Transference

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Transference Review

Ein Horrortrip der etwas anderen Art.

Transference war eines der Spiele, auf die ich sehnsüchtig gewartet habe. Niemand geringerer als Elijah Wood mit seiner Produktionsfirma SpectreVision ist in diesem Projekt involviert, was natürlich von Haus aus bereits nach jeder Menge Aufmerksamkeit schreit. Er verspricht ein horrorlastiges Erlebnis, welches den Spieler nachdenklich zurücklässt. Und genau das hat bei mir gefruchtet. Nach dem rund drei- bis vierstündigen Trip durch eine bizarre Spielwelt, musste ich gemeinsam mit den Zusehern um mich rum meine Gedanken erst mal sortieren, um zu einem Fazit zu kommen. Es ist definitiv ein Erlebnis der etwas anderen Art.

Transference bietet euch keine recht umfangreichen oder komplexen Rätsel. Euer Fokus wird vielmehr auf die Wahrnehmung der Umgebung und kleinere Details gelegt. So ist das Audio-Design ein großer Aspekt des Projekts. Ihr hört Stimmen um euch rum oder müsst auf unterschiedliche Klänge oder Frequenzen Acht geben, um diverse Rätsel zu lösen und auch das ein oder andere Mal eure Argusaugen auspacken, wenn es darum geht, kleine Notizen oder Zeichnungen zu identifizieren. Doch in welchem Zusammenhang steht denn das alles eigentlich? Nun, ihr seid quasi in den digitalen Gedanken der Familie Hayes gefangen und erlebt die Geschichte der leicht zerrütteten Familie – Raymond, dem Forscher; Benjamin, dem Sohn und Catherine, der Frau und Mutter. Es ist eine durchaus bizarre Welt, durch die ihr schreitet, welche vorrangig in der Wohnung der Familie beheimatet ist – mit kleinen Abstechern nach draußen. Durch das Aktivieren von Lichtschaltern könnt ihr in eine andere Ebene der Gedankenwelt wechseln, wo euch ein anderer Blickwinkel auf die Geschichte gezeigt wird.

Rätsel können so durchaus auch ebenenübergreifend gelöst werden und erfordern das ein oder andere Mal auch ein gewisses Um-die-Ecke-Denken. Die Geschichte läuft natürlich sehr linear ab, um bei der Erzählung nicht durcheinander zu kommen. Um so den korrekten Verlauf sicherzustellen, gibt es hin und wieder auch “Glitches” in eurer digitalen Welt, bei dem unterschiedliche Objekte nicht geladen werden konnten. Diese gilt es durch das Erforschen eurer Umgebung zu finden und an den korrekten Positionen einzusetzen, wodurch folglich die Geschichte weitererzählt wird. Ohne detailliert auf diese einzugehen, sei euch versichert, dass Transference ein Spiel ist, auf welches ihr euch einlassen müsst. Wer einen reinen Horrortrip mit Jump-Scares erwartet, der wird größtenteils wohl enttäuscht werden. Es sind zwar solche vorhanden, aber die Geschichte regt hauptsächlich zum Nachdenken an und darf durchaus auch als eine Form von Kunst gesehen werden. Zumindest konnte diese bei unserer Spielesession einen guten und nachdenklichen Eindruck hinterlassen.

Somit darf das Spiel nur jedem ans Herz gelegt werden, der für etwas andere Erlebnisse offen ist. Es sei noch erwähnt, dass der VR-Modus des Spiels ausgezeichnet ist, ihr dieses jedoch auch gänzlich ohne diesen spielen könnt. Unsere Empfehlung ist aber natürlich, dass ihr den VR-Modus, sofern möglich, gänzlich auskostet, um die totale Immersion genießen zu können.


Wir bedanken uns beim Publisher für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.

Wer uns unterstützen möchte, kann über unseren Amazon-Partnerlink oder direkt über folgende Auswahl einkaufen. Der Preis bleibt unverändert; uns kommt jedoch ein kleiner Betrag zugute, über den wir uns natürlich freuen würden :)

Transference für PlayStation 4
Transference für Xbox One
Transference für PC

The Good

  • Immersiver Horrortrip der etwas anderen Art
  • Tolles Sounddesign
  • Hoher Produktionswert
  • Mit und ohne VR spielbar

The Bad

  • Das Betrachten der Objekte ist suboptimal, da diese immer wieder außerhalb des Sichtfelds aufpoppen, wenn man diese auswählt
  • Langsame Fortbewegungsgeschwindigkeit
  • Relativ kurze Spielzeit
8

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at