The Elder Scrolls V: Skyrim

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The Elder Scrolls V: Skyrim Review

Nun könnt ihr auch auf der Nintendo Switch auf Drachenjagd gehen.

Ein Skyrim Review im Jahre 2017 – wer hätte das für möglich gehalten? Nun, da sich Bethesda (noch) nicht zu einem The Elder Scrolls VI hinreißen lässt, bleibt uns auch gar nichts anderes übrig. Nach den Remastered Fassungen für PlayStation 4, Xbox One und PC erschien kürzlich auch der allererste Port für PlayStation VR und Nintendo Switch, wovon wir uns letzteren ausgiebig angesehen haben. Die Entscheidung fiel uns dabei recht leicht: nach rund 150 Stunden, die wir in The Legend of Zelda: Breath of the Wild verbracht hatten, wollte der Hunger nach mehr Abenteuern dieser Art gestillt werden und was würde sich dafür besser eignen, als quasi die Vorlage für Breath of the Wild selbst und dazu noch auf einer portablen Konsole?

Skyrim spielt sich nicht viel anders, als auf PC oder den bisherigen Konsolenports, solange man sich für die klassische Steuerung entscheidet. Aber die Nintendo Switch Version bringt natürlich einige exklusive Goodies mit sich, wie beispielsweise auch die Möglichkeit mit den JoyCon in seinen Händen zu spielen und dabei Schwert und sonstige Waffen intuitiv zu steuern. Das funktioniert dann auch recht gut und stellt sich nicht nur als Gimmick heraus. Wobei die Bewegungssensoren nicht immer wie gewollt funktionieren. Speziell beim Bogenschießen merkt man dann doch, dass die Zielfunktion alles andere als ausgereift ist. Ansonsten hat sich nicht viel in der Welt von Skyrim geändert. Ihr seid immer noch das auserwählte Drachenblut auf der Jagd nach den Drachen dieser riesigen, mit schier endlos vielen Geheimnissen gespickten Welt. Dabei bestimmt ihr das Tempo der Erkundung und auch dessen Reihenfolge. Es gibt zwar eine Hauptgeschichte, der ihr folgen könnt, doch es hält euch in den meisten Fällen nichts davon ab auch abseits dieser die Landschaften und ihre versteckten Höhlen zu erkunden, um nicht nur neue Waffen und Drachenwörter zu erlernen, sondern auch stärker zu werden, um die Drachen dann folglich auch auslöschen zu können. Apropos: Drachenkämpfe sind ein ziemlich beeindruckendes Ereignis, welche auch nach all den Jahren zumindest anfangs beeindrucken können.

Die Welt von Skyrim ist auch ziemlich reich besiedelt und hat viel zu erzählen. Es gibt kaum einen Nebencharakter, welcher euch nicht minutenlang vollquatschen könnte, alles inklusive Sprachausgabe, versteht sich. Am Modul (oder im Basiscontent des digitalen Downloads) selbst ist lediglich die englische Sprache enthalten. Über den eShop könnt ihr euch jedoch sämtliche andere Sprachen, in denen das Spiel übersetzt wurde, herunterladen – darunter auch Deutsch. Was Skyrim auch heute immer noch zu einem unglaublich interessanten Titel macht, ist einerseits das freie Erkunden der riesigen Welt und der riesige Talentbaum, welcher in unzählige Kategorien und Zweige eingeteilt ist. Ihr werdet, je nach Einsatz eurer Waffen, Fähigkeiten oder auch Verhandlungskünste, in jeder Kategorie kontinuierlich stärker, sodass ihr mit Fortlauf des Spiels und den nötigen Level-Ups viele verschiedene Verbesserungen freischalten könnt, die euch ungemein hilfreich sein werden. Ein weiteres Element, welches euch unter die Arme greift und teilweise auch notwendig ist, um die Hauptgeschichte abschließen zu können, sind Drachenschreie. Diese lernt ihr nach dem Auffinden der dazugehörigen Runentafeln und dem Besiegen von Drachen, um ihre Seele zu absorbieren. Damit könnt ihr euch nicht nur physische Vorteile verschaffen, um zuvor unpassierbare Hindernisse zu überwinden, sondern auch in Kämpfen kräftig austeilen oder Gegner in die Flucht schlagen. Das Waffenarsenal ist recht breit gefächert und gemeinsam mit magischen Angriffen könnt ihr euren eigenen bevorzugten Kampfstil gestalten. Waffen und Rüstungen können obendrein nicht nur selbst geschmiedet, sondern auch von euch verzaubert werden.

