The Persistence

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The Persistence Review

Ein nie enden wollender Horrortrip.

Seit der Ankündigung der PlayStation VR warte ich persönlich immer wieder auf Spiele, die mich einfach in den Bann ziehen. Das haben bislang jedoch leider nur wenige geschafft, da die meisten VR-Spiele eher kurzweilige Spielereien sind und nichts, was einen lange bei Laune hält. Nur wenige Titel konnten bislang überzeugen, darunter auch der Horror-Klassiker Resident Evil 7. Nun schlägt mit The Persistence ein weiterer Vertreter dieses Genres auf, welcher gerne in die Fußstapfen der Mutter aller Horror-Spiele treten möchte. Die Vorzeichen dafür stehen recht gut, denn ich hatte das Projekt lange verfolgt und mir davon einiges erwartet. Nun, nach etlichen Stunden an Spielzeit, denke ich, dass es durchaus meinen Erwartungen gerecht wird.

Lange konnte ich nichts mit Rogue-like(-like) Spielen anfangen, ehe mich The Binding of Isaac letzten Endes eines besseren belehrt hat. Das jedoch auch erst recht spät auf der Nintendo Switch, die einfach die perfekte Konsole für alles zu sein scheint. Danach kippte ich unzählige Stunden in die Versuchung, “nur noch eine” Runde zu spielen und genau das gleiche Phänomen erlebte ich auch mit The Persistence, welches sich mit VR-Headset zwar nicht ganz so gut für den mobilen Modus eignet, dafür aber jede Menge Suchtpotential mit sich bringt. Ihr spielt den einzigen Überlebenden einer gescheiterten Erkundungsmission im Weltall. Eure Crewmitglieder sind zu herumwandelnden Zombies mutiert und warten nur darauf, euch die Lichter auszuknipsen. Da sich euer Kolonisationsschiff jedoch am Rande eines schwarzen Lochs befindet, ist schnelles Handeln gefragt. Ihr müsst durch die dunklen und von Zombies übersäten Räume schleichen, um die Reparatur des Schiffes zu bewerkstelligen und es wieder zurück auf die Erde zu schaffen.

Dazu steht euch anfangs recht wenig zur Verfügung. Eine einzelne Waffe, die aus dem Genick der Zombies Stammzellen entzieht und diese unschädlich macht. Stammzellen benötigt ihr für Upgrades, die permanent anwendbar sind, solltet ihr mal sterben. Und das werdet ihr recht häufig. Aber das ist auch das Schöne daran, denn jeder neuer Durchgang, der komplett zufällig aufgebaut ist, stellt weiteren Fortschritt dar. Waffen und andere Upgrades bleiben euch jedoch nur für den jeweiligen Durchgang erhalten, wodurch es zwar zu einem schnellen Aufrüsten kommt, selbiges jedoch auch für das Abrüsten gilt, solltet ihr unachtsam sein. Warum ihr nach einem Tod jedoch noch immer weiterspielen könnt, wird im Spiel erklärt. Es wird mehr oder weniger eine weitere und verbesserte Kopie eurer selbst erschaffen – aber Genaueres sollt ihr am Besten selbst herausfinden.

Der VR-Modus ist recht gut gelungen und bietet euch einige Einstellmöglichkeiten. Ihr könnt beispielsweise eure Komfort-Optionen so verändern, dass ihr die Kameradrehung nahtlos oder in fixen Winkelgraden einstellen könnt – je nachdem, was euch und eurem Magen zusagt. Die grafische Repräsentation in der Brille ist recht ansprechend, wirkt aber an vielen Orten recht dunkel. Die Immersion ist trotzdem kaum zu überbieten, da einerseits das Sounddesign wirklich gut gelungen ist und die Angst, einem Zombie über den Weg zu laufen, dem Spieler ständig im Nacken sitzt. Auch die Schreckmomente, wenn plötzlich einer neben euch steht sind genial. Ich habe mich kaum in einem Spiel so unwohl gefühlt, wie in diesem. Und das ist ein beinahe schon unübertreffliches Lob.

Ihr müsst für euch selbst entscheiden, wie ihr vorgeht, was sich sich eben auch auf die K.I. auswirkt. Schleicht ihr euch entweder mit wenig Munition durch die Räume und schaltet die Zombies nach und nach aus oder macht ihr mit prall gefüllten Munitionsvorräten einen auf dicke Hose – die Entscheidung liegt bei euch. Letzteres artet dann aber schnell in einem hektischen Gemetzel aus, auf das ihr besser gefasst seid. Denn wer eine Magnum abfeuert, braucht natürlich nicht zu denken, dass der Rest der Crew das nicht mitbekommen hat. Dann beginnt man auch plötzlich zu zweifeln, ob man hinter sich wohl bereits alles dem Erdboden gleichgemacht hat. Falls nicht, ist es wohl auch für’s Beten zu spät.

The Persistence bietet obendrein noch einen innovativen Weg an, weitere Zuseher auf der Couch in das Gameplay miteinzubeziehen. Diese können sich eine Smartphone-App für das Spiel aus dem jeweiligen Store herunterladen und damit direkt am Spiel teilhaben. Spieler können dann Zombies vom VR-Spieler weglocken oder auf welche hinweisen, mit Türen interagieren, mehr Lichter einschalten, Pfade zur Orientierung markieren, Waffen oder auch Gesundheitspakete erscheinen lassen oder auch all das gegen den VR-Spieler verwenden, um ihm das Leben schwerer zu machen. Allenfalls ist es ein recht lustiger Weg, auch andere Spieler zu integrieren. Insgesamt betrachtet ist The Persistence ein absolut empfehlenswerter VR-Titel für all jene, die entweder auf Rogue-likes stehen oder gerne den ein oder anderen Horror-Moment erleben möchten. Für rund EUR 29,99 ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, denn ihr werdet definitiv die ein oder andere Stunde auf täglicher Basis darin versinken.


Wir bedanken uns beim Publisher für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.

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The Persistence für PlayStation 4

The Good

  • Toller Rogue-like Horror-VR-Titel mit hohem Wiederspielwert
  • Gutes Sounddesign und Horror-Feeling
  • Viele verschiedene Waffen und Upgrades mit unterschiedlichen Aspekten
  • Mit Companion App am Smartphone auch mit anderen Spielbar
  • Jede Menge Komfort-Optionen bzgl. VR

The Bad

  • Teilweise recht dunkel
  • Hoher Schwierigkeitsgrad mit steiler Lernkurve
8

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at