Syberia 2

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Syberia 2 Review

Das sibirische Abenteuer geht weiter.

Kate Walker, ihres Zeichens Anwältin aus New York, hatte in Syberia den Auftrag, die Kaufabwicklung für eine Maschinenfabrik in einem kleinen verschlafenen Dorf in Frankreich zu übernehmen. Unvorhergesehene Geschehnisse durchkreuzten jedoch ihre Pläne und so musste sie eine nicht ganz freiwillige Reise quer durch Europa bis nach Sibirien antreten, um den verschollen geglaubten Bruder der verstorbenen Eigentümerin, Hans Voralberg, zu finden. Am Ende ihrer erfolgreichen Reise, hatte Kate jedoch realisiert, dass es mehr im Leben gibt, als nur Anwältin zu sein. Sie schmeißt kurzerhand alles über den Haufen und beschließt zusammen mit Hans und Oscar auf Mammutsuche zu gehen. Schließlich muss geklärt werden, ob diese faszinierenden Wesen tatsächlich noch existieren. Und so geht die Reise weiter …

Das Abenteuer des Trios führt euch unter anderem durch die Stadt Romansburg, wo sie gezwungen sind, ihren Reisezug wieder aufzuladen. Dieser – eine Erfindung von Hans Voralberg – hat nämlich den großen Haken, dass er ohne jegliche Energiezufuhr läuft, dafür jedoch immer wieder aufgezogen werden muss. Dies bedingt, dass seine Reichweite begrenzt ist, was sich auch schon im ersten Teil als kleines Problem herausgestellt hatte. In Romansburg trifft Hans dann auf ein bekanntes Gesicht aus alten Tagen. Durch die wiedergefundenen Momente aus dieser Zeit, erleidet Hans quasi einen Nostalgie-Schock, welcher ihn völlig unpässlich macht. Auf der Suche nach Hilfe trifft Kate dann auf ein religiös-fanatisches Grüppchen, die zwar in erster Linie ihre Hilfe anbieten, jedoch Hans lieber gefangen halten, da die Vermutung nahe liegt, dass dieser von bösen Dämonen besessen ist. Aber ohne jetzt gleich zu viel von der Geschichte zu verraten: das und noch viele weitere Hindernisse gilt es in Syberia 2 zu bewältigen.

Technisch ist das Spiel ungefähr mit Syberia zu vergleichen, welches wir bereits in unserem Test beleuchtet haben. Es ist ein recht gelungener Port, welcher in einigen Bereichen definitiv besser funktioniert, als die Umsetzungen für die letzte Konsolengeneration. Es ist aber nach wie vor ein etwas veraltetes System, welches durchaus ein kleines Feintuning vertragen hätte können. Dafür gibt es wieder jede Menge Schauplätze und dazugehörige Rätselpassagen, die sich sowohl mit Logik als auch Trial-and-Error lösen lassen. Teilweise sind die Hinweise zu den Kopfnüssen jedoch sehr rar gesät oder nicht ganz klar. Oftmals sind die Hinweise bzw. Objekte, mit denen ihr interagieren müsst, auch leicht zu übersehen. Letzteres Problem fällt zumindest weg, solltet ihr im Handheld-Modus mit der Anzeige von Hinweisen spielen, was ich jedem empfehlen würde, der das Spiel etwas frustfreier hinter sich bringen möchte, als wenn man alles auf eigene Faust versucht, herauszufinden. Optisch ist das Spiel wieder recht schön anzusehen, auch wenn dieses schon einige Jahre auf dem Rücken hat. Ihr habt wieder die Wahl zwischen dem originalen 4:3 Modus oder einem gestreckten 16:9, was zwar suboptimal ist, jedoch nicht weiter stört, hat man sich mal daran gewöhnt. Der Soundtrack und die generelle Stimmung des Spiels ist diesmal sehr viel melancholischer als zuvor, was jedoch durch die ulkigen (aber oft auch nervigen) Konversationen mit Oscar wieder aufgepeppt wird.

Fazit

Syberia 2 ist wie schon sein Vorgänger ein absolut liebevolles Point-and-click Adventure, welches durch eine solide Portierung auf die Nintendo Switch überzeugen kann. Die kleinen Verbesserungen an vielen Ecken sind ein Zeichen dafür, dass man sich hier Mühe gegeben hat, auch wenn es hin und wieder zu technischen Schwierigkeiten kommen kann. Aber abgesehen davon hat man sich auch Problemen aus dem ersten Teil angenommen und mit Teil zwei verbessert. Obendrein wurden einige Rätsel, die am PC für Kopfweh gesorgt hatten, vereinfacht, um nicht ganz so ratlose Gesichter zu hinterlassen. Insgesamt betrachtet dürfte Syberia 2 für Nintendo Switch die ultimative Version auf dem Markt sein und zeichnet sich dadurch natürlich als absolute Empfehlung für alle Point-and-click Fans aus!

Wir bedanken uns beim Publisher für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.


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The Good

  • Abermals eine tolle Story
  • Schöne Schauplätze
  • Touchscreen-Modus bestens dafür geeignet
  • Viele herausfordernde Rätsel

The Bad

  • Etwas in die Jahre gekommen
  • Controller-Steuerung zwar besser als in Teil eins, jedoch immer noch nicht ganz optimiert
8

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at