Monster Hunter Generations Ultimate

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Monster Hunter Generations Ultimate Review

Ein verspätetes HD-Remake für die Nintendo Switch.

Als Anfang dieses Jahres das heiß ersehnte Monster Hunter World endlich die Konsolen stürmte, wurde jedoch eine in der illustren Runde ausgelassen. Die Nintendo Switch musste durch die Finger schauen, als rund um den Globus sämtliche Monster Hunter Fans erneut auf die Jagd gehen konnten. Das bislang erfolgreichste Spiel der Serie konnte viele Neuerungen und so genannte “Quality of Life” Änderungen mit sich bringen, wodurch das Spiel nicht nur zeitgemäßer wirkte, sondern auch Millionen neuer Spieler angesprochen hat, die zuvor niemals Hand an ein Monster Hunter gelegt hatten. Nun beehrt die Franchise auch die zuvor im Stich gelassene Nintendo Switch und viele mögen wohl verwundert sein, warum sich das Spiel so gar nicht wie Monster Hunter World spielt. Nun, lasst uns das Problem kurz klären: Monster Hunter Generations war ursprünglich 2016 für den Nintendo 3DS erschienen und wurde im August 2017 auf die Nintendo Switch portiert. Erst danach erschien im Jänner 2018 Monster Hunter Worlds für PlayStation 4 und Xbox One, eben nun mit mehr als einem Jahr Verspätung gefolgt von Monster Hunter Generations Ultimate im westlichen Raum. Warum man so lange gebraucht hat, um einen erweiterten Port hierzulande zu veröffentlichen, bleibt uns ein Rätsel. So wirkt der Release leider manchmal wie ein Schritt zurück, anstatt nach vor, da natürlich sämtliche Verbesserungen am Gameplay wieder dahin sind. Doch wer nun zurückschreckt, sollte dennoch einen Blick riskieren, denn Monster Hunter Generations Ultimate stellt eines der besten und umfangreichsten Spiele in der Geschichte von Monster Hunter dar.

Mit insgesamt 93 Monstern bietet euch das Spiel die höchste Anzahl an Monstern, die jemals in einem Spiel der Serie zu finden waren. Im Vergleich zum Original-Release am Nintendo 3DS sind das sage und schreibe 20 mehr. Die Selektion dieser reicht über die gesamte Franchise hinweg. Davon werden insgesamt sechs Monster als die Haupt-Monster angesehen, wovon vier neue Evolutionen bereits bekannter Monster darstellen und zwei davon völlig neu sind. Wie immer gilt: jeder einzelne eurer Widersacher hat tödliches Potential in sich, solltet ihr auf unvorsichtigem Fuß dahinschreiten. Jedes Monster will studiert werden, sei es sein Verhalten abseits des Kampfes oder direkt beim Angriff. Dazu passend müsst ihr nicht nur eure Angriffe präzise planen, sondern auch dafür sorgen, dass ihr bei eurer Verteidigung bzw. Verarztung nicht in Schwierigkeiten geratet. Anders als in Monster Hunter World habt ihr keine nahtlos übergehenden Gebiete. Verlasst ihr eine der Zonen, habt ihr kurz die Chance, euch in Ruhe zu heilen, euren Schleifstein auszupacken oder einfach nur mal kurz tief Luft zu schnappen. Das bedeutet nicht, dass ihr in Sicherheit seid, da Monster ebenso wie ihr jederzeit die Zonen wechseln können. Doch anders als in Monster Hunter World seid ihr ein angreifbares Ziel, wenn ihr rasten müsst, um euch beispielsweise am Regenerationstrank zu laben.

Die Monster sind nach wie vor eine Augenweide. Nicht nur in ihrer Gestaltung, sondern auch im Hinblick auf Animationen und dem Verhalten, sowohl alleine, als auch im Rudel. Leider merkt man dem Spiel seinen Ursprung an. Der Nintendo 3DS hat einen relativ kleinen Bildschirm mit niedriger Auflösung. Was auf dem 3D-Handheld richtig fein ausgesehen hat, trägt ein wenig Staub auf den Schultern, wenn man in der Nintendo Switch Version etwas genauer hinsieht. Matschige Texturen und auch 3D-Modelle mit niedriger Polygonanzahl fallen hin und wieder ungut auf. Glücklicherweise betrifft das nur die grafische Repräsentation und nicht das Gameplay selbst, denn dieses hat ausschließlich von der Portierung profitiert. Das Spiel läuft durchgehend flüssig und mit der Möglichkeit eines zweiten Sticks zu spielen, läuft dieses weit weniger hektisch ab, als es ohnehin schon ist. Ja, man hat auf einem New Nintendo 3DS zwar einen kleinen Nubbel, der einen zweiten Stick repräsentieren soll, aber seien wir uns ehrlich: das ist nicht unbedingt das Wahre. Wer übrigens bereits am Nintendo 3DS etliche Stunden in das Spiel investiert hatte und mit einem Neukauf liebäugelt, der muss nicht nochmals von vorne beginnen. Es besteht die Möglichkeit, dass der Speicherstand vom Nintendo 3DS auf die Nintendo Switch übertragen wird und man sofort dort weiterspielen kann, wo man aufgehört hat. Doch was rechtfertigt einen eventuellen Neukauf eigentlich noch?

