One Piece: Unlimited World Red Deluxe Edition

By on on Reviews, 2 More

One Piece: Unlimited World Red Deluxe Edition Review

Ruffy & Co. geben ihr Debüt auf der Nintendo Switch.

Unlimited World Red in seiner Deluxe Edition ist für One Piece Fans vermutlich nichts Neues mehr. Das Spiel, welches ursprünglich 2014 für die Wii U, PlayStation 3, PS Vita und den Nintendo 3DS erschienen war, hat es nun auch auf die PlayStation 4 und die Nintendo Switch geschafft. Ob sich der Neukauf für One Piece Veteranen lohnt und ob Neulinge damit ebenfalls zurecht kommen werden, klären wir in unserem Review.

One Piece: Unlimited World Red ist eine ulkige Mischung aus einem Beat ‚em Up und RPG mit jeder Menge Humor, schrillen Charakteren und epischen Bosskämpfen, welches mit einem sehr stimmigen Grafikstil auf euch wartet. Die Story lässt sich simpel zusammenfassen: eure Freunde werden am Anfang der Geschichte gekidnappt und ihr lauft zur selben Zeit einem kleinen Tanuki namens Pato über den Weg. Wie es der Zufall so will, habt ihr ein gemeinsames Ziel: Patrick Redfield oder auch kurz nur ‚Red‘. Dieser möchte sich selbst zum größten Piraten dieser Welt schummeln. Wenn da nur nicht Hauptprotagonist Ruffy selbst das gleiche Vorhaben hätte – zumindest ohne Schummeln. Jedenfalls begebt ihr euch auf die Suche nach euren Freunden und seid Red jederzeit dicht auf den Fersen, um seine Vision zu verhindern.

Für One Piece Frischlinge wäre es ein hartes Stück Arbeit, sich in die Materie einzulesen. Der mittlerweile 86 Bände umfassende Manga läuft nämlich bereits seit 20 Jahren und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. Selbst der Anime zählt bereits über 800 Episoden und folgt dem Beispiel des Mangas. Umso bitterer ist es daher, dass Unlimited World Red keinerlei Einführung in die Welt und die Charaktere des Universums von Eiichirō Oda bietet. Seid ihr also nicht mit all dem vertraut, könnte es einerseits schwierig werden, sich mit der Welt und den Charakteren zu identifizieren und andererseits könnt ihr wohl auch eher weniger mit dem gesamten Story-Verlauf anfangen. Ich habe mir aber meine Freundin zu Hilfe geholt, die sowohl Manga, als auch Anime konsumiert hat und mir jedes kleine Detail im Spiel erklären konnte. Ohne ihrer Hilfe, hätte es wohl nur halb so viel Spaß gemacht.

Das Spiel ist zusätzlich zu Transtown, eurem HUB für sämtliche Quests, in insgesamt neun Bereiche aufgeteilt, die ihr nach und nach erkunden müsst. Dabei gestaltet sich der Levelaufbau der einzelnen Welten sehr generisch und immer gleich. Ihr müsst zwei bis drei Abschnitte erkunden, ehe ihr im letzten Bereich auf einen Boss trefft, den ihr bekämpfen müsst. Sämtliche Widersacher sind aus Manga und Anime bekannt und werden bei Nostalgikern die ein oder andere Erinnerung wecken. Das Kampfgeschehen an sich ist zwar leicht zu verstehen, aber benötigt einiges an Geduld und vor allem präzise Eingaben. Neben Kombos, die jederzeit auf dem Bildschirm eingeblendet werden, sind auch Ausweichmanöver im richtigen Moment von großer Wichtigkeit, wollt ihr siegreich aus dem Kampf hervorgehen. Da ihr immer zu dritt unterwegs seid, solltet ihr die einzelnen Stärken und Fähigkeiten der unterschiedlichen Charaktere auch ausnutzen. So kann Ruffy mit seinen Gummiarmen große Mengen an Gegnern gleichzeitig niedermähen, Zorro mit seinem Klingensturm auch große Gegner in Schacht halten oder beispielsweise Chopper eure Party bei Bedarf heilen.

