The LEGO NINJAGO Movie Video Game

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The LEGO NINJAGO Movie Video Game Review

Die Ninjas sind los – im LEGO-Style!

Ich war immer schon ein großer LEGO Fan – wie könnte man das auch nicht sein? Vor allem als kleiner Bub war ich regelrecht süchtig nach der Erschaffung neuer Gebilde und Vehikel, mit großer Vorliebe zu LEGO Technik Produkten. Jetzt im „fortgeschrittenen Alter“ bin ich nicht mehr ganz so häufig mit den Steinchen kreativ, als ich es mir gerne wünschen würde. Aber nicht, weil es mich nicht mehr reizen täte, sondern eher, weil ich dazu schlichtweg nicht mehr die Zeit habe. Doch was im realen Leben nicht stattfinden soll, das hole ich immer wieder mit diversen Spielen der LEGO Reihe nach, wie in diesem Falle mit The LEGO NINJAGO Movie Video Game. Ob das was getaugt hat und gut investierte Zeit war, möchte ich euch nun erläutern.

Auch wenn ich noch nicht die Chance wahrnehmen konnte, den neuesten Kinofilm der NINJAGO Franchise zu sehen, so sehr trachtete ich bereits nach dem Videospiel. Als nach wie vor bekennender Fan der Power Rangers, erinnert NINJAGO nur allzu sehr an die Action-Kämpfer in den bunten Overalls. Kai ist der Elementarmeister des Feuers, Jay der Blitze, Zane des Eises, Nya des Wassers und Cole der Erde. Ach und dann war da natürlich noch La-Loyd äh… Llyod, der den grünen Ninja repräsentiert. Alle haben im Übrigen auch ihre verschiedenen Mechs mit denen sie in den Kampf ziehen. Nur die Verwandlungs-Sequenz mit rockiger Musik bleibt leider aus 😉

Euer Gegenüber ist Lord Garmadon, der auf regulärer Basis die Stadt angreift und alle in Aufruhr, Angst und Schrecken versetzt. Bislang wurde dieser von Master Wu in Schacht gehalten und daran gehindert die Stadt zu vernichten. Doch ausgerechnet an Lloyds Geburtstag sollte erneut ein Angriff stattfinden. Diesmal konnten die Ninjas jedoch die Oberhand behalten und Lord Garmadon in die Flucht schlagen. Doch dieser schmiedet bereits einen neuen Plan. Er baut sich einen Riesen-Mech in Form einer Krabbe inklusive Immunität gegen herkömmliche Waffen, um erneut zurückschlagen zu können. Gesagt, getan. Der Angriff endet zu Gungsten Lord Garmadons, wodurch die Ninjas dazu gezwungen werden, ihr inneres Spinjitzu zu finden, um auch ohne Mechs zurückschlagen zu können. Die Reise der Selbstfindung beginnt.

The LEGO NINJAGO Movie Video Game präsentiert sich dabei in bereits gewohnter, jedoch leicht abgeänderter Form. Ihr zieht von Level zu Level, um darin kleine, teils zusammenhängende Rätsel zu lösen, die euch den Weg zum nächsten Gebiet ebnen. Immer wieder tauchen Gegner auf, denen ihr eine auf die Zwölf gebt. Hier kommt das erste mal das neue dynamische Kampfsystem zu Einsatz, welches auf verschiedenen Fähigkeiten und Angriffstechniken der Ninjas zurückgreift. So müsst ihr nicht mehr ganz so stupide auf die LEGO Figuren einklopfen, wie bisher üblich. Durch Ninja-Marken, die ihr mit Fortlauf des Spiels erhaltet, könnt ihr bis zu drei Verbesserungen bei jeder Angriffstechnik freischalten. Dabei reichen die Kampfkünste von einer starken Stampfattacke auf den Boden bis hin zu wilden Schwert-Orgien in den Lüften. Upgrades verstärken das Ganze natürlich.

