Super Mario Maker 2

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Super Mario Maker 2 Review

Das ultimative Tool für Game-Designer von morgen.

Super Mario Maker für die Wii U war eines der verrücktesten Ideen aus dem Hause Nintendo. Wer hätte jemals gedacht, dass wir tatsächlich mal ein Tool bekommen würden, welches uns das Erstellen eigener Super-Mario-Level ermöglicht? Klar, Fan-Umsetzungen davon gab es bereits zur Genüge und auch ich hatte mich vor mehr als 15 Jahren bereits mit ähnlichen Konzepten in Game Maker auseinandergesetzt. Doch diesmal war es von offizieller Seite und gepaart mit einem Online-Service, der es uns einfach machte, die unterschiedlichen Level aus aller Welt unkompliziert auf der eigenen Konsole spielen zu können. Das Spiel wurde nach der Veröffentlichung auch über mehrere Jahre hinweg von Nintendo mit neuen Features und Möglichkeiten erweitert, wodurch es immer Neues zu entdecken gab und das innerhalb der Community stets für frischen Wind sorgte. Selbst wenn man potentiell unendlich viel Content und Zeit aus einem einzigen Vollpreisspiel holen konnte, war dies enorm wichtig für den langfristigen Erfolg bei den Spielern, zumal die Wii U ein Problemkind Nintendos darstellte.

Nachdem Super Mario Maker for Nintendo 3DS leider aufgrund fehlender Features leider ein Flop war, machte es mich beinahe schon verrückt, dass wir nach all den Portierungen von Wii-U-Spielen noch immer auf ein Super Mario Maker warten mussten. Doch meine Gebete (und wohl auch jene von vielen anderen Spielern) wurden erhört und Nintendo legte sogar noch einen drauf. Kein simpler Port, sondern gleich ein umfangreich erweiterter zweiter Teil soll auf der Nintendo Switch erscheinen! Nun ist der Tag gekommen und bereits unzählige Stunden im Spiel versenkt. Wir blicken auf die neuen Features von Super Mario Maker 2 und klären, ob es sich auch hier wieder um einen Pflichtkauf handelt.

Eines der größten Probleme der Wii U waren schlichtweg die elend langen Ladezeiten. Nicht nur die Spiele benötigten teilweise ewig, um Level zu laden, sondern auch das gesamte Betriebssystem war gähnend langsam und selbst nach einigen Patches hatte sich die Situation kaum gebessert. Es ist wohl einer der Hauptgründe, warum ich persönlich sehr ungern auf der Wii U gespielt habe und lieber auf den Nintendo 3DS ausgewichen bin. Abgesehen von der Portabilität konnte ich die Hardware zu jederzeit in einen Sleep-Modus versetzen und auch in Sekundenschnelle mein Spiel wieder fortführen. Daher kam auch meine Zeit mit Super Mario Maker viel zu kurz, als ich diese gerne gehabt hätte. Da war die abgespeckte Version für den Nintendo 3DS leider auch keine Option. Doch was für ein Glück, dass die Nintendo Switch genau diese Problempunkte eliminiert und Super Mario Maker 2 darauf einfach nur ein Genuss ist. Egal ob man Level selbst kreiert oder welche aus aller Welt spielt: der Spaß wird diesmal durch nichts gemindert.

Kommen wir zu den Neuerungen, welche Nintendo diesmal in das Gesamtpaket gepackt hat. Zu den bereits bekannten Elementen gesellen sich nun auch Abhänge mit verschiedener Steigung. Drückt ihr auf eurem Steuerkreuz nach unten, rutscht euer Charakter sogleich den Abhang runter und nimmt dabei sämtliche Gegner mit, die sich im vermeintlich in den Weg stellen. Die Sonne und der Mond stellen zwei recht interessante Elemente dar. Der glühende Fixstern ist nämlich gar nicht so fix, wie man meinen möchte, sondern ziemlich sauer auf unseren Lieblingsklempner und attackiert ihn in einem Augenblick der Unachtsamkeit. Der Mond hingegen stellt das Level im wahrsten Sinne des Wortes auf den Kopf und schraubt ein Wenig an der Gravitationskraft. Ein verdrehtes Stück Arbeit für eure Hirnzellen.

Mit Block-Schlangen könnt ihr einen fixen Pfad vorgeben, an dem sich dieses recht flexible Element orientieren soll und Ein- bzw. Aus-Schalter erlauben es euch Blöcke verschwinden oder erscheinen zu lassen, um neue Wege freizugeben oder Umleitungen für sich bewegende Elemente zu erschaffen. Zudem gesellen sich auch noch Wippen, Förderbänder, Kettengreifer, riesige Kugel-Willis, Knochentrocken Panzer, Münzen mit hohem Wert, neue Geräusche als auch variable Wasserpegel und Scroll-Einstellungen hinzu. Wer zur Abwechslung mal vertikale Level bauen möchte, dem sei dies nun vergönnt. Außerdem könnt ihr auch aus verschiedenen Zielbedingungen wählen, wie beispielsweise das Besiegen sämtlicher Gegner oder das Sammeln aller Münzen, damit man das Level abschließen kann. Twister und herabfallende Eiszapfen kitzeln genau so eure Nerven, wie auch neue Gegner-Typen sowie Bosse. Und wem das Erstellen von Levels zu langweilig ist, der kann sich diesmal auch einen zweiten kreativen Kopf dazu holen und gleichzeitig an etwas Kreativem arbeiten.

