NHL 21

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NHL 21 Review

Ice Ice Baby.

In den letzten Jahres tat ich mir ein wenig schwer mit dem so ungeliebten Sport in Österreich, den ich aber eigentlich immer recht interessiert verfolgt hatte. Einerseits konnte ich aus Zeitgründen die Eishalle nicht mehr so oft besuchen, wie ich vielleicht wollte und andererseits waren auch die NHL Ableger von Electronic Arts nicht immer das Gelbe vom Ei. Doch dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, zumindest virtuell wieder ein bisschen Eisstaub zu schnuppern, nachdem die Corona-Pandemie uns ohnehin dazu zwingt, die Eishallen im echten Leben zu meiden. Schaun wir mal, was sich die letzten Jahre so getan hat.

Sobald ihr NHL 21 das erste Mal startet, werdet ihr gleich mit einem Auswahlbildschirm begrüßt, der euch nicht nur eure Einstellungen von vorangehenden Spielen importieren lässt, sondern euch auch gleich Schwierigkeitsgrad und Steuerungsmöglichkeiten einstellen lässt. Gleich darauf folgt dann ein optionales Tutorial, welches ich nach einigen Jahren Abwesenheit sehr begrüßt habe. Und das ist diesmal auch richtig gut geworden, denn es wir euch Schritt für Schritt inklusive Demoszenen alles beigebracht, was ich benötigt, um die Spiele künftig zu dominieren. Mit dabei sind auch jede Menge neuer Tricks und Skill-Moves, die nicht nur gut aussehen, sondern im richtigen Moment auch den gewissen Unterschied machen können. Das Hauptmenü teilt sich dann recht üppig, aber logisch, in verschiedene Modi ein, die den Bildschirm teilen. NHL 21 ist genau genommen ein richtiges Modi-Monster, bei der Anzahl an verschiedenen Möglichkeiten, die einem das Spiel bietet. Hierfür steht einem auch das Pin-System zur Verfügung, das einem hilft, die beliebtesten Modi, die man häufig spielt, auf die Startseite zu pinnen. Ebenfalls neu und eines der angepriesenen Top-Features dieses Jahr ist der Hockey Ultimate Team RUSH Modus, der ebenfalls jede Menge Spaß verspricht. Man spielt fixe 5v5 oder 3v3 Matches, kann seine Aufstellungen an den Positionen nur geringfügig verändern und hat nur zwei Minuten zeit, um vorgegebene Aufgaben zu erfüllen. Das Spielfeld ist kleiner, die Schiedsrichter nicht präsent und das übergeordnete Ziel ist es, mit jeder Aktion Punkte zu sammeln, um höhere Ränge zu erreichen und Belohnungen abzusahnen. Ganz ehrlich: Ich hatte selten so viel Spaß mit einem Modus, wie mit RUSH und hoffe doch, dass dieser in den kommenden Jahren beibehalten und eventuell noch ausgebaut wird.

Der Be-a-Pro-Modus wurde dieses Jahr auch endlich einer lang überfälligen Maniküre unterzogen. Ihr erlebt die Geschichte eines jungen und vielversprechenden Talents, der sich bis in die NHL raufarbeitet, um schlussendlich auch bei einem Draft zum Zuge zu kommen. Die Geschichte ist recht unterhaltsam und wird hauptsächlich mit Textnachrichten, auf die man Einfluss hat, interaktiv gestaltet. Electronic Arts hat es hier geschafft, den Be-a-Pro-Modus auf Augenhöhe mit jenen von Madden und FIFA zu bringen. Höchst empfehlenswert für die Einzelspieler unter euch. Ebenso darf sich der Franchise-Modus über einige Feintunings freuen, hauptsächlich mit intelligenterer CPU-K.I., welche bei ihren Draft-Errungenschaften nicht mehr ganz so hastig agiert, wie noch die Jahre zuvor, und nun auch abwartt, bis Spieler mehr Erfahrung gesammelt haben. Der Franchise-Modus ist definitiv mehr für Manager gedacht und können dort schier endlos viel Zeit reinstecken. Ich war beeindruckt von den Möglichkeiten, bin dann aber doch jemand, der sich am Eis wohler fühlt. Der Rest der Spielmodi gesellt sich in die Kategorie “been there, done that” und hat entweder nur kleine oder gar keine nennenswerten Updates erhalten.

Das Spiel an sich spielt sich schon recht gut und macht Spaß. Das Problem an der ganzen Sache ist aber, dass man mehr Arcade-Feeling als echten Realismus erhält und das vielen eingesessenen Spielern bzw. jenen, die nach solch einer Erfahrung trachten, mittlerweile sauer aufstößt. Mir persönlich ist es wohl so lieber, nachdem ich großer Arcade-Fan bin und bis heute den Arcade-Modus von Olympic Hockey ’98 auf dem Nintendo 64 feiere. Aber ich sehe durchaus die berechtigte Kritik, auch an der Tatsache, dass die NHL 2K Spiele ihrer Zeit so weit voraus waren, dass die NHL Spiele von Electronic Arts auch heute noch nicht mithalten können. Man bedenke, dass die NHL 2K11 das letzte Spiel der Serie auf Konsolen war. Nachdem es derzeit aber generell ein Problem mit Electronic Arts’ Sportspielen gibt, die nur noch von Loot Boxen und Mikrotransaktionen getrieben sind und zu nichts anderem verkommen sind, als jährliche Neuanfänge in den jeweiligen Ultimate Team Modi, stellt sich mir ohnehin die Frage, wo die Reise für Sportspiele überhaupt hingehen soll. Nachdem nach und nach ganz Europa die Pläne von Electronic Arts in Bezug auf illegales Lootbox-Glücksspiel durchkreuzt, hat all das wohl ein Ablaufdatum. Dann stellt sich die Frage, ob man nicht ohnehin sämtliche Sportspiele einstampfen wird, nachdem offensichtlich ohnehin kein nennenswerter Aufwand in die Weiterentwicklung mehr reingesteckt wird. Im Moment macht zumindest NHL 21 noch Spaß und wartet mit genügend Neuerungen auf euch, sodass sich ein Kauf durchaus rechtfertigt. Ich hoffe mal, die dunklen Wolken über meinen Vermutungen verziehen wieder und wir erleben mit Next-Gen eine Kehrtwende.

Apropos: Wir haben das Spiel im Übrigen auf der Xbox Series X getestet und dort läuft es bestens. Kaum Ladezeiten, Menüs sind schnell und responsive und auch die Online-Verbindungen klappten bis auf einige Ausnahmen problemlos. Einen “Optimiert für Xbox Series X|S”-Patch wird es jedoch laut Aussagen von Electronic Arts nicht geben.


Wir bedanken uns beim Publisher für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.

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NHL 21 für Xbox One
NHL 21 für PlayStation 4

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at