Think of the Children

By on on Reviews, 2 More

Think of the Children Review

Der Horror jeder Eltern.

Think of the Children klingt wie ein Vorgeschmack dessen, was einem im Leben so erwarten kann, wenn man sich dazu entschlossen hat, Nachwuchs in diese Welt zu setzen. Von allen Seiten hört man immer nur, dass das Leben, das man bislang gekannt hatte, dann vorbei sei und man ab diesem Zeitpunkt rund um die Uhr für jemanden Sorge tragen muss. Das Privatleben ändert sich und das soziales Engagement mit Freunden schwingt plötzlich auf regelmäßige Baby-Treffs mit seinen neuen Kontakten um, die sich selbst ebenfalls Eltern nennen dürfen. Nun möchte das Spiel aber einen ganz besonderen Aspekt des Elterndaseins beleuchten: der alltägliche Horror der Gefahren um einen rum. Wir haben das Spiel dem Reality-Check unterzogen.

Das Konzept von Think of the Children ist recht einfach gestrickt. Ihr werdet in verschiedene Levels geworfen, die euch einerseits unterschiedliche Aufgaben abverlangen und gleichzeitig sechs kleine Racker zum Aufpassen vorsetzen. Die Aufgaben reichen von “wende die Fleischlaibchen am Grill” bis hin zu “creme den Opa beim Sonnenliegen ein”. Daneben machen euch die Kids das Leben schwer, in dem sie giftige Beeren essen, mit Kinderentführern reden oder unter der zusammengebrochenen Sandburg ersticken. Was auf den ersten Blick recht lustig erscheint, stellt sich in kürzester Zeit als die wahre Definition von Frustration heraus. Generell habt ihr einige Sekunden Zeit eure Kinder zu retten bevor das Unglück passiert. Scheitern andere Aufgaben, ist dies nicht so tragisch, da es für diese nur Punkte gibt. Kinder stellen am Ende jedoch den Punkte-Multiplikator dar und sind daher essenziell für das erfolgreiche Absolvieren der Levels. Ihr könnt das nächste Level nämlich nur freischalten, wenn ihr einen gewissen Rang im vorangehenden erreicht. Nun mal eines vorweg: spielt nicht alleine! Es gibt keinerlei Balancing, die das Spiel ausgeglichen machen würde. So lautet die erfolgreiche Formel: je mehr Spieler, desto besser!

Aber selbst bei unseren Tests zu zweit sind wir schnell an unsere Frustrationsgrenzen gestoßen. Das Spiel erinnert ein wenig an Overcooked!, welches in meinen Augen genial ist. Es stellt euch ebenfalls vor eine hektische Aufgabe mit sich dynamisch ändernden Hindernissen. Aber im Gegensatz zu Think of the Children kann man, wenn man die Ausgangslage vorab studiert und sich einen koordinierten Ablauf ausredet, es sowohl alleine als auch zu zweit problemlos mit der höchsten Abschlussstufe schaffen. Bei Think of the Children ist dies de facto nicht möglich. Alleine hofft man ausschließlich darauf, dass man die Mindestanforderungen erfüllt und zu zweit strauchelt man nicht weniger, hat aber den ein oder anderen Fehler gut. Es gibt keine Lernkurve und auch keine ansteigende oder sich anpassende Schwierigkeitsstufe. Die K.I. der Kinder ist ebenfalls stumpf. Hat man sie erst mal gerettet, rennen sie ohne zu zögern zum nächsten Gefahrenherd. Man verbringt somit leider all seine Zeit damit, Kinder zu retten. Für die eigentlichen Aufgaben, welche die Punkte bringen, bleibt schlichtweg keine Zeit. Im Einkaufs-Level mussten wir beispielsweise zu zweit in der vorgegebenen Zeit insgesamt knappe 90(!) mal unsere Kinder retten. Das ist Irrsinn. Und selbst wenn man es schafft, all seine Kinder am Leben zu halten: null Punkte mal sechs Kinder bringt am Ende eben auch null Punkte. Wir haben die Test-Session nach rund zwei Stunden abgebrochen, da es einfach keinen Spaß mehr machte. Demnach können wir das Spiel auch nicht empfehlen. Spielt lieber Overcooked!, das ist stressige Situationsbewältigung vom Feinsten.


Wir bedanken uns beim Publisher für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.

Wer uns unterstützen möchte, kann über unseren Amazon-Partnerlink oder direkt über folgende Auswahl einkaufen. Der Preis bleibt unverändert; uns kommt jedoch ein kleiner Betrag zugute, über den wir uns natürlich freuen würden :)

Think of the Children für PC
Think of the Children für Nintendo Switch
Think of the Children für PlayStation 4

The Good

  • Das Konzept ist prinzipiell ganz gut

The Bad

  • Die Umsetzung des Konzepts ist unbefriedigend
  • Kein Balancing
  • Im Einzelspieler-Modus ist man chancenlos
  • Kinder-K.I. nicht gut
3

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at