Die Steuerung des Editors ist diesmal ein Knackpunkt. Nachdem das Wii-U-Gamepad vormals für alle Bauprozesse zuständig war, während man am Fernseher das Level testen konnte, passieren diese Aufgaben nun immer auf einem einzigen Bildschirm. Steckt die Nintendo Switch im Dock, kann man lediglich mit dem Controller seine Arbeit verrichten und muss gegebenenfalls auf Tastenkürzel zurückgreifen. Bedient man die Nintendo Switch im Handheld-Modus (mit angedockten JoyCons), so kann man die umfangreichen Möglichkeiten des Touchscreens ausnutzen. Da dieser im Gegensatz zum Wii-U-Gamepad kapazitiv ist, könnt ihr auch bekannte Gesten der Smartphonewelt nutzen, um beispielsweise mit zwei Finger zu scrollen oder auch zu zoomen. Ansonsten geschieht alles so, wie ihr es von der Wii U eventuell gewohnt seid. Lediglich die Anordnung der Elemente hat sich dahingegen geändert, dass ihr nicht mehr eine lange Liste von Elementen vor euch gabt, sondern Räder, die eure Elemente je nach Thema gruppieren und somit auch für die Controller-Steuerung leicht zugänglich machen.

Völlig neu ist die Möglichkeit auch Levels im Stil von Super Mario 3D World zu erstellen. Doch einen Haken hat der gute Deal: es ist nicht möglich, während der Entwicklungsphase eures Levels den Grafikstil auf ein anderes Spiel zu ändern, ohne sämtlichen Fortschritt zu verlieren, da sich dieses doch recht umfangreich vom Bekannten unterscheidet und viele neue Elemente zur Verfügung stellt. Somit sollte man sich von vornherein klar sein, was man bauen möchte. Aber die Möglichkeit mit Katzen-Mario an Bäumen hochzuklettern und anschließend durch durchsichtige Rohre zu schlüpfen, macht das Ganze doch verschmerzbar. Außerdem kann man auch Koopas in Rennautos antreffen und mit etwas Kreativität ein Renn-Level gestalten, sodass man sich gleich an Mario Kart erinnert fühlt.

Einige Modi der Wii-U-Version sind leider nicht mehr an Bord, wie beispielsweise die 100-Mario-Herausforderung. Dafür gibt es drei neue Modi, die um ihre uneingeschränkte Aufmerksamkeit buhlen. Zum Einen wäre da mal der Story-Modus, in welchem ihr in insgesamt 100 Leveln die unterschiedlichen Möglichkeiten des Spiels präsentiert bekommt und gleichzeitig auch das Schloss von Prinzessin Peach neu aufbaut. Das sind gleichzeitig 100 Level, die von Nintendo selbst kommen und damit eine gewisse Qualität aufzuweisen haben. Zum Anderen wäre da die Endlos-Herausforderung, in der ihr euer Super-Mario-Skillset unter Beweis stellen könnt. Ihr habt nur eine begrenzte Anzahl an Versuchen, aber prinzipiell endlos viele Level. Wer schafft die meisten, bevor es Game Over heißt?

Und zu guter Letzt wäre da noch der Online-Mehrspieler-Modus, in dem ihr euch mit anderen Spielern gleichzeitig an einem Level versucht. Ihr könnt euch entweder dafür entscheiden, zusammenzuarbeiten oder gegeneinander anzutreten. Dann zählt nur, wer zuerst ans Ziel kommt. Alle anderen Platzierungen sind wertlos. Leider ist der gesamte Online-Modus zum Zeitpunkt dieses Reviews völlig unspielbar. Der Netcode hierfür dürfte wohl an der Qualitätskontrolle durchgerutscht sein, da sich die Frames für das Spielgeschehen an einer Hand abzählen lassen. Schade, denn die Idee ist eigentlich eine gute. Ich hoffe, hier wird alsbald nachgebessert, wie auch die Möglichkeit, online mit Freunden zu spielen, da diese Möglichkeit derzeit nicht existiert. Aber ehrlich gesagt ist das nur zweitrangig, solange das Gameplay nicht flüssig abläuft. Selbige Möglichkeiten hat man übrigens auch mit anderen lokalen Spielern, was wir jedoch leider nicht testen konnten.

Fazit

Super Mario Maker 2 ist nicht perfekt, aber es ist nahe dran. Die schier unbegrenzten Möglichkeiten ein Level zu gestalten faszinieren nicht nur am Anfang, sondern auch noch viele hunderte Stunden später. Wer sich dieses Spiel für seine Nintendo Switch holt, benötigt praktisch kein anderes Spiel mehr und würde wohl auf ewig unterhalten werden. Und seien wir uns ehrlich: seit die Nintendo Switch den Markt erobert hat, war es nur eine Frage der Zeit, bis ein Ableger dafür erscheint. Glücklicherweise ist es kein Rohrkrepierer wie die Nintendo-3DS-Version geworden und somit eine volle Empfehlung meinerseits. Dennoch schade, dass es einige Features, wie auch der amiibo-Support, nicht in das finale Produkt geschafft haben und vor allem der Online-Modus derzeit unbrauchbar ist. Aber nichtsdestotrotz stellt Super Mario Maker 2 einen absoluten Pflichtkauf dar, den ihr euch keinesfalls entgehen lassen solltet. Ich werde jetzt weiter Weltrekorde auf den Leveln meiner Freunde einheimsen, also bitte entschuldigt mich.


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Super Mario Maker 2 (Standard Edition) für Nintendo Switch
Super Mario Maker 2 (Limitierte Edition) für Nintendo Switch

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at