NBA 2K21

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NBA 2K21 Impressionen

Dunk it, baby!

Im Zuge unserer Berichterstattung zum Launch der Xbox Series X|S haben wir von einigen Publishern freundlicherweise eine Reihe von Spielen zur Verfügung gestellt bekommen, um die Konsole bestmöglich ausreizen zu können. Spiele, die wir uns im Zuge dessen teilweise nur kurz angesehen haben, erhalten von uns kein vollständiges Review, sondern einen Impressionsbericht, um euch die Eindrücke zu schildern, die wir bei unseren Tests mit der neuen Konsole erhalten haben.

Basketball ist eine der Sportarten, welche mich de facto überhaupt nicht interessiert, obwohl ich eigentlich nichts gegen sie habe. Ich denke, es ist einfach der Umstand, dass es zu wenig körperbetont gespielt wird. Klar, quasi jede Berührung des Gegners wird schon als Foul gewertet und es ist ein ständiges hin und her zwischen Angriff und Verteidigung auf einem relativ kleinen Spielfeld, ohne viele aufregende oder diskussionswürdige Momente – und Sport lebt nun mal von Emotionen. Noch dazu kommt, dass man Basketball bei uns zwar auch im echten Leben spielen kann, aber je kleiner man ist, desto weniger wird man daran Freude finden, sind es doch allesamt große Menschen, die den Sport dominieren. Im Fußball oder Eishockey kann man fehlende Körperstatur noch mit Technik ausgleichen, beim Basketball ist das aber nicht ganz so “einfach”. Daher bin ich am Ende auch bei diesen beiden erwähnten Sportarten als Hobby geblieben. Soll aber nicht heißen, dass ich nicht doch das ein oder andere Basketballspiel in virtueller Form genieße und das war diesmal NBA 2K21 im Zuge des Reviews zur Xbox Series X.

Ich denke das Review zu NBA 2K18 kann man nach wie vor als Grundlage heranziehen, wenn man sich den neuesten Ableger der Franchise ansieht. Es ist halt der übliche 2K-Wahnsinn, ihre Spiele bis aufs Übelste mit Mikrotransaktionen, Lootboxen und sogar nicht überspringbarer Werbung zuzumüllen. Nachdem dies letztes Jahr noch ein “Versehen” war, ist ihnen dieser Fauxpass heuer erneut irgendwie “passiert”. Und das zufälligerweise einige Wochen nach Veröffentlichung und den letzten Reviews, die das Internet erreicht haben – und kein Medium überarbeitet seine Reviews im Nachhinein bei der Menge an Spielen, die Woche für Woche erscheint und überhaupt kann man Wertungen bei diversen Portalen auch im Nachhinein gar nicht mehr ändern. Ein gefundenes Fressen also für 2K. Das ist auch der Grund, warum ich seit geraumer Zeit von Spielen solcher Art Abstand halte und diese auch nicht mit Reviews ins Rampenlicht rücken möchte. Denn auch ein schlechtes Review erzeugt Aufmerksamkeit und nicht mal das haben solche Spiele verdient. Zudem finde ich solche Praktiken von Publishern Betrug am Käufer und diese sind in höchstem Maße zu verurteilen.

Aber zum Ausprobieren der neuen Xbox Series X habe ich mich dann doch auf den Court gewagt und einige Körbe geworfen. Von den Modi, die mit Lootboxen und Mikrotransaktionen übersät sind, habe ich mich abgewendet und am Ende blieb nur der klassische “Jetzt spielen”-Modus übrig. Und ich war erstaunt, wie gut und frustfrei sich dieser eigentlich spielen lässt und dass das Spiel den restlichen Mist eigentlich gar nicht nötig hätte. Zwar hatte ich manchmal das Gefühl, dass die K.I. schummelt und auch die Anzeige, wie perfekt man einen Wurf theoretisch machen müsste, völligen Unsinn darstellt, nachdem es relativ egal ist, ob man den Ball im blauen Bereich loslässt oder nicht. Der Erfolg ist eher willkürlich. Ich habe Bälle genetzt, wo ich nicht mal annähernd im blauen Bereich war und dann wiederum welche daneben gesetzt, die beinahe perfekt mittig getimed waren. Das fand ich dann relativ öde. Die Präsentation des Spiel hat mir aber das Gefühl vermittelt, als ob ich tatsächlich an einem echten Basketballspiel teilnehme und das ist für mich enorm wichtig. Ein Sportspiel muss authentisch sein und mich in den Bann ziehen, sodass ich danach sofort selbst spielen oder ein echtes Spiel besuchen möchte. Wobei Letzteres in Corona-Zeiten leider schwierig ist. Die Kommentatoren und Moderatoren, welche eine Halbzeitanalyse im Studio von sich geben, haben zwar einen gewissen Charme und quatschen relativ gut über die Geschehnisse, aber so flüssig und reibungslos, wie das beispielsweise in NHL-Spielen der Fall ist, schafft es 2K dann leider nicht ganz.

Die Performance könnte auf der Xbox Series X eigentlich kaum besser sein. Das Spiel läuft flüssig und ohne Verzögerungen ab und auch das Navigieren durch Menüs und kurze Ladebildschirme hält das Momentum aufrecht. Lediglich die erzwungenen Time-Out-Phasen sind nervig, was aber ein Problem des Spiels ist, und nicht der Konsole. Einmal blieb das Spiel auch für einen Bruchteil einer Sekunde stecken, lief danach aber ohne weitere Probleme weiter. Ob das ein häufig auftretendes Problem ist kann ich aufgrund der kurzen Testphase nicht sagen. Was aber definitiv nicht ganz sexy ist, ist die grafische Repräsentation abseits des Courts. Zuseher und Trainerteam, als auch Moderatoren und andere Beschäftigte sollten mal ein längst überfälliges Upgrade erhalten, um nicht wie aus einem Xbox-360-Ableger der Franchise zu wirken. Achja, das gibt es ja schon. Aber nicht per kostenfreiem Patch, sondern für weitere zehn Euro aus eurem Geldbeutel. Classic 2K. Mein Tipp: nehmt großen Abstand von diesem Spiel und dem Publisher im Allgemeinen. Einfach nur widerlich.


Wir bedanken uns beim Publisher für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.

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NBA 2K21 für Xbox Series X|S
NBA 2K21 für PlayStation 5
NBA 2K21 für Xbox One
NBA 2K21 für PlayStation 4

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at