NBA Live 18

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NBA Live 18 Review

Electronic Arts schickt euch nach einem Jahr Pause wieder zurück aufs Spielfeld.

Nach den desaströsen Versuchen sich in den letzten Jahren im Basketball-Genre einen Namen zu machen, hat Electronic Arts nach der Veröffentlichung von NBA Live 16 kurzerhand die Notbremse gezogen und sich ein zusätzliches Jahr für ein neues, völlig überholtes Basketball-Erlebnis Zeit genommen. Nun dürfen wir mit NBA Live 18 also wieder das Spielfeld stürmen und es in The One Edition so richtig krachen lassen. Was es damit auf sich hat und ob sich die Wartezeit gelohnt hat, klären wir in unserem Review.

Viele Jahre über war NBA Live stets im Schatten von NBA 2K. Das lag daran, dass der NBA-Ableger von Electronic Arts nicht unbedingt den hauseigenen Qualitätsansprüchen gerecht wurde, wie es beispielsweise ein FIFA, Madden oder auch NHL tut. Animationen ließen zu wünschen übrig, die Gameplay-Mechanik war stets übersät von Bugs und auch der Rest des Spiels konnte wenig überzeugen. Nun, nach einer verlängerten Pause, sieht man aber, was das Team in dieser Zeit geleistet hat. Beinahe sämtliche Aspekte von NBA Live wurden überarbeitet und laufen nun einwandfrei und fast ohne gröberen Makel.

Fangen wir beim generellen Spielerlebnis an. Dort wo NBA 2K mehr auf Können und Realismus setzt, mag es NBA Live etwas entspannter. Ein kurzes Einstiegsspiel erklärt euch alles, was ihr über die Steuerung wissen müsst, sodass auch komplette Neulinge nicht im Dunkeln stehen. Die Ballkontrolle mit dem rechten Stick eures Controllers funktioniert beinahe schon zu gut und es liegt quasi in eurem Daumen, wie ausgefeilt ihr damit umgehen wollt. Aber selbst jene, die nicht sonderlich auch eine Trick-Show abfahren, gibt es die Chance zu punkten. Ein Pass hier, ein Dribbling da und eingesackt! NBA Live funktioniert beinahe schon zu einfach. Vor allem, wenn man mit vollem Zug auf den Korb ist, reicht oft eine einzelne Button-Eingabe, um das Ding zu versenken. Gut für Neulinge oder Casual-Spieler, wohl aber zu wenig für Profis mit dem Anspruch nach ein wenig Können.

Dass es aber dann doch nicht zu einfach wird, dafür sorgen die Motivations-Parameter. Je nachdem, ob ihr frei steht oder euch gerade nicht in Bewegung befunden habt, ist es leichter einen Korb zu treffen, als wenn ihr gedeckt werdet oder aus dem Sprint werft. Solltet ihr dennoch der Draufgänger und nicht erfolgreich sein, sinkt euer Selbstbewusstsein auf eisiges Niveau und ihr verhaut von da an mehr Würfe, wodurch ihr eure Motivation erst wieder durch Erfolge aufpeppen müsst. Trefft ihr hingegen einen Korb nach dem anderen, seid ihr „on fire“ und kaum aufzuhalten. Wie dem auch sei, NBA Live sorgt hin und wieder dafür, dass es nicht zu hitzig zugeht und lässt euch oft willkürlich Körbe verhauen, auf die ihr ohne Verteidigung zulauft oder auch lediglich zwei Meter davor steht. Manchmal ziemlich frustrierend.

Animationen waren ebenfalls ein großer Kritikpunkt in der Vergangenheit. Diesem hat man sich aber angenommen und der stilistischen Ecke des Spiels jede Menge Feinschliff verpasst. Es hätten zwar etwas mehr Animationen sein können, um das Spiel noch realistischer wirken zu lassen, aber das was man generalüberholt hat wirkt nun viel flüssiger, attraktiver und ist auch tief mit dem Spielfluss verknüpft. So könnt ihr während eines großen Schrittes nicht mehr einfach so die Richtung wechseln oder sonstige, den Naturgesetzen trotzenden, Kunststücke ausführen. Dennoch gibt es oftmals Situationen, wo man mit Zug auf den Korb und dem bevorstehenden erfolgreichen Abschluss einfach stur durch Gegner „durchmorpht“ und de facto nicht aufzuhalten ist.

