The Elder Scrolls Online: Summerset

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The Elder Scrolls Online: Summerset Review

The Elder Scrolls Online wird um ein nostalgisches Kapitel erweitert.

Meine Beziehung zu The Elder Scrolls ist eine recht komplizierte. Meine ersten Erfahrungen machte ich mit Teil vier, Oblivion, bei dem ich zum ersten Mal dachte, dass ich eine Raubkopie im Handel untergejubelt bekommen hätte. Das Spiel war übersät mit Bugs, präsentierte mir insgesamt vier durcheinander gemischte Sprachen sowie einige Platzhalter und war auch sonst quasi unspielbar. Doch nach mehreren Gesprächen mit Freunden und ein wenig Recherche im Internet wurde mir klar, dass dies bei The Elder Scrolls “einfach so ist”. Skyrim war hier ebenfalls keine Ausnahme und erhält selbst nach etlichen Jahren am Markt noch immer technisch grenzwertige Portierungen, wie beispielsweise für die Nintendo Switch und dennoch fiebert man immer wieder dem nächsten Ableger entgegen. Glück für Bethesda, dass die Story und das Spiel an sich am Ende doch überzeugen können. Nun wagte ich mich als jemand, welcher der Franchise eher neutral gegenübersteht, in die Online-Welt von The Elder Scrolls und besuchte Sommersend, eine Welt der neuesten (Standalone-)Erweiterung des Spiels, welche das erste Mal seit den Anfängen in The Elder Scrolls: Arena wieder in Szene gesetzt wurde. Lest nun die Erfahrungen eines Online-Neulings, der sich versuchte, in der unbekannten Umgebung wohl zu fühlen.

Egal ob man bereits hunderte Stunden in das Hauptspiel und die vorangegangenen Erweiterungen gesteckt hat oder sich eben völlig unerfahren ins Abenteuer stürzt: The Elder Scrolls Online sorgt dafür, dass man sich sofort zurechtfindet, egal woher man kommt. Ich startete also in Sommersend und machte nach einem kurzen Tutorial die ersten Bekanntschaften mit den Bewohnern der idyllischen Landschaft. Nach und nach bekommt man einige Story-Happen präsentiert, welche sowohl für die Hauptgeschichte, als auch für Nebenmissionen interessant sind. Sofort fällt auf, dass der Aufwand, der in diesem Spiel steckt, kein geringer ist. Sämtliche Dialoge sind vertont und können durchaus mehrere Minuten land andauern. Die Aufgaben, welche euch zugeteilt werden, sind ebenfalls recht umfangreich und interessant und mit jedem neuen Abschnitt erlangt ihr neue Items, Rüstungen oder auch Fähigkeitenpunkte, die ihr in das Erlernen neuer Angriffe stecken bzw. eure Magie, Ausdauer oder die Gesundheit erhöhen könnt. Es ist doch recht viel auf einmal, wodurch der Einstieg durchaus ein wenig holprig sein kann. The Elder Scrolls Veteranen werden sich aber wohl schnell zurechtfinden können, da das User Interface sämtlichen anderen Elder Scrolls Spielen ähnelt und wohl sofort intuitiv von der Hand geht. Wer sich als Neueinsteiger im Übrigen über den Schwierigkeitsgrad Sorgen macht, der sei beruhigt. Durch ein spezielles Skalierungssystem des Spiels passt sich eure Umgebung immer an euren Charakter an bzw. auch umgekehrt. So wird vermieden, dass ihr anfangs gleich unter die Räder geratet und ihr nicht unbedingt mit dem Hauptspiel beginnen müsst, sondern eben gleich in Sommersend starten könnt.

