The Touryst

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The Touryst Review

Ab in den Süden.

Shin’en Multimedia ist ein deutsches Entwicklerstudio, welches in den letzten Jahren Berühmtheit durch ihre Nano Assault bzw. Fast Racing Spiele erlangte, auch wenn die Firmenwurzeln noch viele Jahre weiter zurückreichen. Hatte man seit jeher Spiele exklusiv für Nintendos Konsolen und Handhelds entwickelt, so war in den letzten Jahren auch der ein oder andere Ausflug auf die PlayStation 4 zu beobachten. Mit The Touryst setzt man nun erstmals auch Fuß auf die Inseln von Microsoft und bringt ein für das Studio doch eher ungewöhnliches Spiel auch auf den PC und die Xbox One bzw. Xbox Series X|S: The Touryst, welches glücklicherweise nichts mit dem furchtbaren Film mit Angelina Jolie und Johnny Depp zu tun hat.

Ihr seid ein vermutlich deutscher Tourist, der ohne viel Hintergrundgeschichte mit einem Boot an einer Insel im Norgendwo anlegt. Der Bootsfahrer, welcher euch nicht von der Pelle zu rücken scheint, ist fortan auch euer bester Freund, da ihr nicht nur diese eine Insel unsicher machen werdet, auf der ihr gerade gelandet seid, sondern noch etliche andere. In schicker Jeans, Hawaii-Hemd und Porno-Schnauzer getarnt geht ihr nämlich diversen Mysterien auf den Grund, welche die ein oder andere Insel heimsuchen. Dabei erinnert das Spiel ein wenig an The Legend of Zelda und 3D Dot Game Heroes und verlangt euch einen scharfen Spürsinn und logisches Denken ab. Kleine Rätsel pflastern euren Weg, mit deren Lösungen ihr dem Ziel des Spiels stets ein Stück näher kommt. Was das ist verraten wir euch aber nicht, da es ohnehin recht schwer zu beschreiben wäre. Aber sagen wir’s mal so: unterhaltsame Spiele müssen nicht immer mit einer logischen Erklärung glänzen, so lange man mit ihnen Spaß hat. Und das hat man bei The Touryst definitiv, auch wenn die Spielzeit von rund fünf Stunden doch recht knapp bemessen und der Spaß schneller um ist, als man vielleicht möchte.

The Touryst bietet neben dem Erkunden der Inseln und Erfüllen diverser Nebenaufgaben, die jedoch nicht ganz Nebensächlich sind, werden die meisten doch für das Abschließen des Spiels benötigt, auch eine Reihe an Dungeons, in denen ihr euer Jump ‘n’ Run Geschick zur Schau stellen müsst. Alle Rätsel lassen sich mit ein wenig Geduld und einer abstrakten Idee gut lösen, ebenso die Bosskämpfe, die jeder Dungeon für euch parat hält. Wobei ich doch einige Male an meine intellektuellen Grenzen gestoßen war und es mir unnötig schwer gemacht hatte. Aber nach einem kurzen Blick auf diverse Videoplattformen *hust* kam dann der Aha-Moment. Gut, am Ende ist dann doch alles recht logisch und vielleicht nicht immer gut kommuniziert bzw. auf den ersten Blick ersichtlich. Nichtsdestotrotz war das selten ein Anlass zum Frust und falls doch, meistens meiner eigenen Unkreativität geschuldet. Ein paar Fotos dürft ihr als Tourist dann natürlich auch schießen. Diese dienen nicht nur der eigenen Erinnerung, sondern sind auch für die ein oder andere Aufgabe und dem Fortlauf des Spiels unerlässlich. Minispiele sind ebenso mit von der Partie, wie ein klein wenig Humor, der durch die unterschiedlichen NPCs auf den Bildschirm gebracht wird. Und damit es nicht allzu Geradlinig wird, hat man auch noch ein paar Geheimnisse im Spiel versteckt, die einen doch länger beschäftigen werden und am Ende an einen geheimen Ort bringen. Grafisch konnte das Spiel bereits auf der Nintendo Switch beeindrucken und ist seit Kurzem auch für Xbox Series X|S optimiert und erstrahlt dort sogar in beeindruckendem 4K/60FPS samt HDR-Unterstützung.

Fazit

Wer die The Legend of Zelda Spiele und andere Advantures mag, der wird mit The Touryst seine Freude haben. Das Spiel kann sowohl grafisch als auch im Artstyle überzeugen und bietet einen entspannten Soundtrack als Untermalung. Die Rätsel sind gut implementiert, einige Sprungpassagen haben mir jedoch etwas sauer aufgestoßen, da diese zu sehr von Trial and Error geprägt waren. Nicht aufgrund der fehlenden Idee für die Lösung, sondern weil die Sprünge im 3D-Raum einfach nicht abschätzbar waren. Leider ist das Spiel recht kurz, aber für den Preis von rund 20 Euro doch angemessen. Wer den Xbox Game Pass abonniert hat, kann das Spiel sogar kostenfrei runterladen, was ich auch jedem schlichtweg empfehlen würde. Wer also ein paar Stunden gute Unterhaltung erleben möchte, sollte sich The Touryst nicht entgehen lassen.


Wir bedanken uns beim Publisher für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.

The Good

  • Schöner Artstyle
  • Grafisch top
  • Abwechslungsreiche Rätsel
  • Jede Menge Nebenaufgaben

The Bad

  • Rätsel mit Sprüngen im 3D-Raum etwas heikel
  • Relativ kurze Spielzeit, aber im Preis-Leistungs-Verhältnis fair
8

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at