Moss

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Moss Review

Eine kleine Maus ganz groß.

Als ich zum ersten Mal die hauseigene PlayStation VR an die Konsole geschlossen und The Playroom VR gespielt hatte, fiel mir ein Spiel im Besonderen auf: Roboter retten. Dieses war ein simples Kurzspiel, welches euch durch ein längliches Level führte, in dem ihr insgesamt 20 Roboter finden musstet. Ihr selbst wart quasi ein Zuseher von oben und konntet eurem Roboter auf Schritt und Tritt folgen. Es erinnerte mich dabei stark an diverse Spiele der Super Mario Franchise und begeisterte mich von der ersten Minute an. Leider war Roboter retten denkbar kurz und so hoffte ich einfach darauf, dass dieses Konzept eines Tages jemand in ein vollständiges Spiel packen würde. Nun, über ein Jahr später, erschien Moss für die PlayStation VR und meine Gebete wurden endlich erhört!

Die Geschichte beginnt mit dem Aufschlagen des Buches Moss vor euch, indem ihr dazu euren Controller als virtuelle Hand benutzt. Auf den einzelnen Buchseiten werden euch kleine animierte Szenen dargeboten, untermalt von einer Erzählerin, welche uns die Details des uns bevorstehenden Abenteuers näher bringt. In diesem schlüpft ihr in die Rolle von Quill, der Mäuse-Heldin, die sich auf die Suche nach ihrem Onkel begibt, welcher in ein weit entferntes Schloss verschleppt wurde. Doch Quill hat sich fest vorgenommen, ihr Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, egal, wie steinig und gefährlich der Weg vor ihr sein wird. Grund dafür seid ihr, der Leser, welcher die Mäusedame auf ihrem Weg unterstützend unter die Mäusepfoten greift.

Anders als bei Roboter retten steuert ihr eure eigene Position im Level nicht, sondern seid fix im Raum platziert. Mittels Kopfbewegungen schaut ihr euch frei um und per Controller steuert ihr unsere Heldin. Die einzelnen Levelabschnitte beinhalten kleine Rätsel und manchmal auch Kämpfe gegen – für unsere Maus – doch recht gefährliche Gegner, solltet ihr unachtsam sein. Sobald ihr einen Abschnitt gemeistert habt und ans Ende dessen gelangt seid oder eine Tür durchquert habt, gelangt ihr in den nächsten Abschnitt und das Ganze beginnt wieder von vorne. Eure Aufgabe als Leser ist es nicht nur, den Kniff des aktuellen Abschnitts zu durchschauen, sondern gegebenenfalls auch helfend einzugreifen, indem ihr blau funkelnde Objekte bewegt. Selbiges könnt ihr übrigens auch mit den euch feindlich gesinnten Geschöpfen machen, um sie beispielsweise auf einem Schalter zu platzieren, damit ihr vormals unzugängliche Wege passieren könnt.

Sämtliche Rätsel sind zwar nicht wirklich schwer, erfordern aber einiges an Geschick, um in der Hektik des Gefechts nicht den Kürzeren zu ziehen. Teilweise erschweren euch eure Widersacher eure Vorhaben enorm, andererseits erweisen sie sich aber auch als nützlich, um euch voranzubringen. Es ist ein gute Mischung aus Geben und Nehmen, zu keinem Zeitpunkt jedoch frustrierend. Das ist wohl auch dem Zielpublikum geschuldet, welches Entwickler Polyarc mit Moss anpeilt. Es ist ein Spiel für die gesamte Familie – egal ob jung, alt, Junge oder Mädchen. Die unfassbar niedliche und detailliert animierte Maus kann definitiv jeden begeistern. Moss soll einfach Spaß machen und das merkt man bei so einigen Design-Entscheidungen. So kann Quill in Kämpfen durchaus in Gefahr kommen, solltet ihr unachtsam sein – doch steht ihr kurz vor dem dritten und damit finalen Schlag gegen euch, könnt ihr mit eurer Leser-Aura die kleine Maus jederzeit und so oft wie nötig heilen. Solltet ihr mal nicht weiterkommen und nur rumstehen, gibt euch Quill mit ihren Gesten kleine Tipps und falls ihr am Ende dann erfolgreich gewesen seid, könnt ihr eurer Miniaturheldin sogar ein High-Five geben. Ernsthaft: ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wann ich das letzte Mal ein Spiel gespielt habe, welches so gute Stimmung verbreitet hatte. Es ist ein unkompliziertes und simpel gestricktes Abenteuer, welches mit der Liebe zum Detail überzeugen kann und jeder, der eine PlayStation VR sein Eigen nennt, definitiv gespielt haben sollte. Am Ende verbleiben dann nur Freude und Wehmut zugleich, denn einerseits endet das Abenteuer bereits nach rund vier Stunden, andererseits handelte es sich bei der Geschichte lediglich um Buch eins und für Nachschub dürfte wohl gesorgt sein, wenn man den Worten der Erzählerin Glauben schenken möchte. In meinen Augen ist Moss eines der besten PlayStation VR Erlebnisse und demnach eine absolute Kaufempfehlung! Vor allem für Eltern, die ein familienfreundliches Abenteuer mit ihren Kids erleben wollen.


Wir bedanken uns beim Publisher für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.

Wer uns unterstützen möchte, kann über unseren Amazon-Partnerlink oder direkt über folgende Auswahl einkaufen. Der Preis bleibt unverändert; uns kommt jedoch ein kleiner Betrag zugute, über den wir uns natürlich freuen würden :)

The Good

  • Tolle Idee und Umsetzung
  • Liebevoll gestaltete Welt
  • Angenehmer Mix aus Kämpfen und Rätseln
  • Für die gesamte Familie geeignet

The Bad

  • Hin und wieder bleibt Quill in Objekten stecken
  • Das Spiel ist leider bereits nach rund vier Stunden vorüber
9

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at

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