Solltet ihr es bevorzugen, abends, nach einem harten Kampf, in euer eigenes Heim zurückkehren zu können, bietet euch Skyrim auch diese Möglichkeit. Außerdem könnt ihr ab einem gewissen Punkt im Spiel auch heiraten und Kinder adoptieren. Das und noch viel mehr zeigt, wie viele unterschiedliche Wege euch das Spiel bietet, dieses erleben zu dürfen. Nur wenige Spiele bieten einem heutzutage solch ein breites Spektrum an Möglichkeiten. Was Skyrim euch jedoch auch in großem Stiele darbietet, sind Bugs – und davon nicht zu wenige. Leider hat es Bethesda bislang nicht geschafft, auch viele Jahre nach der ursprünglichen Veröffentlichung die vielen Fehler und oftmals auch beeinträchtigenden Gamebreaker auszumerzen. Dort, wo man am PC mit Mod-Unterstützung vieles von der Community ausgebessert bekommen hat, schielt man nun neidisch hinüber. Auf den Konsolen und speziell auf der Nintendo Switch gibt es keinerlei Mod-Support, was auch bedeutet, dass es sich oftmals so anfühlt, als wäret ihr in einer Alpha-Version gelandet. Alle Features im Spiel? Let’s ship it! Und das ist ein einziges Armutszeugnis für Bethesda und Skyrim. Klar, man hat nun endlich die Möglichkeit auch unterwegs ein episches Abenteuer erleben zu dürfen, aber die Ausrede, dass das Spiel zu groß ist, um alle Bugs und Fehler verzeihen zu müssen, lasse ich seit der Veröffentlichung von The Legend of Zelda: Breath of the Wild nicht mehr gelten. Skyrim mag alt sein, aber nachdem es mehrmals als Special Edition oder Neuauflage vermarktet wurde, hätte man sich auch in der Pflicht sehen müssen, hierauf zu achten. Und das schmälert am Ende leider die Spielerfahrung und den Spaß, den ihr daran haben werdet. Spielt man ein The Legend of Zelda: Breath of the Wild, so findet man selten etwas, das nicht funktioniert, verbuggt ist oder euch am Vorankommen in der Geschichte hindert. Und so sollte sich ein Skyrim ebenfalls mittlerweile sechs Jahre nach Release zu spielen haben.

Sollte jemand aus meinem Freundeskreis Breath of the Wild gespielt haben und etwas Ähnliches auf der Nintendo Switch erleben wollen, dann werde ich ihm Skyrim mit etwas gebremster Euphorie trotzdem empfehlen. Sollte jedoch die Wahl zwischen Breath of the Wild und Skyrim fallen müssen, dann hat letzteres Spiel nur wenige Chancen.

Wir bedanken uns bei Nintendo Österreich für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.


Wer uns unterstützen möchte, kann über unseren Amazon-Partnerlink oder direkt über folgende Auswahl einkaufen. Der Preis bleibt unverändert; uns kommt jedoch ein kleiner Betrag zugute, über den wir uns natürlich freuen würden 🙂

The Good

  • Riesige offene Welt
  • Unzählige Höhlen und Geheimnisse zu erkunden
  • Sprachausgabe komplett in Deutsch
  • Mehr als 100 Spielstunden garantiert
  • Sämtlicher DLC inkludiert
  • amiibo Support bringt Link's Reckengewand

The Bad

  • Grafisch ein wenig veraltet
  • Handhabung von Steuerung und Menüführung umständlich
  • Fehler und Bugs en masse
  • Quests oftmals recht langweilig
7

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at