Scribblenauts: Showdown

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Scribblenauts: Showdown Review

Scribblenauts versucht sich als Partykracher.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich vorab relativ wenig über Scribblenauts: Showdown schlau gemacht hatte. Mein üblicher Gedankengang war: “Steht Scribblenauts drauf, muss Scribblenauts drin sein”. Doch man kann sich hin und wieder auch mal täuschen. Scribblenauts: Showdown ist nämlich ein völlig neuer Ansatz für die Franchise, welche die bekannte Formel hernimmt und sie in ein Partyspiel verpacken will. Manch einer würde sich nun fragen, warum man so etwas tun möchte und wie das alles funktionieren soll.

Nun, eigentlich relativ simpel. Ihr habt ein ziemlich kleines Spielfeld vor euch, auf dem sich bis zu vier Spieler tummeln können. Jeder zieht am Anfang des Spiels einige Karten, die dann als Fedehandschuh bzw. Fortbewegung dienen. Normalerweise kann man mit einer gespielten Karte eine gewisse Anzahl an Feldern vorrücken, muss jedoch erst ein damit verbundenes Minispiel für sich entscheiden. Tut man dies nicht, zieht ein anderer Gewinner das Los und rückt vor. Es gibt jedoch auch Joker-Karten, die den letzten Schritt überspringen und sofort eine gewisse Aktion ausführen. Die Minispiele selbst stellen euch anfangs vor die schwierige Wahl, ein Objekt zu finden, welches mit dem ausgewürfelten Anfangsbuchstaben beginnen muss. Beispielsweise fliegt ihr im Weltall rum und müsst mit einem schweren Objekt das schwarze Loch stopfen. Was würde sich also beispielsweise mit einem “K” als Anfangsbuchstaben am besten dafür eignen? Genau, ein Klavier oder auch Krokodil, eventuell aber auch ein Kran. Je besser eure Auswahl, desto effektiver der Ausgang. Ob das Konzept “Scribblenauts als Partyspiel” aber wirklich Sinn macht, sei mal dahingestellt. Die Runden sind relativ kurz und die Größe des Spielbretts auch recht überschaubar. Man kann durch Joker-Karten, welche die anderen Spieler beispielsweise auf das mittlere Feld zurückholen oder rückwärts gehen lassen, zwar etwas rauszögern, aber mehr als 15-30 Minuten wird wohl keine gesellige Runde unterhalten bleiben.

Dann gibt auch noch den Sandbox-Modus, in dem ihr einige Aufgaben in einem großen Raum mit verschiedensten Szenarien lösen müsst, wie man es bereits aus früheren Scribblenauts-Ablegern kannte. Hier fängt das Spiel dann auch tatsächlich an zu glänzen, bietet jedoch leider nicht genügend Inhalt, um lange unterhalten zu können. Schade, denn genau dieser Modus hatte Scribblenauts in der Vergangenheit als Parade-Puzzler etabliert und Fans der Franchise erwarten sich wohl auch diese Art von Spiel, wenn sie den Spieletitel auf einer Verpackung lesen. Mit einem Wörterbuch, welches mehr als 30.000 Begriffe kennt, sind einem quasi keine Grenzen der eigenen Phantasie gesetzt und man kann Rätsel auf viele verschiedene Arten und Weisen lösen. Hingegen können uninspirierte Mini-Spiele, die nur auf Button-Mashing oder Bewegungssteuerung aus sind, keinesfalls überzeugen. Scribblenauts war immer ein Puzzle-Spiel und sollte es auch künftig bleiben. Selbst wenn Mario Party mittlerweile auch nur mehr ein Schatten seiner selbst ist, kann Scribblenauts als Partyspiel nicht mal dem das Wasser reichen. Was bleibt also als Fazit übrig? Sagen wir’s mal so: Sandbox-Modus hui, Party-Modus pfui.


Wir bedanken uns beim Publisher für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.

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Scribblenauts: Showdown für Nintendo Switch
Scribblenauts: Showdown für PlayStation 4
Scribblenauts: Showdown für Xbox One

The Good

  • Umfangreicher Wortschatz
  • Vollständig in Deutsch
  • Sandbox-Modus

The Bad

  • Showdown-Modus ist ein uninspirierter und liebloser Mario Party Abklatsch
  • Minispiele sind wenig überzeugend
  • Sandbox-Modus bietet leider auf Dauer zu wenig Inhalt
5

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at

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