My Brother Rabbit

By on on Reviews, 3 More

My Brother Rabbit Review

Ein herzerwärmendes Versteckspiel.

Artifex Mundi ist ein Entwicklerstudio, welches für seine “Hidden Object” Spiele bereits aus der Vergangenheit bekannt ist. Ich persönlich habe meine Steam-Bibliothek vollgestopft mit den vermeintlich sinnlosen Herausforderungen. In einem Wirrwarr von Dingen muss man sich eine Liste von gewünschten Objekten herauspicken, um neue Rätsel zu aktivieren und im Spielverlauf voranzuschreiten. Für viele mag das einfach ein belangloses Unterfangen sein, für mich stellte das seit jeher eine gewisse Faszination dar und war perfekt für das Abschalten nach langen und stressigen Tagen. Nachdem ich de facto sämtliche Artifex Mundi Spiele verschlungen habe, war mir also Nachschub ganz recht. So habe ich mich in die neue, kunterbunte Welt geschmissen und war angenehm überrascht, dass man an der bewährten Formel ein wenig geschraubt hat.

Wie eingangs schon erwähnt, ist es bei “Hidden Object” Spielen so üblich, dass ihr, wie auch bei Point and Click Adventures, eure Umgebung genau untersucht. Eine Schublade zum Öffnen hier, ein Schalter zum Aktivieren dort. Plötzlich trefft ihr auf ein Zahnradrätsel, um einen Mechanismus zu aktivieren, der wiederum einen neuen Weg öffnet. Blöderweise fehlen euch sämtliche Zahnräder dazu, wodurch ihr diese erst in der Welt suchen müsst. Diese besteht aus einer Handvoll Szenen, welche miteinander verbunden sind und auch ein “globales Rätsel” in sich bergen. Die Geschichte ist diesmal nämlich eine etwas traurige, aber auch eine andere, als in Artifex Mundi Spielen so üblich. Eine Familie erlitt einen Schicksalsschlag, welcher ihre Tochter erkranken ließ. Während die Eltern nach der richtigen Behandlung für sie suchen, nimmt das der Bruder der Kleinen selbst in die Hand, um ihr den Aufenthalt im kalten, sterilen Krankenhaus so angenehm wie möglich zu machen. Auf einer fantasievollen Reise durch ihre Vorstellungskraft spielt ihr einen Hasen, der seine Freundin, die Blume, heilen muss. Dies soll den Angehörigen Hoffnung un Stärke geben. Doch der schwierige Weg zum Ziel führt über mehrere Gebiete, die euch abwechslungsreiche Szenarien und Rätsel bieten.

Die bewährte Formel hatte bislang meist ein einziges, dafür recht großes Gebiet mit einer Story, die über Sprachausgabe und CGI-Zwischensequenzen erzählt wurde. In My Brother Rabbit geht man einen neuen, erfrischenden Weg. Ihr habt eben mehrere kleine Gebiete, die dafür mehr Abwechslung bieten. Die Geschichte wird über bildgewaltige Szenen erzählt und nicht durch einen Sprecher, der die dichte, melancholische Stimmung unterbricht. Für mich persönlich ein großes Plus, auch wenn ich damit die alten Artifex Mundi Spiele nicht schlecht reden möchte – Abwechslung tut dennoch gut. Das was ich dem Spiel leider etwas negativ ankreiden muss, ist die Tatsache, dass der Touchscreen auf der Nintendo Switch nicht unterstützt wird und ihr mit der Controller-Steuerung Vorlieb nehmen müsst. Schade, denn dafür wäre es perfekt ausgelegt gewesen und nachdem die PC-Version ohnehin eine Mauseingabe hat, wäre das auch kein großer Aufwand gewesen. Insgesamt betrachtet bietet euch das rund drei- bis vierstündige Abenteuer einige tolle Momente und definitiv Entspannung nach einem langen Tag. Wer solche Art von Spielen mag, kann hier definitiv nichts falsch machen.


Wir bedanken uns beim Publisher für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.

Wer uns unterstützen möchte, kann über unseren Amazon-Partnerlink oder direkt über folgende Auswahl einkaufen. Der Preis bleibt unverändert; uns kommt jedoch ein kleiner Betrag zugute, über den wir uns natürlich freuen würden :)

My Brother Rabbit für PlayStation 4
My Brother Rabbit für Xbox One
My Brother Rabbit für PC/Mac

The Good

  • Schön gezeichnete Welt
  • Angenehmer Soundtrack
  • Moderate Rätsel-Schwierigkeit und daher auch für die jüngere Generation geeignet

The Bad

  • Kein Touchscreen-Support auf der Nintendo Switch
8

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at