The Legend of Zelda: Link’s Awakening

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The Legend of Zelda: Link’s Awakening Review

Zurück in die Kindheit.

In meinen ersten Tagen als Nachwuchs-Videospieler auf dieser Welt war der Game Boy mein ständiger Begleiter. Aus budgetären Gründen und der Abhängigkeit meiner Eltern gab es jedoch nicht ganz so viele Module in meinem Koffer, der nicht nur die Unterhaltungssoftware beherbergte, sondern auch diverse Game-Boy-Lupen, Lichter und sonstigen Kram, beim Anblick dessen man heute wohl nur die Hände vor dem Gesicht zusammenschlagen würde. Jedenfalls gab es da einen kleinen Helden, der mir bis dahin kein Begriff war. Die Rede ist natürlich von Link und den Spielen der The-Legend-of-Zelda-Reihe. Mein erstes Abenteuer mit dem grün gekleideten Elfenjungen war das am Nintendo 64, wodurch ich auch tatsächlich immer nur eine Konsole in Verbindung mit der Hit-Franchise bringe. Erst am Game Boy Advance fand ich in die mobilen Titel rein, ehe es mir am Nintendo DS wieder weniger schmeckte. Doch ein Titel wird von allen Seiten seit jeher in den Himmel gelobt, den ich zwar mal angespielt, aber nie wirklich beendet hatte. Link’s Awakening bzw. die erweiterte Version Link’s Awakening DX für den Game Boy Color war demnach ein recht unbeschriebenes Blatt für mich, weshalb ich dem Remake für die Nintendo Switch schon aufgeregt entgegenfieberte, um auch diese Lücke meines Gaming-Lebens zu füllen. Ob sich die Wartezeit gelohnt hat, möchte ich in unserem Review erläutern.

Das Erste, das einem ins Auge sticht, ist der meiner Meinung nach sehr gelungene Art-Style des Spiels. Man hat sofort das Gefühl, als würde man sich in einer nachgebauten Welt aus Plastikteilen und -charakteren befinden. Es wird umgehend eine gute Stimmung versprüht und man hat Lust und Laune sich ohne Umschweife ins Abenteuer zu werfen. Leider gibt es auch etwas anderes, das sich sofort bemerkbar macht: die massiven technischen Probleme, die das Spiel im wahrsten Sinne des Wortes ins Ruckeln bringen. Ständig schwankt die Bildwiederholungsrate zwischen 30 und 60 Bildern pro Sekunde hin und her, wenn man Gebiete wechselt, wodurch man daraus resultierend einen recht störendenden Spielablauf erhält. Verursacht wird dies durch den “Blur”-Effekt, welcher am Rand des Bildes dieses verwischt. Man kann dies leider in den Einstellungen nicht deaktivieren und besagtes Resultat wirkt sich sowohl im Handheld- als auch Dock-Modus gleich schwerwiegend aus.

Abgesehen davon bleibt das eigentliche Spiel davon jedoch unberührt und folgt der beliebten Zelda-Formel, wobei man hier natürlich bereits eine fertige Vorlage zur Verfügung hatte und das Rad nicht neu erfinden musste. Man hat die Welt Kachel für Kachel nachgebaut und darauf geachtet, dass trotz der vielen neuen technischen Möglichkeiten das Spiel nichts von seinem Charme von damals verliert. Es gibt nun ein 16:9 Seitenverhältnis, welches den Sichtbereich des Game Boys von 10:9 drastisch erhöht. Im Original wurde pro 160×144 Pixeln ein Bereich gezeichnet, der, sollte man zu einem der Ränder vorschreiten, auf den nächsten Bereich wechselt. Dies ist in der Nintendo Switch Version nun ein wenig anders. Hier kann man sich nun in einem recht großen Bereich frei bewegen. Es gibt besagte Übergänge zwar immer noch, aber nur wenn man ein völlig neues Gebiet betritt, was definitiv ein Vorteil ist, da jeder Bereichswechsel sonst mit einem Scroll-Effekt versehen gewesen wäre und das Spiel damit viel abgehakter wirken würde.

In den Dungeons hat man das Problem so gelöst, dass man nun einzelne Kammern mit einem schwarzen Rand sieht, in welchen man gewisse Aufgaben lösen bzw. verschiedene Gegner bekämpfen muss. Die Schwierigkeitskurve der Dungeons steigt rapide an, wodurch man zunehmend gefordert wird und sich die ein oder andere gute Lösung einfallen lassen muss. Ich bin der Meinung, dass die meisten Dungeons zwar heute noch mithalten können, man aber durch die detailgetreue Umsetzung des Game Boy Originals doch die technischen Limitierungen der damaligen Zeit merkt – nicht immer zum Besseren. Ich hatte vor allem in den letzten Dungeons eher das Gefühl mit mehr Glück als Verstand zum Erfolg gekommen zu sein. Vielleicht war auch das der Grund, warum mir damals die Game Boy Spiele nie wirklich zugesagt hatten. Die ein oder andere Verbesserung an manchen Stellen wäre wohl von Vorteil gewesen – siehe das Ocarina of Time 3D bzw. Majora’s Mask 3D Remake am Nintendo 3DS.

