WarioWare Gold

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WarioWare Gold Review

Wario ist mit einer vollen Ladung Mikrospiele zurück.

Ich kann mich noch gut an mein erstes WarioWare erinnern, welches ich mit Staunen und Entsetzen zugleich am Game Boy Advance genießen durfte. 15 Jahre ist es nun her, seit WarioWare, Inc.: Minigame Mania erschienen ist und dennoch hat die Franchise seither keinen Anreiz für mich verloren. Die gute Mischung aus den meist nur wenige Sekunden andauernden Mikrospielen und dem abgedrehten Humor ist perfekt für die ein oder andere Minuten zwischendurch. Doch seit dem letzten wahren WarioWare-Spiel sind nun bereits etliche Jahre vergangen. 2006 erschien WarioWare: Smooth Moves für die Nintendo Wii und zwei Jahre später WarioWare: Snapped! für den Nintendo DSi. Wo Ersteres noch ein vollwertiges Spiel war, konnte Letzteres nur als abgespeckte Tech-Demo für den damals neu erschienenen Nintendo DSi dienen. Danach kamen mit WarioWare D.I.Y. (2009) und Game & Wario (2013) zwar zwei ganz nette Titel, doch das eine ließ euch ausschließlich eure eigenen Spiele erstellen und das andere änderte die Formel hin zu einer überschaubaren Anzahl an Mini(!)-Spielen, sodass es nur noch wenig mit dem eigentlichen Geist von WarioWare zu tun hatte. Nun soll also die Gold-Kollektion alles wieder richten.

Am Rezept hat sich glücklicherweise nichts geändert. WarioWare Gold ist ein echtes WarioWare der Sonderklasse. Ihr habt jeweils fünf Herausforderungen in den einzelnen Klassen zu meistern. Davon gibt es drei verschiedene: die Button-Klasse, welche hauptsächlich Spiele aus der Game-Boy-Advance-Ära beinhaltet; die Gyro-Klasse, welche mit einer Auswahl an Wii- und WarioWare-Twisted!-Titeln (welches hierzulande niemals erschienen ist) auf euch wartet und zu guter Letzt noch die Touch-Klasse, welche sich an Spielen aus dem Nintendo-DS-Ableger bedient. Zählt man sämtliche Mikrospiele zusammen, dann kommt man auf mehr als 300 verschiedene, die euch stundenlang unterhalten werden. Generell wird beim ersten Durchgang der Herausforderung so lange gespielt, bis ihr die Boss-Stufe erreicht habt. Danach geht’s entweder in der Pseudo-Story weiter oder ihr spielt die gleiche Stage einfach nochmals. Denn ab dem zweiten Durchgang könnt ihr endlos lange spielen, bis eure vier Fehlversuche aufgebraucht sind. Neu ist übrigens, dass ihr nicht mehr zwangsweise sterbt, sollte das passieren. Ihr könnt euch für rund 100 Münzen ein Continue erkaufen, welches euch wieder volles Leben bringt und bei gescheitertem Mikrospiel weitermachen lässt. Münzen erhaltet ihr für den Abschluss von Herausforderungen und davon gleich jedes mal einen ganzen Sack voll. Demnach ist es nicht wirklich tragisch, solltet ihr mal 100 Münzen investieren wollen. Zwingen tut euch jedenfalls keiner dazu – ihr könnt auch ganz klassisch wieder von Vorne beginnen, um den Schwierigkeitsgrad selbst hoch zu halten.

Habt ihr alle Herausforderungen abgeschlossen, warten noch drei Kompilationen auf euch, ehe ihr den Abspann bewundern dürft. Dabei werden diese natürlich immer schneller und schwerer und bringen auch den gewissen Überraschungseffekt beim ersten Versuch mit, bevor ihr dann auch kapiert, was das Ziel der Sekundenattraktion ist. Ganz neu ist, dass WarioWare Gold das erste Mal komplett vertont ist, sprich: alle Charaktere haben euch in den gängigsten Sprachen der Welt etwas zu erzählen. Darunter auch in Deutsch, was jedoch mehr schlecht als recht gelungen ist. Einerseits ist die Stimme von Wario seinem englischen Pendant nicht ähnlich genug und somit auch unpassend zu seinem Charakter und manch andere haben leider etwas typisch “Deutsches” an sich. Spätestens wenn eine Zwischensequenz mit zwei Charakteren eröffnet wird, wovon einer aus Bayern und der andere aus dem Osten kommt, wird einem bewusst, welchen kulturellen Unterschied es zwischen Österreichern und Deutschen gibt und wie man in diesen beiden Ländern Humor definiert. Meine persönliche Meinung dazu ist, dass es einem Deutschen wohl recht gut gefallen, der Österreicher aber die Zwischensequenz aber lieber überspringen wird. Die Story ist ohnehin belanglos, denn es zählen ja sowieso nur die Mikrospiele. Und später könnt ihr in den Bonus-Sektionen dann ohnehin jede Sequenz selbst neu vertonen und ihr euren eigenen Touch verleihen. Immerhin.

Als netten Bonus könnt ihr noch Trophäen und andere kleine Spielereien aus einem Drehautomaten sammeln. Dafür benötigt ihr Münzen, die ihr wiederum durch das andauernde Spielen der Herausforderungen erhält. Quasi ein Teufelskreis, der versucht, den Preis von rund EUR 39,99 zu rechtfertigen. Prinzipiell gilt: ein Spiel ist wo viel wert, wie es einem persönlich zusagt. Hat man monatelang nichts anderes in seiner Nintendo 3DS Konsole, als WarioWare Gold, um den ein oder anderen Highscore zu schlagen, dann wird man hier bedenkenlos zugreifen können. ist man aber jemand, der ein Spiel einmal durchspielt und dann weiterzieht, wird man nach rund zwei Stunden eher unglücklich vor dem Bildschirm hängen. Länger dauert es nämlich nicht, um einmal durchzukommen. Wie dem auch sei, das Spiel selbst ist eine Hommage an die guten alten Zeiten der WarioWare-Marke und daran gibt es nur wenig auszusetzen. Nun müsst ihr einfach selbst entscheiden, ob euch die nostalgische Reise das Geld wert ist oder nicht. Für den Inhalt selbst gibt es jedenfalls ein klares WAHAHAHAHA!!!


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WarioWare Gold für Nintendo 3DS

The Good

  • Mehr als 300 abgedrehte Mikrospiele
  • Synchronisation in mehreren Sprachen
  • Wiederspielwert enorm hoch
  • Nette Bonus-Features

The Bad

  • Deutsche Synchronisation eher nichts für Ösis
  • Relativ hoher Preis für die kurze Spielzeit
8

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at