Old Man’s Journey

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Das österreichische Entwickler-Studio Broken Rules hat eine neue Geschichte für uns parat.

Vor nicht allzu langer Zeit ist es mit dem fortlaufenden Release von „alternativen“ Indie-Games in Mode gekommen, so genannte „Walking-Simulatoren“ zu kreieren, die sich weniger als Spiel identifizieren, sondern eine Geschichte erzählen wollen. Nach einigen Ausflügen des Wiener Studios auf Nintendos Heimkonsolen, verschlägt es die kreativen Köpfe aus dem Museumsquartier wieder zurück auf den PC, sowie mobile Plattformen.

Viel kann man über ihr neuestes Projekt Old Man’s Journey nicht sagen, ohne, dass man einem etwas vom Spielerlebnis wegnehmen würde. Die Geschichte beginnt mit einem Brief, den der alte Herr mit weißem Bart vom Briefträger erhält. Für euch nicht wissend, was sich darin geschrieben fand, entschließt er kurzerhand seine Siebensachen zu packen und aufzubrechen – Destination unbekannt. Das Spiel prahlt förmlich mit dem Art-Style, welcher in jeglichen Situationen durch seine bilderbuchhaften Szenerien glänzt. Das Spiel ist eine einzige Augenweide gepaart mit einem stimmungsvollen und sehr ruhigen Soundtrack. Kein Wunder also, dass man bereits einige Awards gewonnen hat und auch beim IGF nominiert war.

Das Spielgeschehen selbst gestaltet sich recht einfach und – so ehrlich muss man dann doch sein – recht abwechslungsarm. Dennoch ist die Idee, die dahinter steckt, eine geniale. Man hat verschiedene Ebenen in Form von Wiesen oder Straßen vor sich, die man betreten kann, sofern sich diese in mindestens einem Punkt überschneiden. Tun sie dies nicht, kann man die einzelnen Ebenen an einem oder manchmal auch mehreren Punkten verschieben, um diese passend zu machen. Dadurch ist es möglich, wiederum neue Ebenen zu erreichen oder hinter Ebenen versteckte Wege zu offenbaren. Hin und wieder darf man dasselbe auch in einem Vehikel fahrend zurecht richten, um weiter zu kommen.

Am Ende eines jeden Kapitels, falls man alle Schiebe-Rätsel gelöst hat, findet man meist ein Erinnerungsstück oder eine Situation, welche Gedanken an Früher im alten Mann hervorrufen. Eine kleine, aber feine Cutscene rundet das Kapitel dann ab, ehe es zur nächsten Route weitergeht. Am Ende klärt sich dann auch der Grund der Reise. Aber das soll jeder selbst herausfinden.

Da Old Man’s Journey kein Spiel, sondern ein rund zweistündiges Erlebnis mit wenig Wiederspielwert ist, kann dieses nicht wie üblich bewertet werden. Einerseits sind Walking-Simulator Games etwas ganz Eigenes und nicht jedermanns Sache, andererseits muss man ohnehin selbst entscheiden, ob man sich hauptsächlich von einer emotionalen Geschichte treiben lassen möchte, ohne selbst viel dafür tun zu müssen. Egal, wie man dazu steht, eines kann man dem Spiel in keister Weise abstreiten: die Brillanz in audiovisueller Hinsicht.

Wir bedanken uns bei Broken Rules für die Bereitstellung eines Testmusters.

The Good

  • Wunderschönes Art-Design
  • Stimmiger Soundtrack

The Bad

  • Nicht viel Rätsel-Abwechslung

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at