Spintires: MudRunner

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Spintires: MudRunner Review

In der Natur herrschen ganz andere Gesetze.

Spintires: MudRunner ist wohl das perfekte Erlebnis für Fans großer Trucks und Offroad-Ausflügen. Euer Ziel im Spiel ist schnell erklärt: ihr müsst mit eurem Gefährt vom Ausgangspunkt zur Holzladestation und wieder zurück zur Abladestation gelangen. Klingt eigentlich recht simpel und einfach, wären da nicht noch die Gesetze der Natur und andere kleine Feinheiten, die euch einen Strich durch die Rechnung machen wollen. Und genau hier liegen die Stärken dieser Simulation: die Physik-Engine von Fahrzeugen und Umgebung gepaart mit dem oft unterschätzen Ressourcenmanagement eurer Tankfüllung.

Ihr dürft euch auf ingesamt sechs riesigen Maps nach Belieben austoben. Euch stehen dafür detailgetreue und sich physikalisch sehr realistisch verhaltende Fahrzeuge zur Auswahl, die ihr mit diversen Upgrades, sofern bereit vorhanden, ausstatten könnt. Auf eurem Weg zur Holzladestation gibt es nicht nur jede Menge Waldstücke, sondern auch ebenso viele Schlammgebiete, die es zu durchqueren gilt. Mit einem tonnenschweren Gefährt gestaltet sich das aber oft schwieriger, als man annehmen möchte. Der beste Weg ist oftmals nicht mittendurch, sondern über abwegige Stellen, die einen festen Untergrund bieten. Doch diese sind hin und wieder entweder von Bäumen zugestellt, von Wasser bedeckt oder von Baumstümpfen besiedelt, sodass ihr Gefahr lauft, einfach stecken zu bleiben. Wählt ihr dann doch den Weg durch den Schlamm, solltet ihr auf jeden Fall in der Nähe von Bäumen fahren. Denn wenn eure Räder mal durchdrehen anfangen, könnt ihr euch immer noch mittels Seilwinde aus der prekären Lage rausziehen. Damit das jedoch nicht so schnell geschieht, habt ihr bei den meisten Fahrzeugen die Wahl zwischen normalem Antrieb, Allradantrieb und auch die Möglichkeit, die Differentialsperre ein- bzw. auszuschalten, um je nach Beschaffenheit des Untergrunds, besser voranzukommen.

Doch all diese Optionen kommen auch mit einem hohen Preis: Spritverbrauch. Solltet ihr zu ungestüm in der Gegend rumtümpeln oder gar zu weite Umwege in Kauf nehmen, wird euch irgendwann der Sprit ausgehen und ihr kommt nicht mehr weiter. Doch klug verteilte Tankstationen auf der Map können euch wieder neue Reichweite gewähren, solltet ihr eure Route dementsprechend planen. Auf dieser werdet ihr ebenfalls neue Fahrzeuge vorfinden, die ihr freischalten könnt, sobald ihr an ihnen vorbeifahrt. Diese stellen sich in weiterer Folge auch als sehr hilfreich heraus, solltet ihr (wie ich in meinem Test) mal auf das offene Feld fahren, die Strecke unterschätzen und stecken bleiben. Dann könnt ihr jederzeit das Fahrzeug wechseln, müsst jedoch erst zur vermeintlichen Unglücksstelle hinfahren, um das Vehikel aus dem Schlamm zu ziehen. Das kann sich dann durchaus auch als heikel herausstellen, da in Spintires: MudRunner sämtliche Spuren erhalten bleiben, die ihr im Matsch und sonstigen Untergründen hinterlasst. Solltet ihr eine Strecke also mehrmals passieren, so ist Vorsicht geboten. Was ebenfalls sehr schön gelungen ist, wäre der Tag-Nacht-Zyklus, welcher euch die Gegend und ihre heimtückischen Fallen schwerer zu erkennen macht. Ihr seid lediglich mit der Standardbeleuchtung eures Autos ausgestattet und müsst euch so mit eingeschränkter Sicht sehr viel vorsichtiger vortasten.

Habt ihr die verschiedenen Maps hinter euch gebracht und sucht nach neuen Herausforderungen, dann ist mit eben jenen Abhilfe geschaffen. Im Menü findet ihr einige knifflige Aufgaben, die euch vor kleine, aber feine und abwechslungsreiche Aufgaben stellen. Insgesamt werdet ihr an Spintires: MudRunner einige Stunden eurer Freizeit verbrennen, die sich aber bezahlt machen. Durch den Budget-Preis des Spiels bekommt ihr auch ein gutes Preis-Leistungsverhältnis geboten, welcher der Tatsache geschuldet ist, dass MudRunner nun das ist, was Spintires eigentlich hätte werden sollen. Da aber Entwickler und Publisher von damals getrennte Wege gehen und sich die Strukturen seither etwas verändert haben, hat man kurzerhand sämtliche Verbesserungen, die bereits zu Spintires Zeiten angepriesen waren, nun selbst in das Spiel gepackt und als neue Veröffentlichung verkauft. Für PC-Spieler, die Spintires bereits besitzen, gibt es das Upgrade daher für lediglich die Hälfte des Preises, als kleine Entschuldigung an die Käufer der ersten Stunde. Für alle anderen, die erst jetzt mit MudRunner einsteigen wollen, ist das aber irrelevant, da man sich gleich auf die beste Version der Simulation freuen darf.

Fazit

Spintires: MudRunner ist für alle, die auf Trucks und das Spielen im Dreck stehen, genau das Richtige! Die Phsyik-Engine bei Fahrzeugen und Schlamm kann vollends überzeugen und das Erledigen der Missionen stellt sich als entspannende, jedoch durchaus herausfordernde Aufgabe dar. Ich hatte erstaunlich viel Spaß dabei, mich Meter für Meter zum Zielpunkt vorzuarbeiten und war dabei auch einigen Adrenalin-Momenten ausgesetzt, als die Reifen plötzlich durchdrehten und nichts mehr ging, ehe ich mich doch noch irgendwie retten konnte. Von mir gibt es daher eine klare Empfehlung an die Zielgruppe, wahlweise für PC oder nun erstmals auch Konsolen.

Wir bedanken uns beim Publisher für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.


Wer uns unterstützen möchte, kann über unseren Amazon-Partnerlink oder direkt über folgende Auswahl einkaufen. Der Preis bleibt unverändert; uns kommt jedoch ein kleiner Betrag zugute, über den wir uns natürlich freuen würden :)

The Good

  • Detailverliebte Fahrzeuge
  • Physikalisch korrektes Fahrverhalten
  • Tolle Schlamm-Physik
  • Herausfordernde Aufgaben

The Bad

  • Kameraführung hakelig
  • Erst im zweiten Anlauf das Spiel, das es ursprünglich sein hätte sollen
7

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at

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