Wobei man natürlich fair bleiben muss und es zu erwähnen gilt, dass sehr wohl an vielen Stellen nachgebessert wurde. Allen voran das Item-Management, welches das ständige Austauschen der Items quasi obsolet macht. Schild und Schwert müssen nun nicht mehr auf einen der lediglich zwei verfügbaren Buttons gelegt werden, sondern sind ab dem Zeitpunkt des Einsammelns auf fixen Buttons zugänglich. Ein Quality of Life Upgrade, das mit Handkuss angenommen wird.

Doch auch mit dem ein oder anderen Manko macht das Spiel durchgehend Spaß und bietet wieder eine große Welt mit vielen Geheimnissen, die es zu erkunden gilt. Ein Herzteil hier, eine Muschel da und dann war da natürlich noch das Tauschgeschäft, bei welchem ihr eine Vielzahl an Items bei Charakteren gegen neue Items eintauschen müsst, bevor euch am Ende ein kleiner, aber essenzieller Schatz erwartet, den ihr unbedingt benötigt, um das Spiel abschließen zu können. Eine witzige Idee, die dann auch in Ocarina of Time in abgeschwächter Form mehrfach (Stichwort: Masken, Biggoron Schwert) vorkam.

Völlig neu hingegen ist der “Zelda Dungeon Maker“, welcher in die Mini-Fußstapfen von Super Mario Maker tritt. Boris, der olle Totengräber aus Ocarina of Time und weiteren Spielen, hat es sich ebenfalls in der Welt von Link’s Awakening gemütlich gemacht und bietet euch die Möglichkeit an, eigene Dungeons mit einem Baukastensystem zu erstellen. Je weiter ihr im Spiel voranschreitet und je mehr Kammern in findet, desto mehr Bausätze stehen euch auch für euren eigenen Dungeon zur Verfügung. Boris gibt euch erst einige Aufgaben mit denen ihr die Grundlagen des Systems kennenlernt, ehe ihr euren eigenen uneingeschränkten Ideen freien Lauf lassen könnt. Das Interface ist in Start-, Boss- und sonstige Räume eingeteilt, wovon letztere wiederum in die Anzahl der Ausgänge gruppiert und die Ausrichtung untergruppiert sind. Sprich: ihr sucht eine Kammer mit 2 Ausgängen, die sich nördlich und westlich befinden? Kein Problem, sofort gefunden!

Sollte sich in einer Kammer eine Stiege befinden, müsst ihr lediglich auch einen Ausgang dafür haben, um das Level spielen zu können. Die Art der “Unterwelt” wird dann automatisch ausgewählt. Kammern mit verschlossenen Türen benötigen natürlich einen Schlüssel, wodurch ihr auch für die nötigen Kisten sorgen müsst. Solltet ihr mehr Kisten als verschlossene Türen platzieren, wird die Verteilung der Schlüssen automatisch übernommen und der Rest der Kisten mit Rubinen gefüllt, die ihr dann auch behalten dürft. Für die Boss-Kammer wird ein Großer Schlüssel benötigt, der sich immer in der allerletzten Kiste befindet, die ihr öffnet. Dadurch ist gewährleistet, dass ihr den Dungeon immer komplett abschließen müsst, um zum Boss zu gelangen. Unsere Meinung? Bitte mehr davon! Man kann die Dungeons derzeit nur auf einem amiibo speichern und zu einem Freund mitnehmen, aber es gibt leider kein Online-System, wie bei Super Mario Maker dafür. Vielleicht erwartet uns eines Tages ja der “Super Zelda Maker“, der seinem großen Bruder in nichts nachsteht.

Fazit

The Legend of Zelda: Link’s Awakening im Jahre 2019 war ein durchaus interessantes Erlebnis. Einerseits war es “neues” Zelda-Futter für die Switch und konnte mich rund 15 Stunden lang gut unterhalten. Andererseits waren die technischen Probleme und portierten Limitierungen der 90er Jahre ein wenig suboptimal. Für all jene, die den Game Boy (Color) Teil vergöttern, ist es definitiv ein wahr gewordener Traum, da sich auch alle Zusatzinhalte von DX mit an Bord befinden. Für jene wie mich, die recht wenig mit den Handheld-Spielen anfangen konnten, ist es ein Erlebnis, welches durchaus seinen Preis rechtfertigt, das einen aber nicht mit offenem Mund zurücklässt. Dazu gibt es auch wenig bis gar keine Geschichte, die einen so fesseln würde, wie manche Teile der Zelda-Reihe zuvor. Der Art-Style und tolle Soundtrack machen es aber zu einem spielenswerten Erlebnis, das durchaus begeistern kann, das volle Potential aber leider nicht ausgeschöpft hat. Eine Kaufempfehlung gibt es aber trotzdem von uns, immerhin ist es ja nur ein Meckern auf hohem Niveau – außer das mit dem Ruckeln. Hier muss ein Patch nachhelfen!


Wir bedanken uns beim Publisher für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.

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The Legend of Zelda: Link’s Awakening für Nintendo Switch

The Good

  • Toller Art-Style
  • Toller Soundtrack
  • Detailgetreues Remake mit einigen Quality of Life Verbesserungen
  • Der Dungeon-Baukasten von Boris

The Bad

  • Technische Probleme. Allen voran die instabile Framerate, wodurch das Spiel ruckelt.
  • Manche Rätsel nicht mehr zeitgemäß und den technischen Limitierungen des Game Boys geschuldet
8

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at