Die Rätsel in den Level sind wieder gut versteckt und teils erst nach einmaligem Durchspielen komplett zugänglich. Beim ersten Mal wird sich euer Pfad eher dem roten Faden beugen und abgesehen von kurzen Abstechern für Bonus-Charaktere oder goldene Steine schnurstracks zum Ziel bewegen. Das Zusammenbauen von LEGO Teilen hat diesmal ebenfalls einen Twist. Ihr könnt diese nämlich für bis zu zwei Werke hernehmen. Zuerst könnt ihr ein Kunstwerk vollenden, welches euch Zugang zu einem neuen Schalter gibt oder einen Mechanismus auslöst, ehe ihr dieses wieder zerstören könnt, um ein weiteres Gebilde zu bauen, das euch einen weiteren neuen Weg offenbart. Mit den verschiedenen Waffen der Ninjas könnt ihr ebenfalls unterschiedliche Mechanismen aktivieren und mit euren Spinjitzu-Fähigkeiten auch neue Bereiche freilegen.

Die Objekt-Markierung mittels Spinjitzu-Fähigkeit erfordert jedoch millimetergenaues Anvisieren und schlägt beim ersten Mal oft fehl. Auch die Steuerung an sich ist manchmal etwas zickig und im Hinblick auf die Zielgruppe der jüngeren Generation, möchte ich nicht wissen, wie viele Nerven die beim präzisen Navigieren durch die Hindernis-Parcours wegwerfen. Vor allem im Co-op-Modus werdet ihr eure liebe Mühe haben. Der wirklich geniale Dynamic-Split-Screen wurde nämlich aus dem Spiel entfernt und man hat nun ausschließlich zwei fixierte Bereiche am Bildschirm, die jeweils einem Spieler zugewiesen sind. Auch, wenn man direkt nebeneinander steht. Die Sicht ist daher enorm eingeschränkt und Hindernispassagen werden so ungewollt zu einer oft frustrierenden Angelegenheit, da man nicht weit genug sieht, was vor einem kommen könnte, wenn man seinen Charakter seitwärts navigieren muss.

Das größte Problem bei diesem an sich recht unterhaltsamen und gelungenen Spiel sind die unzähligen Bugs, die den Spielspaß massiv mindern. Einerseits gibt es ein Problem mit der Sprachausgabe, die immer wieder in Zwischensequenzen zwischen Deutsch und Englisch wechselt (jedoch ohne erkennbares Muster), andererseits wird es euch sicherlich öfters passieren, dass ich einen Softlock des Spiels erlebt. Teils durch eure Spinjitzu-Fähigkeiten, die etwas auslösen sollten, es dann aber doch nicht tun und ihr die Fähigkeit nicht erneut einsetzen könnt, ohne das Spiel neu zu starten. Andererseits gibt es noch die Möglichkeit, dass ihr einen beschädigten Spielstand davontragt, so wie es mir passiert ist. Das Spiel stürzte am Ende eines Levels kurz vor dem Spielende in einer Zwischensequenz ab und nach dem erneuten Laden des Spielstands, war es mir nicht mehr möglich, voranzukommen. Ich wurde an das Ende des Levels gesetzt und hatte einen Marker, wo ich denn als nächstes hin sollte. Doch der Trigger, der mich in das nächste Level bringen sollte, wurde nicht mehr ausgelöst und die Stiege, die ich hinauflaufen konnte, war mit einer unsichtbaren Wand versehen, die mich am Weiterkommen hinderte. Ich konnte das Spiel daher nicht beenden und jegliche Versuche, diesen Status zu umgehen, waren erfolglos.

Daher kann ich das Spiel leider nicht uneingeschränkt weiterempfehlen. Das Spiel wurde auf der Nintendo Switch getestet und ich weiß leider nicht, ob diese Fehler auf auch anderen Konsolen auftreten. Aber im derzeitigen technischen Zustand der Nintendo Switch Version, läuft man Gefahr, Opfer von Bugs und Softlocks zu werden. Ich hoffe, dass man hier schleunigst ein Update nachreicht und ihr das Spiel bedenkenlos zu eurer LEGO Sammlung hinzufügen könnt, solltet ihr – so wie ich – ein großer Fan davon sein.

Wir bedanken uns bei Warner Bros. Interactive Entertainment für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.


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The Good

  • LEGO Humor wie gewohnt
  • Vollständig zu zweit im Co-op spielbar

The Bad

  • Bugs, Abstürze und Audio-Probleme
  • Dynamic Split-Screen nicht mehr vorhanden
  • Story sehr hektisch erzählt
  • Softlocks möglich
6.5

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at