The Shrouded Isle

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The Shrouded Isle Review

In The Shrouded Isle dürft ihr euren Game of Thrones Gelüsten freien Lauf lassen.

Zugegeben, das Spiel hat nur tangential etwas mit Game of Thrones zu tun. Aber die Häufigkeit, mit der ihr Leute in diesem Spiel als Opfer darbringt, lässt stark an das von George R. R. Martin kreierte Meisterwerk erinnern. Ihr seid in Wahrheit Anführer eines Kults. Genau genommen sogar der Hohe Priester, welcher die Wünsche eures Gottes zu respektieren weiß. Unter euch gibt es fünf verschiedene Häuser, welche allesamt verschiedene Ansichten und Eigenheiten besitzen. Um euren Gott zufriedenzustellen, müsst ihr für Ordnung sorgen und einerseits seine Wünsche erfüllen, andererseits die Verräter und Unruhestifter in euren Kreisen hinrichten. Nur wer die perfekte Balance zwischen den Häusern findet und die Aufmüpfigen eliminiert, wird am Ende erfolgreich sein.

Insgesamt erstreckt sich eine Session über bis zu 3 Jahre, die euch bleiben, um die Ziele eures Gottes zu erfüllen. Jedes Jahr besteht aus so genannten „Seasons“ – den Jahreszeiten. Davon gibt es bekanntlich vier pro Jahr und am Ende jeder Jahreszeit müsst ihr eine Person hinrichten. Um die richtige Entscheidung zu treffen, habt ihr die Möglichkeit, je nach Zustimmung eines Hauses, diverse Eigenschaften von Personen zu enthüllen. Davon gibt es zwei pro Individuum und es erleichtert eure Entscheidungen ungemein, wenn ihr so viele wie möglich davon kennt. Um mehr über die einzelnen Mitglieder in Erfahrung zu bringen und welche Auswirkungen sie mit sich bringen, wählt ihr pro Jahreszeit einen Anführer aus, den ihr in den drei Monaten der Jahreszeit gewisse Aufgaben zuteilt. Der Einfluss spiegelt sich dann in den Zustimmungsbalken der einzelnen Häuser wider. Davon gibt es übrigens fünf: Haus Kegnni steht für Ignoranz, Haus Iosefka für Eifer, Haus Cadwell für Disziplin, Haus Efferson für Reue und Haus Blackborn für Gehorsamkeit. Fällt der Balken in den roten Bereich, habt ihr ein Problem. Diesen müsst ihr in der kommenden Jahreszeit wieder in den neutralen Bereich bringen, um nicht den Unmut eures Gottes auf euch zu ziehen, was ein klassisches ‚Game Over‘ bedeuten würde.

Außerdem müsst ihr auch auf die Stimmung der einzelnen Häuser achten. Nur weil ein Balken im roten Bereich ist, heißt das nicht, dass ihr auch die Rebellion des Hauses zu befürchten habt. Das geschieht, solltet ihr Entscheidungen treffen, die dem Hause einfach nicht schmecken oder ihr Angehörige hinrichtet. Ihr müsst somit einen Kompromiss aus vielerlei Entscheidungen gehen, die euch temporär eventuell auch Nachteile bringen könnten. Schafft ihr es so, die Sündigen unter euresgleichen ausfindig zu machen und gleichzeitig die Häuser gleichermaßen bei Laune zu halten, seid ihr dem Erfolg einen gewaltigen Schritt näher. Doch ihr müsst aufpassen, dass ihr die positiven Effekte nicht zu früh im Spiel raushaut, sonst werdet ihr am Ende massive Probleme haben, das Gleichgewicht zu halten. Seid ihr nämlich am Ende einer Jahreszeit in den roten Balkenbereich gerutscht, habe ihr nur 3 Monate Zeit, dies wieder glattzubügeln. Auch die Rebellion eines Hauses müsst ihr folglich mit wohlgesinnten Entscheidungen verhindern. Schafft ihr das nicht, droht euch die Eskalation und drei Monate sind schnell mal um.

Dadurch, dass ihr lediglich rund 30 Minuten pro Session spielt, ist es nicht weiter tragisch, solltet ihr mal komplett daneben liegen. Das Spiel ist simpel, dennoch fordernd und immer gut für eine neue Runde zwischendurch. Leider ist es oftmals so, dass es zu einem ständigen Ausgleichen der Balken und Verhindern von Aufständen führt, wodurch das Spielerlebnis ziemlich leidet. Eigene Entscheidungen und Ansichten gehen dann nicht unbedingt mehr mit den notwendigen Aktionen im Spiel einher. Trifft man anfangs jedoch die richtigen Entscheidungen, gestaltet sich das Spiel um einiges einfacher. Dennoch hat man den Eindruck, dass in dem Spiel viel mehr Potential stecken würde, als man schlussendlich präsentiert bekommt. Der Grafikstil ist übrigens ziemlich simpel und dennoch passend. Untermalt von einem wohlklingenden Soundtrack fügt sich alles am Ende zu einem schönen Gesamtwerk zusammen. Ob es auf lange Zeit gesehen jedoch motivierend bleibt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Das Spiel wäre wohl am Smartphone oder Tablet besser aufgehoben gewesen, als exklusiv am PC.

Wir bedanken uns beim Entwickler für die Bereitstellung eines Testmusters.

The Good

  • Schnelle Spielesessions für Zwischendurch
  • Interessanter Art-Style und Soundtrack

The Bad

  • Nicht genug Umfang für Langzeitmotivation
  • Keine Smartphone- oder Tablet-Version
7

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at