Rayman Legends – Definitive Edition

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Rayman Legends – Definitive Edition Review

Das Meisterwerk hat ein neues Zuhause gefunden.

Vor ziemlich genau vier Jahren, im August 2013, beehrte uns Ubisoft mit einem wahrlich außergewöhnlichen Titel für die Nintendo Wii U. Damals noch als exklusive Fortsetzung zum Überraschungshit Rayman Origins angedacht, wurde das Spiel später aufgrund der enttäuschenden Verkaufszahlen der Konsole auf weitere Plattformen portiert, um ein größeres Publikum ansprechen zu können. Das große Problem dabei bestand jedoch darin, die somit verloren gegangenen Wii-U-Game-Pad-Features in das Spiel zu inkludieren, ohne es damit negativ zu beeinflussen. Ob das gelungen ist und wie sich das Spiel auf der Nintendo Switch schlägt, klären wir in unserem Test.

Rayman Legends auf der Wii U war ein nahezu perfektes Erlebnis für jede Altersgruppe und eine vorbildhafte Fortsetzung im Zeitalter der schier endlos gemolkenen Kühe. Die Essenz eines 2D Plattformers konnte gar nicht besser eingefangen werden, als in Michel Ancel’s Jump ’n‘ Run Meisterwerk. Dort wo Rayman Origins bereits zu beeindrucken wusste, legte Legends noch einen drauf. Einerseits bekam man unzählige, farbenfrohe sowie verrückte Level, die es nicht nur alleine, sondern auch im Co-op mit bis zu vier Spielern zu bewältigen galt, präsentiert; andererseits gab es auch klassische Levels aus Origins, denen abermals neues Leben eingehaucht wurde.

Jedes einzelne Level hatte seinen eigenen Charme und wusste mit seinem brillanten Level-Design zu beeindrucken. Außerdem konnte das Spiel mit neuen, innovativen Musik-Levels punkten, bei denen das Spielgeschehen an eine bekannte Rocknummer, wie beispielsweise Black Betty, angepasst wurde. Die Umgebung, Gegner und Eingaben des Spielers gingen dann quasi mit dem bekannten Rhythmus des Musik-Titels einher. Zusätzlich war es auf der Wii U Möglich mit dem Game-Pad Murfy, die Goldfliege, zu steuern und mit ihr Plattformen zu verschieben oder neue zu erschaffen, Seile durchzuschneiden oder Gegner zu kitzeln. Außerdem gab es einige Passagen, wo man nur durch das Drehen des Game-Pads die Rätsel lösen und vorankommen konnte. Diese Features wurden in den Ports für andere Konsolen ersetzt, indem man nur noch einen Button drücken oder den rechten Stick drehen musste. Nicht ganz so innovativ, aber ein akzeptabler Kompromiss.

Aufgrund des vorhandenen Touchscreens und Gyro-Sensors bietet die Definitive Edition der Nintendo Switch es euch an, diese Features im Einzelspieler-Modus zu verwenden, solltet ihr die Konsole in euren Händen halten. Spielt ihr hingegen im Co-op Modus, orientiert sich das Spiel eher an den Konsolen-Ports von Sony und Microsoft (zumindest ein Spieler kann jedoch die Tilt-Funktion des JoyCons ausnutzen). Einerseits eine gute Wahl, da man mit der Button-/Stick-Steuerung hier sicherlich besser zurecht kommt, andererseits eine verpasste Möglichkeit. Prinzipiell wäre es im Co-op-Modus zwar nicht möglich gewesen, das einzusetzen, da der Spieler mit der Touchscreen-Steuerung die Konsole in den Händen halten müsste und damit kein Bild am Fernseher zu sehen wäre, aber es wäre durchaus möglich gewesen, zwei Konsolen miteinander lokal zu verbinden, wie es bereits die PS Vita davor geschafft hatte.

Die Definitive Edition ist auch nicht ganz so Definitive, wie man es eventuell erwarten würde. Zumindest, was die Ladezeiten betrifft. Diese sind zwar nicht weiter schlimm oder gar Spielspaß-mindernd, können aber auch nicht wirklich beeindrucken. Mit stärkerer Hardware benötigt die Nintendo Switch Version des Spiels oftmals doppelt so lange die Level zu laden, als es noch die Wii U brauchte. Vielleicht ist die enorm reduzierte Gesamtgröße des Spiels dafür verantwortlich, wenn es um das Entpacken komprimierter Assets geht. Und wenn wir schon beim Thema sind: für viele ist es wohl kaum erkennbar, aber die Qualität der Grafiken im Spiel leidet durchaus darunter. Auf den ersten Blick und in ständiger Bewegung fällt es nicht wirklich auf. Bei Kamera-Zooms und genauer Betrachtung der einzelnen Szenen wird es dann aber doch früher oder später auffallen. Ist es ausschlaggebend für den Spielspaß? Keinesfalls! Aber wenn man das Spiel mit Definitive Edition anpreist, sollte man zumindest dafür sorgen, dass diese auch wirklich hervorsticht und nicht nur vermarktet werden will.

Dafür gibt es aber sämtliche Charaktere und Skins, die vormals Konsolen-exklusiv verteilt wurden, jetzt zusammen in einem Package. Das Fußball-Mini-Spiel „Kung Foot“ hat es außerdem exklusiv auf der Nintendo Switch zu einem Solo- sowie Turnier-Modus geschafft, bei dem es eure simple Aufgabe ist, das Runde ins Eckige zu befördern. Für den lokalen Co-op Modus können hier sehr wohl zwei Nintendo Switch Konsolen miteinander verbunden werden, was, wie vorhin erwähnt, das Fehlen des fünften Spielers mit Touchscreen- sowie Gyro-Sensor-Steuerung im Einzelspieler-Modus umso bitterer macht. Abgesehen davon wartet das Spiel mit sämtlichen anderen Features auf euch, die es bereits auf den anderen Konsolen gab.

Fazit

Rayman Legends ist nach wie vor ein zeitloses Meisterwerk für Spieler sämtlicher Altersgruppen. Die optische Aufbereitung, der Soundtrack und das Level-Design sind schlichtweg perfekt aufeinander abgestimmt und können sowohl im Einzelspieler-, als auch Mehrspieler-Modus stundenlang unterhalten. Die Definitive Edition geizt jedoch mit wahren definitiven Inhalten und Qualitätsansprüchen, wodurch man hier keineswegs von einer Definitive Edition reden kann. Es ist nach wie vor eine absolute und uneingeschränkte Kaufempfehlung für alle Jump ’n‘ Runs Fans da draußen. Wer jedoch die Wahl hat, sollte lieber zur Wii U Fassung des Spiels greifen, da diese bis heute noch immer die einzig wahre und mit Abstand beste Version des Spiels darstellt. Aber auch bei einem (Pflicht-)Kauf der Nintendo Switch Version kann man nichts falsch machen. Wer auf die fehlenden Features der Wii U Version bedenkenlos verzichten kann, wird sich nicht ärgern müssen. Das Spiel selbst bleibt großartig. Egal, wo man es spielt.

Wir bedanken uns bei Ubisoft für die Bereitstellung eines Testmusters.


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The Good

  • Unzählige unterhaltsame Level
  • Grandioses Level-Design
  • Grafische Repräsentation eine Augenweide
  • Unschlagbarer Soundtrack

The Bad

  • Teils fehlende Features der Wii U Version
  • Nur mehr vier Spieler im lokalen Co-op Modus
  • Technisch nicht gänzlich für Nintendo Switch optimiert
8.5

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at