aber sowas von sehen lassen und unterhält genau so sehr, wie seine Vorgänger in diesem Genre. Wobei ich das Spiel hauptsächlich ins Rogulite-Genre packen würde und nicht in jenes der Twin-Stick-Shooter. Solltet ich euer Interesse geweckt haben, so könnt ihr es mittlerweile nicht nur am PC spielen, sondern auch mobil auf der Nintendo Switch und natürlich auch den anderen Konsolen, namentlich Xbox One und PlayStation 4. Von mir gibt’s jedenfalls den Daumen hoch!


Wir bedanken uns beim Publisher für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at