RollerCoaster Tycoon Adventures

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RollerCoaster Tycoon Adventures Review

Die Kult-Simulation dreht ihre Loopings nun auch unterwegs.

Nach dem erfolglosen Versuch seitens Ataris sich einen RollerCoaster-Tycoon-Ableger für Nintendo Switch über eine öffentliche Kampagne finanzieren zu lassen, hat man nun doch noch andere Wege gefunden, das Projekt Wirklichkeit werden zu lassen. RollerCoaster Tycoon Adventures ist eine exklusiv für Nintendo Switch erschaffene Simulation, welche nun kürzlich auf den Markt kam und wieder zu den guten alten Wurzeln des Franchises zurückfindet. Der Fokus liegt wieder mal darauf, den besten und aufregendsten Park zu bauen, um nicht nur die Besucher zufriedenzustellen, sondern auch zum absoluten RollerCoaster-Mogul zu werden. Ob das auch so gut klappt, wie es klingt, haben wir für euch herausgefunden.

Für mich war der ausschlaggebende Punkt, ob RollerCoaster Tycoon Adventures beim Ersteindruck überzeugen kann oder nicht, ob das Spiel Touchscreen-Eingaben unterstützt. Mit Spannung und ein wenig Angst berührte ich nach dem Start den Bildschirm und wurde nicht enttäuscht. Die erste Hürde zum RollerCoaster-Himmel war also geschafft und es konnte quasi nichts mehr schief gehen. Der Startbildschirm begrüßt euch gleich mal mit vier Optionen. Zum Einen könnt ihr euch an zwei verschiedenen Tutorials versuchen, die euch die gesamte Steuerung näher bringen, damit ihr euch sofort zurechtfindet. Diese sind gepaart mit kleineren Aufgaben als auch einem größeren Gesamtziel, um diese erfolgreich abzuschließen. Erklärt wird leider nur die Steuerung per Controller, nicht aber die Touchscreen-Steuerung, was jedoch aufgrund der visuellen Präsentation kein Beinbruch ist. Sämtliche Buttons oder Kommandos sind entweder leuchtend markiert oder intuitiv gelöst, wie beispielsweise das Zoomen mit zwei Fingern, die auseinander- oder zusammengezogen werden. Ein Branchenstandard, möchte man meinen. Aber genau das muss man lobend hervorheben, da man sich hier einige Gedanken gemacht hat, wie man ein vormals mit Maus und Tastatur gesteuertes Spiel gut auf eine Konsole bringt, die einen mehrere Steuerungs-Optionen bietet. Von der desolaten iOS- bzw. 3DS-Version sehen wir einfach mal ab. Lediglich das Gestalten von Achterbahnen erweist sich als schwierig, wenn man sich rein auf seine Finger verlässt, da der Touchscreen nur zwei Achsen bietet und man die Tiefe im 3D-Raum damit schlecht beeinflussen kann. Abgesehen davon bewähren sich aber beide Möglichkeiten der Steuerung, womit eurer freien Kreativität keine Hürden gesetzt sind.

Im Adventure-Modus geht die Post dann so richtig ab. Hier werden euch gewisse Aufgaben abverlangt, die ihr erfüllen müsst, um nach und nach neue Objekte für euren Park freizuschalten und auch eure Bewilligungen zu erweitern. Bis zu zehn Stufen könnt ihr hier erreichen um zum absoluten Mogul werden. Eisstände, Ballonstationen oder auch Karusselle sind nur der erste Schritt zum perfekten Park. Wichtig sind hier neben den Attraktionen auch Aspekte wie die Parkgestaltung, Dekorationen oder auch Aufteilung der Sanitär- oder Reparaturanlagen. Wer will schon vor einer kaputten Attraktion stehen oder sich in die Hose pinkeln? Weiters ist auch die Preisgestaltung wichtig, welche mehrere Faktoren in Betracht ziehen sollte. Wie aufregend ist die Attraktion und wie viel möchte ich dafür verlangen? Ihr habt hierfür einen eigenen Regler, welcher den Preis bestimmt und so die Besucher entzücken oder auch verärgern kann. Die Emotionen dieser könnt ihr als Sprechblasen über den Personen sehen, welche durch euren Park schlendern. Diese geben euch auch Hinweise darauf, was ihr an eurem Park eventuell noch verändern könnt oder was bereits absolute Highlights sind. Je weiter ihr voranschreitet, desto abwechslungsreichere und aufregendere Attraktionen könnt ihr in eurem Park platzieren. Für die Achterbahnen gibt es die Möglichkeit entweder vorgefertigte Modelle zu verwenden oder auch eigene zu kreieren. Dafür zieht ihr in einem Editor einfach eine grundlegende Strecke, welche automatisch mit Ankerpunkten besetzt wird, die ihr im Anschluss verändern könnt. Und zwar nicht nur in ihrer Position, sondern auch mit verschiedenen Kniffen wie Loopings, Schrauben oder ähnlichen Brechreizförderern. Es hat sich bewährt die Strecke mit dem Finger zu zeichnen und dann per Buttons zu verfeinern. Die einzelnen Elemente fügen sich dann gut in das Konstrukt ein und lassen sich ebenfalls so anpassen, dass am Ende ein ganzes Rundes rauskommt.

