Pokémon Ultrasonne und Ultramond

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Pokémon Ultrasonne und Ultramond Review

Auf zur letzten Pokémon-Jagd auf dem Nintendo 3DS!

Auch wenn sich der Nintendo 3DS seinem Daseinsende zuneigt, so muss man Nintendo applaudieren, dass sie die mittlerweile doch recht veraltete Hardware auch nach der Veröffentlichung der Nintendo Switch weiterhin noch unterstützen. Selbst Game Freak mit ihrer Pokémon-Franchise wäre auf einem Nintendo-Handheld nicht wegzudenken und es wird wohl die Mischung aus einer schnell umsetzbaren Fortsetzung und der pessimistischen Einstellung gegenüber der Nintendo Switch gewesen sein, warum man nun einen weiteren Teil der Pokémon-Spiele Sonne & Mond veröffentlicht (unseren ausführlichen Podcast zu den beiden Spielen könnt ihr hier nachhören). Eine Vorgehensweise, die in vielerlei Hinsicht an die Schwarz 2 & Weiß 2 Zeiten zurückerinnert. Aber auch wenn die Enttäuschung und Verwunderung nach deren Ankündigung groß war, so können Ultrasonne & Ultramond am Ende doch in beinahe jeglicher Hinsicht überzeugen. Also auf ins Abenteuer – Pikachu & Co. sind wieder zurück in Alola!

Die rund 35-stündige Hauptgeschichte des allseits beliebten Rollenspiels bietet im direkten Vergleich zu Sonne & Mond nicht viel Neues. Die Geschichte nimmt einen fast identischen Verlauf zu den Vorgängern, bei denen lediglich Feinheiten verändert wurden. Diese mögen auf den ersten Blick täuschen, doch geht man einen Schritt zurück, wirkt alles etwas ausbaufähig. Klar, es sind dieselbe Insel, dieselben Charaktere und größtenteils auch die selben Prüfungen. Was bleibt also für Spieler von Sonne & Mond als Kaufkriterium übrig? Nun, der Teufel steckt eben im Detail und so bieten Ultrasonne & Ultramond ein vollkommen überarbeitetes Interface; ihr könnt neuen Pokémon in der Wildnis begegnen; neue Ultrabestien fordern euer Geschick heraus; ihr werdet jede Menge Spaß in neuen Minispielen finden, wie beispielsweise das Mantax-Surfen und auch die Attacken-Erlerner sind wieder mit von der Partie, um eure Pokémon kompetitiv zu machen. Außerdem wurden die Zygarde-Zellen durch Sticker ausgetauscht, die über sämtliche Alola-Inseln verteilt sind und gefunden werden wollen. Davon erhaltet ihr dann von Alola-Professor Eich mit bester Bräune ein Totem-Pokemon. Also ein recht netter Ansporn, um Alola vom Geklebtem zu befreien.

Neben dem bereits bekannten und nach wie vor peinlichen Auftreten von Team Skull gibt es diesmal auch das Ultraforschungsteam, welches – wie der Name schon sagt – den Geschehnissen rund um die Ultrabestien nachgeht. Ihr trefft im Verlauf des Abenteuers immer wieder auf die futuristisch auftretenden und an Roboter erinnernden Figuren, die euch öfters mal auch zu Kämpfen herausfordern. Apropos Ultrabestien: davon gibt es insgesamt vier neue, welche sich in den ebenfalls neuen Ultrapforten zum Rest gesellen. Ultrapforten könnt ihr nach Abschluss des Spiels erforschen. Diese beinhalten einige Wurmlöcher, die euch in verschiedene Welten bringen, wo ihr sämtliche legendären Pokémon antreffen könnt, die es in der Pokémon-Geschichte gegeben hat (sofern ihr natürlich beide Editionen des Spiels besitzt, versteht sich). Davon abgesehen haben sich auch im Rest von Alola neue Pokémon angesiedelt, wodurch ihr nun rund 400 der Taschenmonster fangen müsst, um euren Alola-Pokédex zu vervollständigen. Für die kostenpflichtige Companion-App Pokémon Bank gibt es nun ebenfalls ein Update, welches euch Pokémon aus älteren Generationen, als auch den Virtual Console Titeln der ersten und zweiten Generation, übertragen lässt. Damit könnt ihr sämtliche kompetitiven Teams nun auch in Ultrasonne & Ultramond mit euch rumtragen und Freunde bzw. das Internet zum Kampf herausfordern.

