Monster Hunter Stories

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Monster Hunter Stories Review

Das Spin-off zur Monster Hunter Reihe überrascht mit angenehmer Abwechslung.

Ich war schon immer ein Fan von Monster Hunter. Die von Capcom entwickelte Spielreihe wusste stets durch ihre abwechslungsreichen Kreaturen und ausgiebigen Jagden zu beeindrucken. Nachdem ich mit Pokémon und Digimon aufwuchs, verspürte ich stets den Drang nach so einer schnellen Monster-Odyssey für Zwischendurch. Passend dazu gab es die Monster Hunter Spiele in den letzten Jahren meist auch nur auf Handhelds, mit der Ausnahme von Monster Hunter Tri, welches auch auf Nintendos letzten beiden Heimkonsolen Wii und Wii U spielbar war. Einziges Problem, welches ich bislang hatte: Monster Hunter war nie wirklich einsteigerfreundlich. Ohne das Internet und umfangreiche Studien der Monster Hunter Wiki-Website, wäre wohl nicht nur ich, sondern auch viele andere da draußen verloren gewesen. Daher wünschte ich mir immer schon etwas mehr Simplizität sowie den ein oder anderen Story-Happen in das Spiel. Nun, nach ewigem Bangen, hat es Monster Hunter Stories für den Nintendo 3DS endlich auch nach Europa geschafft, welches all meine Wünsche erfüllen sollte.

Das Spiel nimmt die erfolgreiche Formel der bisherigen Veröffentlichungen und packt alles in ein schönes, modernisiertes Gesamtpaket. Nicht nur die grafische Cel-Shading-Optik weiß zu beeindrucken, sondern auch der Rest des neuen Rezeptes. Allen voran steht natürlich die Story, welche euch durch das Spiel begleitet. Jedes Jahr werden neue Raider gekürt, welche bei der Zeremonie ein Monster aus einem Ei zum Schlüpfen bringen und sich mit dem Monster verbinden. Drei kleine Racker haben jedoch einen anderen Plan: sie halten einfach ihre eigene Zeremonie ab, um das Ritual zu kopieren. Simple Steine sollen für das Ausbrüten herhalten. Doch siehe da: es funktioniert! Im Dorf angekommen, holen sie sich gleich ihre Schelte ab, bevor ein dunkles Monster dieses angreift. Mit gemeinsamen Kräften und dem soeben geschlüpften Monster kann der Widersacher in die Flucht geschlagen werden. Doch das scheint erst der Anfang eines großen Abenteuers zu sein.

Nach eurer Kür als Raider – ein Jahr später –, begebt ihr euch in die Welt hinaus, um euch vor dem Dorfältesten zu beweisen. Dabei begleitet euch euer Monster – auch Monstie genannt. Ihr könnt die ewigen Weiten nicht nur zu Fuß erkunden, sondern auch auf dem Rücken eures Kumpels. Die ersten feindlich gesinnten Monsties werden ebenfalls nicht lange auf sich warten lassen, ehe sie euch in einen Kampf verwickeln. Die rundenbasierten Gefechte folgen dem Schere-Stein-Papier-Prinzip bei dem Attacken verschiedene Typen haben können. Geschwindigkeit schlägt Kraft, Kraft schlägt Technik, Technik schlägt Geschwindigkeit. Der Clou daran: bei eurer ersten Begegnung mit einem neuen Monstie wisst ihr noch nicht, welche Attacke folgen wird. Außerdem können manche Monsties gewisse Attacken-Typen in einem Muster rauspulvern. So müsst ihr einerseits geschickt schlussfolgern, andererseits euch auch Muster merken, um siegreich aus einem Kampf hervorzugehen. Ihr könnt zwar auch noch einige Spezial-Angriffe starten, die meist eure Verteidigung bzw. den Angriff in der nächsten Runde stärken, doch im Großen und Ganzen war’s dass dann auch schon. Je besser ihr mit eurem Monstie zusammenarbeitet, desto stärker bindet ihr euch an ihn und könnt im Kampf gemeinsam angreifen und sogar starke Spezialangriffe landen.

