Sword Legacy: Omen

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Sword Legacy: Omen Review

Die Geschichte von König Arthur als strategisches RPG.

Wer kennt ihn nicht, den guten alten König Arthur und seine Tafelrunde. Die Geschichte wurde nicht nur oft verfilmt, sondern auch bereits in spielbarer Form umgesetzt. Hier gesellt sich Sword Legacy: Omen hinzu, welches mit seinem Comic-Look und abwechslungsreichen rundenbasierten Kämpfen punkten möchte. Die Messlatte liegt jedoch hoch, denn altbekannte Genrevertreter à la XCOM & Co. lassen diese beinahe schon unerreichbar wirken. Doch der ein oder andere Kniff, macht die Geschichte rund um das düstere, gebrochene Britannien zu einer recht unterhaltsamen und vielleicht auch empfehlenswerten.

Wir legen unseren Fokus nicht wirklich auf die Geschichte, obwohl diese stets im Mittelpunkt steht. Nicht, weil wir sie unwichtig oder gar schlecht erzählt finden, sondern, weil wir uns auf das Gameplay fokussieren möchten. Ich kann ohnehin nicht beurteilen, wie historisch korrekt all das ist. Dazu sind meine Künste als Historiker vor langer Zeit auf der Strecke verkümmert. Allenfalls kann die Präsentation aber durchaus beeindrucken, da nicht nur die Szenen der Geschichte wunderschön und mit einem unverkennbaren Stil gezeichnet wurden, sondern, weil das Spiel auch englische Sprachausgabe bietet und dabei komplett in Deutsch untertitelt ist. So auch das gesamte Spiel, was einem das Verstehen des Systems enorm erleichtert, sind solche Taktik-Spiele oft doch recht komplex. Wer XCOMMario + Rabbids Kingdom Battle oder auch Fire Emblem gespielt hat, der kann sich bereits ein gutes Bild davon machen, was einen in Sword Legacy: Omen erwartet. Gepaart mit einigen Erkundungspassagen, die zwar nur aus mehr oder weniger linearen Aufgaben, wie dem Finden von Schlüsseln oder Auslösen von Schaltern, bestehen, bildet sich jedoch ein schönes Gesamtpaket, welches sich über fünf verschiedene Gebiete erstreckt.

Mit dem Fortlauf der Geschichte gesellen sich euch kontinuierlich neue Gesichter hinzu. Dabei repräsentiert jedes von ihnen eine eigene Klasse, die von euch erkundet und ausprobiert werden möchte. Eure Party kann bis zu vier Spieler gleichzeitig am Feld haben und nicht nur mit Kampfhandlungen, sondern auch anderen Aktionen und Fähigkeiten den Gegnern das Leben schwer machen. Dazu müsst ihr jedoch stets auf der Hut sein, denn jede eurer Aktionen kostet auch gewisse Aktionspunkte, mit denen ihr haushalten müsst. Jede Fortbewegung zieht euch einen Punkt von eurem Konto ab und auch jede Kampfhandlung greift nochmals tief in den Aktionsbeutel. Ihr müsst also genau wissen, wie viele Schritte ihr gehen müsst, um angreifen zu können und bestenfalls schützt ihr euch anschließend auch noch vor dem drohenden Gegenangriff. Dabei ist auch die Richtung, in die ihr schaut von enormer Wichtigkeit. Ihr könnt eure Charaktere jederzeit drehen, um so Gegenangriffe besser abwehren zu können. Schleicht sich ein Gegner jedoch hinter euch und greift an, seid ihr natürlich ungeschützt und erleidet mehr Schaden. Selbiges gilt natürlich auch für eure Gegner. Außerdem könnt ihr mit aktiven und passiven Fähigkeiten, welche ihr durch euer Ansehen aufgrund des Sammelns von Dokumenten freischaltet, im Kampf punkten. Davon könnt ihr ingesamt vier aus zehn verschiedenen für jeden Charakter auswählen und zu eurem Vorteil nutzen.

Objekte auf dem Schachbrett ähnlichen Spielfeld lassen sich auch bewegen oder zerstören, wodurch ihr entweder einen Vorteil oder auch Nachteil daraus zieht. So können Charaktere durch Explosionen vom Spielfeld befördert werden oder auch Schaden durch giftige Substanzen nehmen, welche man unfreiwillig abbekommen hat, als man sich hinter einem Fass versteckt hatte, welches durch gegnerischen Beschuss plötzlich auszurinnen begann. Panik ist ein weiteres Element im Kampf, welches durchaus interessant ist. Droht dem Gegner im Kampf der beinahe sichere Sieg, so kann es schon mal sein, dass diesem die Moral entschwindet und er die schnelle Flucht ergreift, wodurch ihr den Kampf vorzeitig beenden könnt. Selbst Überläufer sind keine Seltenheit, wenn einer merkt, dass es keinen mehr Sinn hat, euch weiter zu bekämpfen. Dass diese aber alle nicht unbedingt leicht ablaufen, stellt die Ressourcenverwaltung sicher, die es wohl doch auch künstlich erschwert, so richtig ins Spiel zu finden. Kosten für erholsame Übernachtungen oder Tränke, die einen wieder aufrappeln, sind nur zu irrwitzigen Preisen erhältlich, was euer Abenteuer enorm erschwert. Fällt ein Charakter, so ist dieser lediglich mit einem Lebenspunkt bis zum nächsten Kampf geheilt – der Rest liegt an euch. Insgesamt betrachtet ist Sword Legacy: Omen aber ein recht solides Werk unter der Haube von Team17. Das rund zehnstündige Abenteuer ist zum Preis von rund EUR 17,99 für PC durchaus einen Blick für Fans des Genres wert. Wir sind dem Spiel jedenfalls durchaus positiv gestimmt!


Wir bedanken uns beim Publisher für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.

Sword Legacy: Omen für PC

The Good

  • Viele abwechslungsreiche Klassen
  • Ausgeklügelte Fähigkeiten für jeden Charakter
  • Tolles Art-Design
  • Englische Sprachausgabe, jedoch vollständig mit deutschem Text spielbar

The Bad

  • Teils künstlich erschwert
  • Erkundungspassagen recht linear
7

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at