Die Spielmodi in NBA Live 18 umfassen neben den bekannten Ultimate Team und Franchise Modi, welche zwar sehr umfangreich gestaltet sind, jedoch einerseits wenig Neues bieten und nicht ganz so ausgeklügelt sind, wie man es erhoffen möchte, auch noch den The One Modus. Hier könnt ihr euren Charakter auf die Karriere-Reise schicken – wenn ihr wollt, sogar mit eigenem Game Face über eine Smartphone App. Das Modus ist in zwei Bereiche aufgeteilt: einerseits müsst ihr in The League überzeugen können, andererseits jedoch auch in The Streets auftrumpfen, um euer Gesicht zu wahren. Ihr spielt dabei übrigens einen der Hype-Brüder, welcher durch eine schwere Verletzung für einige Zeit auf dem Weg zum Superstar außer Gefecht gesetzt war. Die Geschichte wird unterhaltsam durch zwei Sportmoderatoren in Videoform präsentiert, welche sichtlich überzeichnet agieren, aber sehr witzig anzusehen sind.

Im The One Modus gibt es dann auch noch weitere Möglichkeiten, eure Karriere voranzutreiben. Abgesehen vom umfangreichen Talentbaum, der eure Fähigkeiten verfeinert, könnt ihr durch Social Media Aktionen und ständigem Chat mit eurem Agenten und anderen Freunden Hype Punkte und Loot Boxen abstauben. Da ist es, das böse Wort: „Loot Boxen“! Aber keine Panik, Electronic Arts lässt euch diese ausschließlich durch im Spiel verdiente Punkte erstehen oder schenkt euch welche, wenn ihr mit gewissen Reaktionen im Chat antwortet. Diese enthalten dann diverse Kleidungsstücke, Schuhe & Co., welche eurer Aussehen boosten. Limitierte Editionen inklusive.

Außerdem könnt ihr noch an Live Events teilnehmen, bei denen ihr auf legendären Außen-Courts gegen Streetball-Legenden und ihre Teams spielt. Oder ihr wählt euch in den Live Run ein, der euch selbiges Vergnügen gegen Online-Teams gewährt. Wer’s jedoch wirklich wissen möchte, nimmt an der Pro-Am Tour Teil, bei der ihr die Solo-Story und die Throwback-Herausforderungen meistern müsst.

Abschließend bleibt noch zu erwähnen, dass es nun auch die WNBA endlich in ein virtuelles Basketball-Spiel geschafft hat. Somit werden auch erstmals weibliche Fans auf ihre Kosten kommen. Leider kommt das aber auch mit seinen Schattenseiten, denn die WNBA ist nur offline spielbar und kann nicht online gegen eure Kontrahentinnen genutzt werden. Warum ist nicht ganz klar. Aber das wäre definitiv ein Fall für NBA Live 19.

Fazit

NBA Live 18 ist nicht mit den Vorgängern der Reihe zu vergleichen. Es ist ein völlig neues Spielerlebnis, welches seine guten und schlechten Seiten hat. Was man dem Spiel zugute halten muss: es ist um ein Vielfaches einsteigerfreundlicher, als NBA 2K18, dafür lässt es sich aber auch viel einfacher spielen und damit Erfolge erzielen, auf Kosten des Realismus. Wer damit leben kann, dem wird’s egal sein. Der The One Modus ist das Highlight des Spiels, welcher stundenlange Unterhaltung bietet, wo Ultimate Team und der Franchise Modus aber wiederum zu kurz kommen. Einige Bugs und Gameplay-Momente mindern jedoch immer wieder den Spaß, wie das oft unerklärlich schlechte Verhalten vor dem Korb oder willkürliche Ballverluste. Insgesamt erkennt man jedoch, dass NBA Live den richtigen Weg eingeschlagen hat, bei dem noch viel Luft nach oben frei ist. Der Soundtrack ist übrigens auch top. Aber das war bei Electronic Arts Spielen eigentlich eh klar.

Wir bedanken uns bei Electronic Arts für die Bereitstellung eines Testmusters.


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The Good

  • Komplett überarbeitetes Erlebnis
  • Leichter Einstieg und leichte Spielbarkeit
  • Umfangreicher The One Modus
  • Soundtrack

The Bad

  • Umfangsschwacher Franchise Modus
  • Nichts Neues beim Ultimate Team Modus
  • Oft willkürliches Verhalten vor dem Korb
7.5

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at