Stifled

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Stifled Review

Ein innovatives Horror-Erlebnis für die PlayStation VR.

Während der PlayStation Games Week 2017 in Paris wurde ein recht interessanter Titel überraschenderweise für die PlayStation 4 und deren VR-Brille angekündigt. Überraschend deshalb, da sich das Spiel seit einer gefühlten Ewigkeit in den Untiefen des Internets herumtreibt, jedoch niemals zuvor mit PlayStation VR in Verbindung gebracht wurde. Uns soll es aber recht sein, dass wir diesen außergewöhnlichen Horror-Schinken nun in unserem Wohnzimmer in passender Atmosphäre testen konnten.

Der Titel präsentiert sich als Horror-Puzzle-Spiel mit einem ganz speziellen Clou. Ihr beginnt in eurem Haus, welches voller Nebel durchzogen ist. Durch ein Mikrofon, welches ihr für das ideale Spielerlebnis benötigt, könnt ihr mit diversen Lauten, die ihr von euch gebt, einen Impuls erzeugen, der den Nebel für kurze Zeit in einem gewissen Radius vertreibt. Je lauter das Geräusch, desto größer euer neu gewonnenes Sichtfeld.

Nach kurzer Spielzeit, in der ihr mit der Steuerung und der Geschichte des Spiels vertraut gemacht werdet, landet ihr im Dunkeln. Vor euch ist ein vermeintlich endloser schwarzer Raum, ehe ihr bemerkt, dass ihr durch Geräusche und Laute, welche ihr ins Mikrofon grölt, die Umrisse eurer Umgebung preisgeben könnt. Dabei beschränkt es sich aber auch lediglich auf die weißen Kanten von Objekten, was im Gesamtbild ziemlich beeindruckend wirkt und in ästhetischer Hinsicht kaum zu überbieten ist. Doch es wäre kein Horror-Spiel, würde da nicht noch ein kleines Detail fehlen. Gruselige Kinder und andere Kreaturen treiben sich in eurem Umfeld rum und geben furchteinflößendes Kreischen von sich. Sobald sie euch hören, stürmen sie auf euch zu und verschlingen euch quasi ins Jenseits. Um das zu vermeiden und ans jeweilige Ende der Dunkelheit zu gelangen, müsst ihr euch euren Weg an ihnen vorbei bahnen und notfalls auch in bester Sam-Fisher-Marnier schleichen. Sobald ihr einen Ton von euch gebt, der den rötlich erscheinenden Kreaturen zu viel des Guten ist, seid ihr in Gefahr. Doch ihr könnt diese mit Steinen oder anderen auf eurem Weg gefundenen Gegenständen von euch weglocken, um gefahrlos ans Ziel zu gelangen.

Im weiteren Spielverlauf wird es jedoch auch Wasserpassagen geben, da zu eurem Nachteil Teile der Kanalisation, in welcher ihr euch befindet, überflutet sind. Jeder Schritt im Wasser kann tödlich für euch enden – außer, ihr lockt eure Widersacher weit genug von euch weg. Das gestaltet sich aber oft schwieriger, als es sich anhört, da das Spiel ziemlich hart mit euch umspringt. Das große Problem dabei: eure Umgebung verdunkelt sich nach rund fünf Sekunden wieder und sollte kein Wassertropfen oder Gekreische im Umkreis sein, bleibt euch nur das Auslösen eines Impulses mittels eurer Stimme. Befindet sich ein Gegner in der Nähe, kann dies aber ungut ausgehen. Daher müsst ihr oftmals durch flüstern zumindest einen kleinen Teil eures Weges freilegen und so mit kleinen Schritten euren Fortschritt feiern. Das VR-Erlebnis ist bei Stifled sehr gut eingebunden und bietet ein durchaus immersives Erlebnis, auch wenn ihr gerade nicht in der schwarzen Hölle herumschreitet, sondern in der realen Welt die Geschichte erleben dürft. Wem das sinnlose Grölen ins Mikrofon nach kurzer Zeit auf die Nerven geht, der kann in den Optionen auch das Auslösen eines Impulses per Schultertaste aktivieren. Denn mehr als ein vom Konzert-Soundcheck geprägtes „One-Two“ habe ich auch nicht von mir gegeben.

Insgesamt werdet ihr etwas mehr als drei Stunden benötigen, um das Spiel durchzuspielen. Eine damit recht kurze, aber durchaus interessante Spielerfahrung. Der Art-Style ist minimalistisch und doch künstlerisch ansprechend gewählt und der Soundtrack ist de facto nicht vorhanden. Das Sounddesign hingegen kann mit passenden Effekten zur richtigen Situation punkten und ein mulmiges Gefühl beim Spieler erzeugen. Solltet ihr übrigens kein PlayStation VR besitzen, so lässt sich der Titel auch gänzlich ohne VR-Unterstützung spielen. Wer hingegen dem virtuellen Erlebnis frönt und was Neues ausprobieren will, der sollte sich Stifled nicht entgehen lassen. Es erfindet zwar das Rad nicht neu, ist aber eine solide Horror-Puzzle-Erfahrung für einen schaurigen Abend.

Wir bedanken uns bei Sony für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.

Ihr könnt das Spiel im PlayStation Store eurer PlayStation 4 unter folgendem Link erwerben:
https://store.playstation.com/de-at/product/EP9000-CUSA10250_00-8888888888888888

The Good

  • Tolle Idee und Umsetzung
  • Art Design passend zum Horror-Setting

The Bad

  • Microfon-Input nach kurzer zeit nervig
7

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at