NHL 18

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NHL 18 Review

Der Knuckle Puck schlägt wieder ein.

Wie jedes Jahr dürfen wir auch heuer wieder die Schlittschuhe anziehen und zusammen mit Electronic Arts die Eisbühne betreten, um nach dem schwarzen kleinen Objekt der Begierde zu jagen. Neben den üblichen Kader-Updates und Gameplay-Verbesserungen hält man dieses Jahr aber auch völlig neue Features für uns parat, die sich nicht nur gut in das bereits Vorhandene einfügen, sondern noch einen drauflegen und gehörig Spaß machen. Let’s rumble!

Wer erinnert sich noch ans Jahr 2009, als 3 on 3 NHL Arcade die Xbox Live Arcade Charts stürmte? Der abgedrehte NHL-Ableger, der sämtliche Grundregeln über den Haufen schmiss, war ein Heidenspaß, ließ aber seither vergebens auf einen Nachfolger warten. Nun hat sich Electronic glücklicherweise wieder daran erinnert und spendiert NHL 18 einen vollwertigen NHL Threes Modus. Dieser ist zwar nicht ganz so arcadelastig, wie 3 on 3 NHL Arcade, lehnt sich jedoch stark an dessen guten alten Zeiten an. Ihr könnt mit eurem Team aus drei Feldspielern plus Torhüter gegen ein anderes Team gleich in drei verschiedenen Modi antreten. NHL Threes ist online, gemeinsam an einer Konsole oder aber auch im Solo-Modus spielbar, welcher sogar eine eigenständige Kampagne bietet – bei der die einzelnen Spiele ebenfalls im Online-Co-op Modus bewältigbar sind.

Die (relativ wenig übrig gebliebenen) Regeln sind simpel: es wird eingenetzt, was geht! Ihr habt – solltet ihr den Money-Puck aktivieren – abwechselnd drei verschiedenfarbige Pucks am Feld. Der schwarze Puck lässt euch den üblichen Punkt scoren, der orangefarbene Puck spendiert euch gleich bis zu drei Zähler, wogegen der blaue Puck bis zu drei Pünktchen wieder abzieht. Checks und Sticks sind erlaubt, so lange der Schiedsrichter nicht pfeift. Und der meinte es in diesem Modus ziemlich gut mit euch. Habt ihr es dann aber dennoch geschafft, ihn auf euch aufmerksam zu machen, gibt’s gleich einen Penalty Shot, ohne Wenn und Aber. In der Solo-Kampagne treten dann, beinahe schon wie aus der Wrestling-Szene bekannt, auch hochrangige Persönlichkeiten mitten im Spiel aufs Eis und fordern euch als kurzzeitiges Mitglied des gegnerischen Teams zu einem Duell heraus. Schlagt ihr das Team, schließen sich diese NHL-Stars eurem an, um es für den Verlauf der Kampagne zu verstärken. Maskottchen machen davor übrigens ebenfalls nicht Halt.

Ihr habt verschiedene Gebiete, die ihr auf der Landkarte abgrasen müsst. Jedes Spiel kann euch, je nach Performance, bis zu drei Sterne bringen. Je nach Erfolg, könnt ihr dann unterschiedliche Ausrüstungen, Arenen oder auch Stars freischalten. Dabei lassen sich bei jedem Spiel einzeln die Schwierigkeitsgrade bestimmen. Je höher dieser ist, desto höher wird auch der Multiplikator für euren Sterne-Score ausfallen. Der Modus ist so absurd, dass er einen das alltägliche Eishockey-Szenario völlig fremd wirken lässt, wenn man wieder auf die regulären Spiele zurück wechselt. Vor allem bei den Vergehen sollte man dann wieder zurückstecken, die werden dort nämlich nach wie vor mit saftigen Zeitstrafen belegt.

Apropos regulärer Modus. Dieser hat ebenfalls ein paar neue Gameplay-Feinheiten erhalten. Größte Änderung dieses Jahr ist wohl das aktive Verteidigen mit dem Stick. „Defensive Skill Stick“ nennt sich das Ganze und lässt euch neben normalen Poke-Checks und Poke-Checks mit gestrecktem Arm auch kontrollierte Stock-Feger ausführen, um den gegnerischen Angreifern so richtig auf die Nerven zu gehen. Auch in der Offensive hat sich einiges getan. Neue Schüsse (durch die Beine), Dekes, Rückhand-Toe-Drags und andere Tricks könnt ihr nun mit in euer Repertoire aufnehmen, um gegen die CPU oder eure Kumpel offline als auch online anzutreten. Generell hat NHL 18 hier eigentlich den Vogel abgeschossen, denn es spielt praktisch keine Rolle mehr, welchen Modus ihr spielt und ob ihr offline oder online im Co-op-Modus zocken wollt: jetzt ist alles möglich! Selbst offline Co-op kann mit online Co-op kombiniert werden. Kudos an Electronic Arts, die hier Vorreiter in dieser Sache sind!

Im Franchise Modus müsst ihr diesmal ein 32. NHL-Team erstellen und draften, um die Liga aufzumischen. Ihr nehmt dabei an einem authentischen Expansion Draft teil, um euch die besten Spieler der Liga zu holen. Als Manager könnt ihr dann alle geschäftlichen als auch sportlichen Aspekte in die Hand nehmen und das Team zum Titel führen. Dabei beschränkt sich der Modus nicht nur auf amerikanische Teams, sondern bietet euch auch europäische zur Auswahl an. Die Gestaltung eines Logos und der Trikots liegt ebenso in eurer Macht, wie die Wahl eines Maskottchens. Der Stanley-Cup ist zum Greifen nah und mit eurem an eure Wünsche angepasstes Team sollte der Sieg nur mehr eine Formalität sein.

Die weiteren Modi Be a Pro, EA Sports Hockey League sowie NHL Ultimate Team runden das NHL 18 Erlebnis dieses Jahr wieder ab. Vor allem NHL Ultimate Team bietet euch dieses Jahr mehr und vor allem großzügigere Möglichkeiten, Ingame-Währung zu verdienen, ohne die Pay2Win-Schiene zu fahren. Prinzipiell wirkt der Marktplatz dadurch etwas weniger attraktiv, was ein gutes Zeichen ist. Es ist nun kein Ding der Unmöglichkeit mehr, ohne dem Einsatz von echtem Geld an exzellente Spieler ranzukommen. Was jedoch fehlt, ist der von uns letztes Jahr schon geforderte Story-Modus, welcher nach wie vor ausschließlich FIFA-Spielern vorbehalten ist. Schade, denn auf den hätte ich mich eigentlich schon gefreut, in der Hoffnung, dass Electronic Arts bei sämtlichen Sportspielen damit nachzieht. Vielleicht ja nächstes Jahr. Den Spielspaß mindert das zumindest keinesfalls. NHL 18 glänzt nämlich auch dieses Jahr wieder in hellstem Licht und kann Fans des eisigen Sports wieder wärmstens empfohlen werden.

Wir bedanken uns bei Electronic Arts für die Bereitstellung eines Testmusters.


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The Good

  • NHL Threes überrascht mit absurdem Spaß
  • Gameplay-Feinheiten als gute neue Änderung
  • Umfangreiche Modi

The Bad

  • Kein Story-Modus
9

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at