Nun, da gibt es noch ein paar Dinge, die nicht nur Neukäufer ansprechen sollen, sondern auch Rückkehrer. Zum einen wären da die G-Rang Quests, welche nicht nur eine irrwitzige Schwierigkeitsstufe bieten, sondern euch bei Erfolg auch wahrlich belohnen. So könnt ihr spezielle Rüstungen schmieden, die euch nochmals einige Boni in Punkto Statuswerte geben. Obendrein könnt ihr nun auch aus zwei zusätzlichen Jagd-Stilen wählen, die euer Kampfverhalten mit einer spezifischen Waffe nochmals verändern. So könnt ihr beispielsweise weniger oft, dafür kräftiger zuschlagen oder auch auf Gegner springen und diese aus einer völlig neuen Position heraus bekämpfen. Insgesamt gibt es nun sechs verschiedene Stile, aus denen ihr wählen könnt. Außerdem gibt es auch völlig neue Style Power-Ups, welche euch im Kampf den gewissen Vorteil schenken können, beispielsweise durch verringerte Ausdauerkosten oder schnellerer Verwendung von Items. Wem das noch nicht genug ist, der darf gerne auch mal als Katze spielen. Dieser verrückte Modus lässt vor allem dem Tatendrang von Neulingen freien Lauf, da sich eure Ausdauer nicht verringert und ihr somit ein wenig experimentieren könnt. Der Online-Modus funktioniert im Übrigen ebenfalls tadellos, genau so, wie auch der lokale Mehrspieler-Modus. Zu dem würden wir auch raten, wenn ihr einen Freund habt, der ebenfalls fleißiger Jäger ist, da es einfach mehr Spaß macht, mit Freunden in den Kampf zu ziehen. Leider bietet sich auf der Nintendo Switch keine geeignete Kommunikationsmöglichkeit an und die vorgefertigten Nachrichten erfüllen leider auch nur ihren Zweck. Aber das sollte in der heutigen Zeit auch kein Beinbruch mehr sein, da man genügend Alternativen zum Ausweichen auf externe VoIP-Services hat.

Fazit

Wir hatten Monster Hunter Generations bereits ausgiebig am Nintendo 3DS gespielt und sind auch von der Portierung auf die Nintendo Switch begeistert. Ich persönlich habe leider nicht die Erfahrung eines Spielers, der hunderte Stunden in jedes einzelne Monster Hunter Spiel gesteckt hat, was sich auch beim Spielen schnell bemerkbar macht. Eine externe Quelle à la Monster Hunter Wiki durfte da also nicht fehlen. Dennoch bietet es auch für den Durchschnitts-Fan der Serie jede Menge Inhalt, um ihn bei Laune zu halten und nach und nach in die Materie einzuführen. Die Monster sind immer wieder ein schöner Anblick und jede Jagd ein eigenes Erlebnis und ein gewisser Nervenkitzel. Wer sich nicht sicher ist, ob Monster Hunter Generations Ultimate das richtige Spiel für ihn ist, der sollte einfach die kostenlose Demo im eShop ausprobieren. Wir können jedenfalls nur unsere Empfehlung aussprechen und euch hunderte Stunden an Unterhaltung versprechen.


Wir bedanken uns beim Publisher für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.

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Monster Hunter Generations Ultimate für Nintendo Switch

The Good

  • 93 Monster im Spiel
  • Neue Quests und Stile
  • Hunderte Stunden an Inhalt
  • Speicherstand-Übertragung vom 3DS

The Bad

  • Angestaubte Präsentation durch Portierung
  • Verspätete Veröffentlichung im Westen lässt die Quality of Life Updates von World vermissen
9

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at