Seid ihr mal gerade nicht im Kampf gefangen, gilt es euch euren Weg durch die unterschiedlichen Welten zu bahnen. Das geschieht leider recht einfallslos. Ihr kommt früher oder später an einer magischen Wand vorbei, die ein spezielles „Wort“ benötigt, um zu verschwinden. Dieses müsst ihr erst meist durch das Besiegen von Gegner-Horden erlangen, ehe der Ablauf wieder von vorne beginnt. Wörter sind generell ein sehr wichtiger Teil des Spiels. Einerseits benötigt ihr Wörter, um neue Bereiche zu öffnen, dann könnt ihr wiederum Wörter ausrüsten und als Charakter-Boost einsetzen und zu guter Letzt gibt es auch noch Item-Wörter, die ihr während eines Kampfes einsetzen könnt, um euer Team anzufeuern und ihren Angriff zu stärken oder ähnliche Effekte zu erreichen.

In Transtown habt ihr noch die Möglichkeit die Stadt auszubauen und Läden zu eröffnen. All das kommt euch zugute, indem ihr nicht nur Sachen kaufen und verkaufen, sondern auch craften könnt. Habt ihr genug benötigte Materialien zusammen, könnt ihr spezielle Items herstellen, die euch wiederum im Kampf einen Vorteil bringen oder helfen, eure Stadt weiter florieren zu lassen. Nach einem großen Ausbau habt ihr auch noch die Möglichkeit einige Mini-Spiele zu bewältigen, die euch ebenfalls Boni bringen. Und seid ihr auf noch mehr Loot aus, dann solltet ihr euch an den jederzeit verfügbaren Quests versuchen, die völlig abseits der Story verlaufen.

Abgerundet wird das Ganze noch vom Battle Arena Modus, indem ihr in einer Arena verschiedene Herausforderungen meistern müsst. Außerdem könnt ihr auch gegen einige Bosse kämpfen und ihnen zeigen, wer die Hosen anhat. Nach dem Beendigen der rund zehnstündigen Kampagne, gibt es zusätzlich einen schwereren Anlauf, der quasi das New Game+ darstellt. Schwierig ist das Spiel übrigens keineswegs, selbst, wenn man Level 1 Teammitglieder auswählt und eines der letzten Levels anwählt. Es gibt zwar einige Stellen im Spiel, die einem knackig erscheinen mögen, aber meist scheitert es lediglich an der Ungeduld im Kampf und der falschen Strategie.

Fazit

One Piece: Unlimited World Red Deluxe Edition bietet nichts, was man als eingefleischter One Piece Fan nicht schon in den vorhergehenden Veröffentlichungen gesehen hätte. Neulinge hingegen werden trotz des schwer fallenden Einstiegs in die Fantasy-Welt einen guten Prügler mit jeder Menge Humor für Zwischendurch vorfinden. Mir half es jedenfalls dabei, Anreiz zu bekommen, dass ich weiter in das One Piece Universum reinschmökern möchte. Und das ist ja eigentlich ein gutes Zeichen für das Spiel oder nicht?

Wir bedanken uns bei Bandai Namco Entertainment für die Bereitstellung eines Testmusters.


Wer uns unterstützen möchte, kann über unseren Amazon-Partnerlink oder direkt über folgende Auswahl einkaufen. Der Preis bleibt unverändert; uns kommt jedoch ein kleiner Betrag zugute, über den wir uns natürlich freuen würden 🙂

The Good

  • Perfekt gelungener Grafikstil
  • Neue Charaktere
  • Jede Menge Sidequests und Bosskämpfe
  • Macht Lust auf mehr

The Bad

  • Generischer Level-Ablauf ohne Überraschungen
  • Viele Aspekte im Game-Design fragwürdig
7

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at