Syberia

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Syberia Review

Das sibirische Abenteuer landet auf der Nintendo Switch.

Syberia dürfte wohl jedem PC-Spieler dort draußen ein klingender Begriff sein und selbst die Langzeit-Konsolenspieler unter uns werden den Titel bereits das ein oder andere Mal in der Vergangenheit erblickt haben. Doch es gibt sicherlich welche, die trotz der Bekanntheit des Spiels niemals die Gelegenheit dazu hatten, es auch tatsächlich zu erleben. So auch meine Wenigkeit, die mit PC-Gaming bis heute niemals wirklich warm wurde (ich brauche einfach meinen Controller) und Point and click Adventures nicht auf Konsolen spielen wollte. Mit der Veröffentlichung von Syberia auf der Nintenso Switch wird dieses Problem nun jedoch gelöst und ich nehme die Einladung zur frostigen Abenteuerreise dankend an.

Man übernimmt die Rolle von Kate Walker, einer Anwältin aus New York, welche in ein kleines maschinenverliebtes Dorf namens Valadilène in Frankreich geschickt wurde. Dort sollte sie die Abwicklung einer Automatenfabrik im Namen eines Großkonzerns zum Abschluss bringen. Doch dort angekommen, steht sie vor einem großen Problem, denn die Eigentümerin Anna Voralberg (nein, nicht das Bundesland in Österreich) ist nur wenige Stunden zuvor verstorben und berichtet in ihrem Abschiedsbrief von einem verschollenen Bruder, den alle für tot gehalten haben. Nun muss Kate der Sache auf den Grund gehen, da dieser der einzig rechtmäßige Erbe ist und ohne seine Einwilligung die Fabrik nicht verkauft werden kann. So beginnt die Schnitzeljagd nach Hans, dem erfolgreichen Erfinder sämtlicher Maschinen, welche sie bis in den tiefsten Osten von Sibirien führt und auch einige Lebenshürden für sie parat hält.

Syberia kann auf viele verschiedenen Arten und Weisen gespielt werden. Nach einer kurzen Zeit im gedockten Modus der Nintendo Switch wechselte ich jedoch sofort in den Handheld-Modus, da dieser viel intuitiver ist und besser funktioniert. Solltet ihr den Controller und das Geschehen am großen Bildschirm jedoch bevorzugen, so funktioniert das durchaus passabel und zumindest besser, als in den Ports für die letzte Konsolengeneration. Diese hatte mit einigen Problemen zu kämpfen, welche das Entwicklerteam jedoch auf der Nintendo Switch in den Griff bekommen hat. Ihr könnt mit Kate frei rumlaufen und mit Objekten auf Knopfdruck interagieren. Der Wechsel zwischen den Gebieten funktioniert jedoch nicht ganz so reibungslos, wie erhofft. Ihr müsst dazu an den Rand der Gebiete laufen und euch ziemlich exakt an die Position stellen, die das Aktionssymbol aktiviert, um bestätigen zu können. Das funktioniert im Handheld-Modus viel einfacher und problemloser. Hier müsst ihr lediglich den Touchscreen antippen, um an bestimmte Orte zu gehen bzw. zu laufen oder mit Objekten zu interagieren.

Selbiges gilt natürlich auch für Rätsel, wobei hier das System ein wenig veraltet wirkt. Nun, Syberia war ursprünglich 2002 erschienen und das merkt man dem Spiel an einigen Stellen einfach an. Objekte können beispielsweise nicht aus dem Menü an die richtigen Stellen gezogen werden, sondern ihr müsst diese einzeln auswählen und sobald es in eurer Auswahlbox rechts unten am Bildschirm erscheint, könnt ihr Objekte oder Stellen antippen, um das Item zu verwenden. Man muss sich einfach dran gewöhnen. Da das Spiel eine Originalauflösung von 4:3 aufweist, haben die Entwickler uns einige Optionen für ein Erlebnis ohne schwarzen Balken gelassen. Wollt ihr das Spiel im Originalformat spielen, so sind an beiden Seiten verschwommene Hintergründe zu sehen, die einen passenden Eindruck der Bildschirmerweiterung vermitteln. Im 16:9 Format wird das Bild einfach gestreckt. Keine elegante Lösung, aber es funktioniert.

Außerdem gibt es die Möglichkeit, euch Hinweise am Bildschirm anzeigen zu lassen, welche Orte Geheimnisse zu erkunden beherbergen. Vor allem auf dem im Vergleich relativ kleinen Bildschirm macht dies Sinn und kann gleichzeitig auch nur dort aktiviert werden. Deaktiviert übrigens auch, sollte es gegen eure Prinzipien sein, Hilfen in Point and click Spielen anzunehmen. Aber selbst mit Hilfs-Lupen ist das Spiel ein wahrer Genuss, da die Story und die vielen sehr schön gestalteten Schauplätze auch nach 15 Jahren kein bisschen an Charme verloren haben. Syberia auf der Nintendo Switch ist eine Wohltat für Point and click Fans und ebnet auch den Weg für den zweiten Teil, welcher in Kürze erscheinen soll. Ich hoffe, dass dieses Genre ihr neues Zuhause auf der Nintendo Switch findet, da es perfekt dafür ausgelegt ist. Daher meine Empfehlung an alle, die Syberia noch nicht kennen: definitiv mal einen Blick drauf werfen!

Wir bedanken uns beim Publisher für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.


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The Good

  • Tolle Story
  • Schöne Schauplätze
  • Touchscreen-Modus bestens dafür geeignet

The Bad

  • Etwas in die Jahre gekommen
  • Controller-Steuerung nur suboptimal
7.5

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at