PaRappa the Rapper Remastered

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Ein Hund, der die Liebe seines Lebens mittels Rap erobern möchte. Sachen gibt’s.

Um das Spiel Parappa the Rapper zusammenfassen zu können, bedarf es wohl schon sehr vieler einfallsreicher Worte. Lasst es mich einfach so ausdrücken: Parappa, der Hunde-Junge im Skater-Outfit, giert seinem Schwarm Sunny Funny, einem Blumen-Mädchen, nach. Aber um ihr Herz für sich gewinnen zu können, muss er erst einige Prüfungen bestehen und vor allem DARAN GLAUBEN!

Believe!

So beginnt die – mit lediglich einer Stunde Spielzeit – extrem kurze (Liebes-)Geschichte. In kurzen Videosequenzen wird die Story zwischen den Rap-Prüfungen erzählt und hält einige überraschende Momente für euch parat. Die Rap-Passagen, die eigentlich der Kern des Spiels sind, verlangen euch dann einiges ab, nur nicht unbedingt im guten Sinne. Ursprünglich bereits 1996 auf der PlayStation erschienen, war das Spiel schon damals nicht wirklich benutzerfreundlich. Im HD-Remaster für die PlayStation 4 hat sich daran nichts geändert. Die einzelnen Prüfungen, welche euch unter anderem die Selbstverteidigung, das Autofahren oder auch Kochen beibringen, sind mit eigenwilligen Textpassagen geschmückt, zu denen es den richtigen Button zur richtigen Zeit zu drücken gilt.

Die Rap-Passagen sind witzig, wenn auch ulkig. Aber die Erkennung der Eingabe ist ein Graus.

Nun, das wäre nicht wirklich das Problem. Nur wird einem schnell klar, dass hier irgendwas nicht ganz stimmen kann. Drückt man die Buttons nämlich so, dass ein gewisser „Flow“ im Rap entstehen würde, fällt man pausenlos in seiner Wertung ab, bis einem das „Game Over“ auf den Bildschirm geklatscht wird. Nach ewig langen Versuchen, herauszufinden, wieso das passiert, findet man sich nach einiger Zeit damit ab, dass man die Buttons allesamt später drücken muss, quasi ganz am Ende, wenn der Cursor über die aktuelle Position in der Textleiste fährt. Leider klingt das dann aber so, als würde man eine CD mit Lesefehler wiedergeben – völlig abgehackt und Roboter-artig.

Nun, da ich seit mehr als 20 Jahren selbst Musik mache und mehrere Instrumente spiele, würde ich mal behaupten, dass mein Rhythmusgefühl „on spot“ ist. Daher läuft es mir dabei einfach nur kalt den Rücken runter.

Ohne Führerschein wird’s schwer seinen Schwarm ins Kino zu fahren.

Nun, nach fünf Prüfungen und einer Stunde Spielzeit ist der Spuk dann auch schon wieder vorbei. Die Zeit hat dem Spiel definitiv nicht gut getan, denn nach rund 20 Jahren haben sich Musikspiele einfach weiterentwickelt und da ist Parappa the Rapper leider nicht gut gealtert.

Der Art-Style des Spiels ist jedoch nach wie vor grandios. Es ist quasi im Paper Mario Stil gehalten und alle Figuren sind so flach wie ihr Gameplay. Leider wurde beim HD Remaster darauf vergessen, die Videosequenzen neu einzuspielen und so bleibt auch hier der fahle Nachgeschmack der semi-guten alten SD-Zeit bestehen. Nostalgiker mögen ihren Spaß daran haben, das war’s dann aber auch schon. Manche Spiele sollten nur in unseren Erinnerungen bestehen bleiben.

The Good

  • Schönes HD Remaster

The Bad

  • Spielzeit viel zu kurz
  • Videosequenzen nicht in HD
  • Für jemanden mit Rhythmusgefühl nicht spielbar
  • Einfacher Modus nur auf 3 Level beschränkt
5

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at