Sid Meier’s Civilization VI

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Sid Meier’s Civilization VI für Nintendo Switch Review

Der Strategie-Hammer wird mobil.

Sid Meier, der kanadische Guru, wenn es um Simulationen und Strategiespiele geht, sollte wohl jedem PC-Spieler ein Begriff sein. Er ist das Mastermind hinter Spielen wie Pirates!, Civilization und einigen kleineren Abstechern in Richtung Flugsimulationen (Ace Patrol) und der Fahrt mit Eisenbahnen (Railroads!). Dass Civilization ein weltweiter Hit am PC ist, dürfte wohl ebenfalls allen bekannt sein. In der Vergangenheit schafften es aber auch vereinfachte Ableger auf Konsolen, wie beispielsweise die Civilization Revolution Reihe, welche durch simplifizierte Abläufe und angepasster Konsolensteuerung durchwegs punkten konnten. Nun ist es aber endlich Zeit für ein vollwertiges Civilization-Abenteuer auf einer Konsole geworden. Doch wohl kaum jemand hätte damit gerechnet, dass dieses exklusiv für Nintendos Switch erscheint. Die Rede ist von Sid Meier’s Civilization VI, welches nun endlich den Weg auf unsere Lieblings-Handheld-Konsole geschafft hat.

Viele Worte über das Spiel selbst möchte ich an dieser Stelle gar nicht mehr verlieren. Dazu hat meine Kollegin Ronja in ihrem ausführlichen Review zu Sid Meier’s Civilization VI für PC bereits mehr als genug gesagt und auch ich hatte mich bereits umfangreich mit der Erweiterung Rise and Fall im Review beschäftigt und war restlos begeistert. Vielmehr möchte ich mich nun auf die Umsetzung dieses Strategie-Pflichttitels für die Nintendo Switch konzentrieren. Dazu schießen euch wohl gleich einige Fragen in den Sinn, allen voran: “wie soll das ohne Maus und Tastatur spielbar sein?”. Nun, wie es aussieht, hat man wirklich sehr viel Zeit investiert, um das Civilization-Erlebnis so authentisch wie möglich zu portieren. Ihr habt die Auswahl zwischen der Steuerung per Controller oder eben auch Touchscreen, wovon beide sehr gut funktionierten. Mit einem Controller müsst ihr euch natürlich ein paar Tastenbelegungen merken, welche euch nach und nach über Hinweise bei eurem ersten Spiel beigebracht werden. Vorausgesetzt, ihr wählt dazu den passenden Einstiegsmodus, welcher von Civilization-Neuling bis hin zum absoluten Civilization-Veteranen reicht. Dementsprechend bekommt ihr dann auch mehr oder weniger Unterstützung bei euren ersten Zügen, was aber Einsteigern enorm weiterhelfen wird, sich mit den Abläufen bekannt zu machen. Der linke Control-Stick dient quasi als eure Maus, mit dem ihr alles ansteuert, auswählt und bewegt. Der Mausklick liegt auf dem A-Knopf, die restlichen Tastaturbelegungen auf den übrigen Knöpfen und Schultertasten. Dabei läuft nach einer kurzen Eingewöhnungsphase alles sehr intuitiv ab und ihr werdet schnell vergessen, dass ihr euch eigentlich auf einer Konsole befindet.