Der Szenarien-Modus unterscheidet sich nur in den Zielen von den anderen Modi. Hier werden euch jeweils ein Bronze-, Silber- und Gold-Mission abverlangt, die ihr erfüllen müsst, um den Park erfolgreich abzuschließen. Diese reichen vom simplen Erbauen einzelner Attraktionen bis hin zum Erreichen eines bestimmten Gesamtumsatzes. Wichtig ist, dass ihr hier penibel genau auf das Datum achten müsst, vor dem ihr all das hinter euch gebracht habt. Ein lustiger Modus für Zwischendurch, der nicht allzu viel Zeit in Anspruch nehmen sollte. Zu guter Letzt steht euch noch der Sandbox-Modus zur Verfügung, in dem ihr eurer Kreativität freien Lauf lassen könnt. Ihr habt vier verschiedene Themen zur Auswahl und könnt auch aus zwei vorgegebenen Optionen wählen. Entscheidet ihr euch für die kreative Option, habt ihr kein Finanzlimit und sämtliche Objekte sind bereits freigeschaltet. Perfekt für all jene, die einfach nur drauf los bauen möchten, um den schrillsten Park aller Zeiten zu gestalten. Oder aber ihr wählt die Karriere-Option, welche sich dann am Adventure-Modus orientiert und ihr erst nach und nach Objekte freischaltet und generell die Karriereleiter von selbst nach oben klettern müsst. Egal wie ihr euch entscheidet, hier findet quasi das “Endgame” statt, nachdem man bereits alles im Spiel ausprobiert hat und einfach gemütlich experimentieren möchte. Außerdem gibt es auch kein Zeitlimit, wodurch ihr so lange weiterspielen könnt, bis euch der Platz ausgeht, den ihr zwar immer wieder erweitern könnt, der aber natürlich nicht endlos ist.

Fazit

RollerCoaster Tycoon Adventures bietet ein absolut solides Erlebnis, wie man es aus alten Tagen gewohnt ist. Einige Elemente wurde vereinfacht, um nicht nur neue Zielgruppen anzusprechen, sondern auch die Steuerung für Konsole nicht unnötig zu komplizieren. Grafisch präsentiert sich das Spiel in einem simplen, aber dennoch ansprechenden Comic-Look, welcher auch bei vielen blinkenden Attraktionen immer noch übersichtlich bleibt. Die Performance auf der Nintendo Switch passt sowohl im Dock als auch im Handheld-Modus und fällt nur selten mit Framerate-Einbrüchen auf. Meistens nur, wenn man ganz rauszoomt und einen randvoll gepackten Park betrachtet. Ansonsten ist hier alles in Ordnung. Für Hardcore-Fans der Franchise könnte es hier Reibungspunkte im Hinblick auf die Vereinfachung von diversen Abläufen geben, für Neulinge und Gelegenheitsspieler hingegen ist das eine willkommene Änderung. Ich, für meinen Geschmack, hatte sehr viel Spaß mit dem Spiel und kann es daher nur positiv bewerten. Auch wenn bei der Umsetzung natürlich noch Luft nach oben gelassen wurde.


Wir bedanken uns beim Publisher für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.

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RollerCoaster Tycoon Adventures für Nintendo Switch (physisch)
RollerCoaster Tycoon Adventures für Nintendo Switch (digital)

The Good

  • Ein vollständiges Tycoon-Erlebnis ohne Mikrotransaktionen oder ähnlichem Blödsinn
  • Sowohl Controller- als auch Touchscreen-Steuerung
  • Jede Menge Objekte für euren Park
  • Alle Modi (inklusive Endlos-Modus mit allem freigeschaltet) von Anfang an spielbar
  • Heatmap, um die Effizienz des Parks zu prüfen

The Bad

  • Hin und wieder Framerate-Einbrüche, wenn zu viele Objekte am Bildschirm sind
  • Teilweise überlappende Objekte im Park, vor allem bei Achterbahnen
  • Für Hardcore-Fans eventuell zu wenig Herausforderung
  • Deutsche Übersetzung fehlerhaft und Zusammenhänge oft unverständlich
7.5

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at