Summerset bietet für viele Spieler auch etwas ganz Neues, das mich als Einsteiger ohnehin von Anfang an begleitet hat. Es handelt sich dabei um den Psijik-Orden, welcher es euch ermöglicht, nachdem ihr euch diesem angeschlossen habt, euren Charakter völlig frei von eurer Klasse mit einem neuen Talentbaum auszurüsten. Für das vorhandene Spiel wirbelt dies einiges durcheinander, da es plötzlich neue Build-Möglichkeiten für bereits perfektionierte Charaktere eröffnet und so dem Spiel wieder frischen Wind einhaucht. Zudem wurde nun auch ein langzeitiger Fan-Wunsch in die Tat umgesetzt: das Schmieden von Schmuckstücken. Genauer gesagt könnt ihr nun eigene Ringe oder auch Halsketten anfertigen, solltet ihr im Besitz der dafür vorhandenen Materialien sein. Diese sind ziemlich rar, wodurch das Ganze eher zum Grind wird. Doch habt ihr das Business für euch entdeckt, könnt ihr die so hergestellten Schmuckstücke für Gold verkaufen und eure Taschen damit prall füllen. Ihr könnt aber natürlich auch euren Charakter selbst damit stärken, denn solltet ihr nach rund 20-30 Stunden der Erweiterung langsam aber sicher in das fortgeschrittenere Endgame schreiten, so ist sämtliche Stärke nötig, die ihr finden könnt. Es gibt auch neue Herausforderungen und Raids, wie beispielsweise gegen den Welkynaren und seinen mächtigen Greifengefährten. Mindestens 12 Spieler sind dafür erforderlich und wer am Ende als Sieger hervorgeht, wird natürlich reichlich belohnt. Für Einsteiger zwar erst zu einem späteren Zeitpunkt interessant, für Rückkehrer jedoch ein wichtiger und interessanter Punkt, der klar für die Erweiterung spricht.

Das Schöne an Sommersend ist, dass es sehr freundlich und einladend wirkt. Das Gebiet ist sehr schön, hell und farbenfroh gestaltet, wodurch man mit Freude stundenlang am Erfüllen der Quests sitzt und eigentlich gar nicht genug davon bekommen kann. Hat man sich dann aber an Summerset doch irgendwann sattgespielt und möchte neue Gebiete erkunden, kann man sich auf das in der Standalone-Erweiterung inkludierte Hauptspiel stürzen, welches durchaus Inhalte für mehrere Monate, wenn nicht gar Jahre bietet, sollte man im normalen Ausmaß an der Konsole sitzen. Ein interessanter Aspekt ist auch das ESO Plus Abonnement, welches euch einige Vorteile im Spiel bietet, wie beispielsweise unbegrenzten Lagerplatz für Materialien, zusätzlichem Gold- und Erfahrungsgewinn als auch vollständigen Zugriff auf sämtliche DLC-Inhalte und neuen darin enthaltene Gebiete. Solltet ihr also auf Morrowind & Co. schielen, dann ist dies ein relativ guter Deal für Content-Nachschub. Doch bevor beispielsweise ich als nach wie vor Neuling daran denken kann, vergeht wohl noch eine gute Weile. Immerhin wartet ja noch das Hauptspiel auf mich. Und wie ihr schon herauslesen könnt, bin ich gar nicht mehr so abgeneigt, wie ich es anfangs vielleicht selbst erwartet hätte. Das Spiel ist technisch sehr sauber umgesetzt und macht auch sonst einen relativ soliden Eindruck. Kein Vergleich zu Oblivion & Skyrim, welche mir doch noch immer schwer im Magen liegen. Auch der Soundtrack fällt einem zum positiven Gesamterlebnis auf und kann selbst dann genossen werden, wenn man mal den Controller beiseite gibt und eine kleine Verschnaufpause einlegt.

Somit kann ich als The Elder Scrolls Online Neuling vielleicht nicht den detailliertesten Einblick in die Welt geben, aber definitiv all jene beruhigen, die einen erschwerten Späteinstieg befürchten. Summerset ist tatsächlich für jedermann geeignet und bietet eine der besten Geschichten und umfangreich gestaltete Quests. Über das Preis-Leistungs-Verhältnis braucht man wohl ohnehin nicht zu diskutieren, das kann in allen Belangen überzeugen. Ich kann’s jedenfalls allen Rollenspielern und solchen, die es noch werden wollen nur empfehlen.


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The Good

  • 20-30 Stunden neuer Inhalt für bestehende Spieler
  • Nahtloser Einstieg für Neulinge
  • Komplett mit Sprachausgabe
  • Umfangreiche und interessante Quests
  • Schmieden von Schmuckstücken

The Bad

  • Anfangs ein wenig überfordernd
  • Kein Cross-Play mit PC möglich
8

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at