Neben neuen ultrastarken Z-Attacken für Mimigma oder auch Wolwerock gibt es zusätzlich neue Outfits, die sich durch einen schnellen Shopping-Trip für bare Münze erstehen lassen. Der Fotoclub hat ebenfalls neu eröffnet und lässt euch tolle Momente mit euren treuen Begleitern aufnehmen. Die so entstandenen Fotos könnt ihr via Foto-Editor mit Stickern oder anderen Elementen verschönern und ich hatte damit vermutlich mehr Spaß, als ich sollte. Aber es sind eben die kleinen Dinge, die das Spiel so liebenswert machen. Man kann nun eben auch mit Pokémon, die einfach nur in der Landschaft rumstehen, interagieren und beispielsweise so mit einem Wuffels Peek-a-boo spielen. Nachdem ich auch einen Hund zuhause habe, der wie die Tagform von Wolwerock aussieht, kann ich damit nun sehr viel mehr anfangen, als noch vor zwei Jahren. Vor allem Kids werden damit ihren Heidenspaß haben. Leider sind die Dialoge und Zwischensequenzen immer noch viel zu langsam und zäh, wodurch stets das Tempo aus dem Spielfluss rausgenommen wird. Aber das soll kein Genickbruch sein, denn im Großen und Ganzen bietet Ultrasonne & Ultramond genügend Material, um erneut gute 35 Stunden für die Hauptgeschichte und eine vermeintliche Unendlichkeit für das Post-Game beschäftigt zu sein. Denn wenn man erstmals in das kompetitive Trainieren, Züchten und Moveset-Testen hineingeratet, kommt ihr da so schnell nicht wieder raus.

Fazit

Als ich die Ankündigung einer Fortsetzung von Sonne & Mond per Nintendo Direct gesehen hatte, war meine initiale Reaktion keine gute. Wie auch schon bei Schwarz 2 & Weiß 2 sehe ich darin eine schwache Ausrede, nichts Neues erschaffen zu haben. Auch die Möglichkeit einer Fusion von zwei Pokémon wurde übernommen, wodurch das Ganze einfach einen bitteren Beigeschmack hat. Auch die Geschichte hat man eben schon mal erlebt und selbst wenn es kleine Neuerungen gibt, so ödet es einen dennoch an, da man das Meiste halt schon irgendwie mal erlebt hat. Objektiv betrachtet und für Neulinge oder all jene interessant, die Sonne & Mond nicht gespielt haben: Ultrasonne & Ultramond nimmt die erfolgreiche Formel und Basis der beiden Alola-Spiele und hievt diese nochmals eine Stufe höher. Ihr habt nun definitiv die ultimative Pokémon-Edition vor euch, an der es auch gar kein Vorbeikommen gibt. Spieler von Sonne & Mond werden halt etwas schaumgebremster auf das Abenteuer reagieren. Es ist nach wie vor etwas, das man mit Freude erleben kann – vor allem, wenn man absoluter Pokémon-Narr ist –, Aber in meinen Augen hätte man sich diese Editionen sparen können und lieber schon an der Nintendo Switch Version arbeiten sollen. Doch an den Erfolg dieser hatte Game Freak ja offenkundig nicht geglaubt, was das Ganze erklärt. Wie gut, dass sie ihre Meinung nun doch geändert haben und wir das nächste Pokémon-Spiel auf moderner Hardware sowohl am TV, als auch unterwegs erleben dürfen. Einstweilen schlendern wir halt noch in Alola rum – es gibt definitiv Schlimmeres 🙂

Wir bedanken uns bei Nintendo Österreich für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.


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The Good

  • Die ultimative Pokémon-Edition vollgepackt mit allen Extras
  • Neue Ultrabestien, neuer Fotomodus, neue Minispiele und neue Pokemon-Vehikel
  • Attacken-Erlerner ist zurück
  • Neue Online-Modi
  • Sämtliche legendären Pokémon mit dabei

The Bad

  • Änderungen für Sonne & Mond Spieler evt. nicht reizvoll genug
9.5

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at