Selbst, wenn ihr nur mit einem Monstie gleichzeitig kämpfen könnt, so dürft ihr durchaus mehrere davon in eurer Party haben. Jedes Monstie hat seine Eigenheiten, die euch in der Welt zugute kommen, wie beispielsweise über Gräben hüpfen. Habt ihr das passende Monstie noch nicht gefunden, kommt ihr an dieser Stelle auch nicht weiter. Doch wie bekommt man überhaupt neue Kreaturen? Nun, dazu müsst ihr immer wieder auftauchende Höhlen durchforsten, die beim Nest dann ein Ei für euch parat halten. Mit diesem müsst ihr dann flüchten, sollte das Nest bewacht sein, ehe ihr dieses im Dorf ausbrüten könnt. Dazu tippt ihr mit dem Stylus auf das Ei und könnt so gleichzeitig die Statistiken des Neugeborenen verändern, wenn ihr an die richtigen Stellen tippt. Jedes Monstie unterscheidet sich dann durch seine Gene, die bestimmen, welche Eigenschaften das Monstie mit sich bringt. Im späteren Spielverlauf könnt ihr dann Gene von Monsties auch übertragen und völlig neue Geschöpfe erschaffen – quasi, als würdet ihr in Pokémon züchten.

Natürlich wurde auch nicht auf die Loot-Jagd vergessen. Die Welt ist dicht gesät mit verschiedensten Items, die eingesammelt oder abgebaut werden wollen. Diese könnt ihr dann beispielsweise in Kämpfen zur Unterstützung einsetzen oder zusammen mit dem Loot von euren Widersachern in die Stärkung von Rüstungen und Waffen stecken. Denn anders, als in den üblichen Monster Hunter Spielen, müsst ihr euch nicht mehr für eine Klasse entscheiden, sondern rüstet einfach die Waffe aus, die euch am ehesten zusagt.

Damit sich auch etwas bei eurem Spielfortschritt tut, wurden neben den Hauptstory-Zielen auch noch jede Menge Sidequests eingebaut, die ihr zusätzlich mit DLC-Quests noch erweitern könnt. Außerdem sind auch die Katzen wieder mit an Bord. Mit einem eigenen Katzen-Van könnt ihr so ziemlich schnell durch die Welt reisen, ohne jedes Mal den gesamten Weg abklappern zu müssen. All das reiht sich in viele willkommene Änderungen am Gameplay ein, die das Spiel völlig modernisieren und so auch viel zugänglicher für alle machen. Hoffentlich schaut man sich auch für die nächsten Monster Hunter Spiele einiges davon ab.

Das Schönste an Monster Hunter Stories ist jedoch, dass es sich wie ein wohlgeformtes Ganzes anfühlt. Ihr müsst zu keinem Zeitpunkt nach Erfahrung grinden und selbst wenn ihr es tut, kommt es nur eurem eigenen Vorteil zugute. Ihr könnt stets die Geschichte genießen, die zwar keinen Oscar gewinnen wird, aber dennoch recht unterhaltsam ist. Für die deutsche Übersetzung hat man auch einige lustige Dolmetscher rangelassen, die sehr viel Wert auf ulkige Reime und Bezeichnungen gelegt haben. Hin und wieder muss man dabei schmunzeln, nicht wissend, ob aus Genialität oder zwecks Fremdschämen 😉

Obendrein hat Capcom auch noch lokale PvP-Kämpfe eigebaut, sowie jene, die ihr auch online oder per StreetPass bestreiten könnt. So werdet ihr eure eigenen Kreaturen nicht nur zur Schau stellen, sondern auch beweisen, dass sie mehr drauf haben, als man denkt. Ein netter Bonus sind auch noch die Turniere, bei denen ihr sogar Waffen und Equipment aus The Legend of Zelda abstauben könnt, sofern ihr den kostenlosen DLC heruntergeladen habt. Irgendwie geil.

Fazit

Monster Hunter Stories ist das Monster Hunter, das ich schon immer haben wollte! Auch wenn Fans und Verfechter der ersten Stunde eventuell über die fehlende Herausforderung im Fangen der Monster und des üblichen Gameplays enttäuscht sein könnten, werden jene, denen es vorher zu kompliziert und mühsam war, wahrlich Freudensprünge machen. Die Präsentation ist eine Augenweide, auch in stereoskopischem 3D; der Soundtrack stimmig, sowie sanft und das Abenteuer an sich ein unterhaltsames und entspanntes. Nur schade, dass die Monster Hunter amiibo es nicht außerhalb Japans geschafft haben. Die wären nochmals eine Draufgabe gewesen. Aber wer ein wahrer Fan der Reihe ist, schreckt sicherlich vor keinem Import zurück. Spätestens dann nicht mehr, wenn man Monster Hunter Stories zu schätzen gelernt hat.

Wir bedanken uns bei Nintendo für die Bereitstellung eines Testmusters.


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The Good

  • Tolle farbenfrohe Präsentation
  • Endlich ein "modernes" Monster Hunter
  • Monstervielfalt
  • Einsteigerfreundlich

The Bad

  • Für Monster Hunter Verfechter der ersten Stunde vermutlich die falsche Wahl
9

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at