Der Touchscreen ist aber meine bevorzugte Wahl der Steuerung. Das setzt natürlich voraus, dass ihr Abschied vom TV nehmen und eure Schachzüge im Handheld-Modus planen müsst. Dann stehen euch aber sämtliche Wege mit nur einem einzigen Fingertipp offen. Egal ob ihr Einheiten auswählt, Produktionen nachfordert, Forschungen in Auftrag gebt, Angriffe gegen Eindringlinge lostretet oder einfach nur über die Map scrollen möchtet – euer Zeigefinger genügt dafür. Und wo wir vorhin schon bei intuitiv waren: es werden, wie auf Tablets heutzutage bereits üblich, auch Multigesten erkannt, welche mit dementsprechend passenden Aktionen verknüpft sind. So könnt ihr beispielsweise zwei Finger auf dem Touchscreen zusammen- oder auseinanderziehen, um den Zoomlevel zu ändern oder auch mit drei Fingern gleichzeitig auf den Bildschirm tippen, um das Hauptmenü zu öffnen. Somit wird nicht nur wertvoller Platz im UI gespart, welcher ansonsten unnötig mit Icons zugemüllt werden würde, sondern auch sämtliche Notwendigkeiten von Buttons restlos eliminiert. Auch die Darstellung von Tooltips wurde uns nicht genommen. Dafür müsst ihr einfach nur das Icon, welches für euch eventuell nicht aussagekräftig genug ist, so lange berühren, bis die Beschreibung aufscheint. Löst ihr den Finger dann über dem Icon, wird es nicht sofort ausgelöst. Ihr müsst also keine Angst haben, eine Aktion deshalb aus Versehen auszulösen.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass Sid Meier’s Civilization VI nicht der erste Port für mobile Geräte ist. Vor rund einem Jahr wurde das Spiel bereits auf iOS-Geräten veröffentlicht, wo es trotz des für Mobilgeräte hohen Preises durchaus sehr viel Anklang fand. Auf einer Plattform, die von Pay2Win Free2Play lebt, definitiv eine Überraschung. Doch für mobile Konsolen ist es dann doch eine Premiere. Warum ich das erwähne? Nun, weil der Mehrspieler-Modus bei Civilization immer wieder eine wichtige Rolle spielt. Auf der Nintendo Switch ist dieser ebenfalls wieder mit an Bord, benötigt dafür jedoch zwei Konsolen und auch zwei Spielmodule. Die einzige Möglichkeit diesen zu genießen ist nämlich lokal. Von einem Online-Modus wurde seitens 2K abgesehen. Diesen gab es auf iOS-Geräten zwar auch nicht mehr, dafür jedoch den Hotseat-Modus, welcher wiederum in der Nintendo Switch vermisst wird. Das hätte es einem ermöglicht, zu mehrt auf einer Konsole zu spielen. Wer sich also mit seinen Freunden in Strategie-Szenarien schmeißen möchte, muss also daran denken, je zwei Konsolen und Spiele parat zu haben. Da ich aber mal davon ausgehe, dass man als Fan der Serie ohnehin sein eigenes Spielmodul beschaffen wird, sollte das bei Fans weniger das Problem sein. Man muss sich für Mehrspieler-Partien halt nur wieder “im echten Leben” treffen – ganz klassisch, wie in den 90ern. Dafür gibt es jede Menge zusätzliche Inhalte, die es auf das Spielmodul geschafft haben: Australien, Azteken, Persien & Makedonien, Polen und Wikinger bringen euch ebenso neue Unterhaltung, wie auch die Multiplayer-Szenarien: Alte Rivalen, Globaler thermonuklearer Krieg, Heiliger Boden und Kavallerie & Kanonaden. Außerdem gibt es noch die Szenarien Alexanders Eroberungen, Hedwigs Vermächtnis, Outback-Tycoon und Wikinger, Händler & Plünderer! für den Einzelspieler-Modus.

Fazit

Wie bereits erwähnt ist Sid Meier’s Civilization VI ein Pflichttitel für alle Strategen unter euch – egal, ob ihr es am PC, Mac, Tablet oder der Nintendo Switch spielen möchtet. Letztere Version bietet euch nun die Möglichkeit alles sowohl am TV als auch unterwegs zu erleben. Grafisch als auch technisch kann das Spiel durchaus beeindrucken, wenn man natürlich auch kleinere Einbußen hinnehmen muss. Aber ich sag’s mal so: 2-3 Polygone weniger sind bei Strategiespielen nicht ausschlaggebend. Die Performance passt, der Spielfluss ist gegeben und die Anpassung an Controller und Touchscreen durchwegs gelungen. Sid Meier’s Civilization VI für Nintendo Switch ist ein unerbittlicher Zeitfresser, die nach wie vor seinesgleichen sucht. Wer da zweimal überlegt, dem ist nicht mehr zu helfen.


Wir bedanken uns beim Publisher für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.

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Sid Meier’s Civilization VI für Nintendo Switch

The Good

  • Controller-Steuerung perfekt an den Spielfluss angepasst
  • Touchscreen-Steuerung sehr intuitiv und wohl die beste Wahl
  • Mehrere DLC-Inhalte ebenfalls bereits enthalten
  • Der perfekte Zeitfresser, egal wo ihr euch befindet

The Bad

  • Kein Online-Mehrspieler-Modus
  • Kein Hotseat-Mehrspieler-Modus
9

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at