Risiko: Das große Strategiespiel

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Risiko: Das große Strategiespiel Review

Der Strategie-Klassiker nun auch für unterwegs.

Damals, als Videospiele noch in den Kinderschuhen steckten und Brettspiele das Um und Auf waren, konnte man durchaus mal mehrere Stunden in eine einzige Runde solcher stecken. Ein Klassiker darunter ist natürlich Risiko und sollte wohl jedem ein Begriff sein, der eine gepflegte Brettspielsammlung zu Hause hat oder Kontakt zu Freunden mit solcher pflegt. Nun ist der digitale Sturmzug der Videospiele auch an den Brettspielherstellern und Lizenzgebern nicht vorübergegangen und so hatte man in der Vergangenheit einige der wohl bekanntesten Ableger auf diversen Konsolen in digitaler Form veröffentlicht. Die Nintendo Switch war zu diesem Zeitpunkt zwar noch nicht zugegen, aber das sollte dem Vorhaben keinen Abbruch tun, dies nun nachzureichen. So hat Hasbro in Zusammenarbeit mit Ubisoft nun insgesamt drei ihrer Brettspielklassiker auf der Hybridkonsole veröffentlicht, wovon wir uns Monopoly bereits genauer angesehen haben und nun dasselbe auch mit Risiko tun.

All jene, denen Risiko tatsächlich kein Begriff ist, sollten nun die Lauscher aufsperren. Risiko ist ein Strategiespiel, welches euer strategisches Denken fordert, aber immens von Würfelglück abhängt. Das mag für viele vielleicht ein K.O.-Kriterium sein, aber gerade das macht es gesellschaftsfähig und Spieler mit nicht ganz so ausgeprägtem Sinn für strategische Züge können daran ebenso Spaß haben. An einer Runde können 2-5 Spieler teilnehmen, bei Bedarf auch von der K.I. gesteuerte Mitspieler. Jeder erhält zu Beginn des Spiels eine gewissen Anzahl an Territorien auf der Weltkarte samt Einheiten zugeteilt. Ziel ist es, die Weltherrschaft und damit alle Gebiete einzunehmen. Seid ihr an der Reihe, könnt ihr mit euren Einheiten so oft angreifen, wie ihr es für klug haltet. Ein Angriff kann immer nur mit bis zu drei Einheiten stattfinden und die Verteidigung darf immer nur mit einer Einheit weniger, aber mindestens einer verteidigen. Dann wird gewürfelt und die höchsten beiden Würfelaugen werden miteinander vergleichen. Hat der Angreifer die höhere Augenzahl gewürfelt, verliert der Verteidiger eine Einheit, bei mindestens Gleichstand geht’s dem Angreifer an den Kragen. Der Angriff darf so lange wiederholt werden, bis der Angreifer entweder gewinnt oder nur mehr eine Einheit übrig hat. Am Ende jeder Runde könnt ihr auf verbundenen Gebieten noch einmalig Einheiten verschieben, um für die Verteidigungsphase besser gewappnet zu sein. Je mehr Territorien ihr erobert, desto mehr Einheiten könnt ihr in der nächsten Runde aufs Spielfeld platzieren und habt ihr gewisse Gebiete eingenommen, erhaltet ihr Gebietskarten, die ihr wiederum gegen neue Einheiten eintauschen könnt. Am Ende gewinnt derjenige, der das gesamte Spielfeld eingenommen hat.

Die Nintendo Switch Umsetzung ist durchaus gelungen. Mit einer recht minimalistisch gehaltenen Karte, die grelle Farben, je nach Spieler, zur besseren Übersicht bietet, ist es ein Leichtes seine Gebiete zur organisieren und neue Züge zu planen. Auf der Karte sind auch jeweils die Bonusstufen aufgelistet, die ihr erhaltet, sofern ihr eine gewisse Menge an Gebieten euer Eigen nennen könnt. Die Kampfphase wird mit holografisch dargestellten Einheiten präsentiert und der Würfelkampf ist recht unterhaltsam anzusehen. Wer es aber kurz und knackig mag, der kann das auch mit der Option des Schnellangriffs überspringen, um sofort das Ergebnis präsentiert zu bekommen. Eine Sprachausgabe unterstützt das Geschehen obendrein, sodass ihr einerseits das Gefühl habt, tatsächlich Befehle an jemanden zu geben und auch eine Antwort darauf zu erhalten. Zudem kann man auch Soldaten und Kampffahrzeuge im Hintergrund hören, was die Immersion des Ganzen ein wenig steigert. Neben dem üblichen Weltherrschafts-Modus, bei dem es gilt, sämtliche Territorien zu erobern und den ihr wahlweise mit oder ohne Waffenstillstandskarte spielen könnt, welche das Spiel sofort beendet und den Spieler mit den meisten eroberten Gebieten zum Sieger kürt, gibt es noch zwei weitere Modi. In “Hauptstädte” müsst ihr sämtliche Hauptstädte aller Gegner einnehmen, die am Anfang eines Spiels von jedem Teilnehmer selbst ausgewählt werden und “Geheime Aufträge” trägt euch auf, ein gewisses Gebiet, welches der Gegner nicht kennt, zu verteidigen und dennoch versuchen das Spiel zu gewinnen. Insgesamt betrachtet bietet Risiko: Das große Strategiespiel auf der Nintendo Switch eine gelungene Umsetzung des Klassikers – für Strategie-Fans also ein absolutes Muss. Vielleicht bringt die Zukunft ja auch noch etwaige Themenbezogene Risiko-Spiele, wie jenes von Der Herr der Ringe oder auch Game of Thrones, auf die Nintendo Switch. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.


Wir bedanken uns beim Publisher für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.

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Hasbro Game Night für Nintendo Switch

The Good

  • Übersichtliche und verständliche Umsetzung des Klassikers
  • Ansprechende Präsentation eines Brettspiels
  • Mehrere Spielmodi
  • Online-Support

The Bad

  • Kein vollständiger Touchscreen-Support

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at