Monopoly für Nintendo Switch

By on on Reviews, 2 More

Monopoly für Nintendo Switch Review

Jetzt muss das Sparschwein dran glauben: Monopoly für Nintendo Switch lädt zum Verhandeln ein.

Über Monopoly zu diskutieren käme wohl einer Gotteslästerung gleich. Das Kultspiel, welches seit Jahrzehnten Brettspieler über den gesamten Globus verteilt begeistert, ist in meinen Augen das beste Beispiel, wie man etliche Stunden im Nu verfliegen lassen kann. Es ist in meinen Augen auch ein früher Vorreiter von Mario Party, welcher, wenn es am Ende brenzlig mit der Kohle wird, durchaus mal dicke Luft entstehen lassen kann. Ich will nicht sagen, dass irgendwelche meiner Freundschaften dadurch zerstört worden wären, aber daran gekratzt hat der Spielausgang schon einige Male. Aber wer kann einem das verdenken? Schließlich stinkt es sich mit voller Hose halt besser und wer die Moneten auf den Tisch knallen kann, sitzt nun mal am längeren Hebel und kann genüsslich dabei zusehen, wie ein Spieler nach dem anderen Bankrott erklären muss. Monopoly für Nintendo Switch bietet euch diese Erfahrung nun auch in digitaler Form am Bildschirm inklusive netter Features und interaktiver Spielbretter.

Der Spielumfang ist recht überschaubar. Ihr könnt im Einzelspieler-Modus zwischen klassischen und lebendigen Spielbrettern wählen. Die klassischen Varianten beinhalten das Original-Spielbrett sowie das Rabbids-Spielbrett, welches die verrückten Hasen von Ubisoft ins Geschäft ruft. Bei den lebendigen Spielbrettern werdet ihr 3D-Modelle von Häusern, Zügen und anderen Elementen aus Monopoly vorfinden. Außerdem ist die Mitte des Spielbretts thematisch passend und vor allem lebendig gestaltet. Insgesamt gibt es drei verschiedene Varianten davon. Ein Spielbrett mit einem Stadt-Motto, eines im Vergnügungspark-Design und ein weiteres im Geister-Spielbrett-Design, passend für Halloween oder etwaige Gruselabende. Der Spielablauf folgt dabei entweder den originalen Regeln von Monopoly oder hauseigenen Regeln, die ihr allesamt im Detail einstellen könnt.

Außerdem gibt es die Möglichkeit, durch eine spezielle Zielkartenauswahl eine schnellere Partie des Spiels hinter euch zu bringen. Dadurch verringert sich die Spielzeit auf rund 30-45 Minuten, je nach Auswahl eurer Siegesbedingungen. Diese reichen von Hotelleiter (der erste Spieler, der ein Hotel baut, siegt) über Magnat (der erste Spieler, der 2.000 Bargeld besitzt, siegt) bis hin zu Vermieter (der erste Spieler, der 500 an Mieteinnahmen erzielt, siegt). Es gibt auch noch einige andere Siegesbedingungen, aus denen ihr wählen könnt. Im Spiel selbst ist es recht angenehm, an der Hand geführt zu werden. Ihr müsst die Regeln nicht bis ins kleinste Detail auswendig kennen, da sie auch ohnehin vom Spiel selbst zum jeweiligen Zeitpunkt erklärt werden. Generell funktioniert das auch recht problemlos. Einzig das Verhandeln ist etwas gewöhnungsbedürftig und bedarf mehr Erklärung, da man sonst vor einem recht unübersichtlichen Eingabebildschirm ohne Anweisungen verweilt.

Neben einigen Rechtschreib- und Übersetzungsfehlern, die eigentlich nicht passieren dürften, sind uns keine gröberen Schnitzer aufgefallen, außer vielleicht, dass der Sprecher manchmal etwas kontextsensitiver reagieren könnte. Wenn man beispielsweise auf einem mit einer Hypothek belasteten Grundstück landet, schlägt er uns vor, dass es eine gute Idee wäre, zu bauen. Nicht wirklich hilfreich. Im Großen und Ganzen ist es jedoch eine recht solide Umsetzung, die nicht nur am TV mit einem Controller für alle gespielt werden kann, sondern auch mit den einzelnen JoyCon. Außerdem gibt es sogar einen Online-Mehrspieler-Modus mit benutzerdefinierten oder auch schnellen Spielen. Und je mehr ihr spielt, desto mehr Boni schaltet ihr im Spiel frei. Mehr als neue Spielfiguren sind darunter jedoch nicht vertreten. Aber immerhin erglänzen diese dann in schönem Gold.

Ein ganz großes Problem hat uns jedoch zum Zeitpunkt des Reviews betroffen: Ladezeiten. Die Qualitätskontrolle bei Ubisoft hat mal wieder gehörig geschlafen. Nach anfänglicher Verwunderung, warum der Ladebildschirm nach dem Starten des Spiels in einer vermeintlichen Endlosschleife hängt, stellte sich nach einer schnellen Suche im Internet heraus, dass man mit bis zu 20(!) Minuten Wartezeit rechnen muss, bevor man den Titelbildschirm erreicht. Der temporäre Workaround: die Nintendo Switch komplett neu starten. Ubisoft ist sich des Problems bewusst und arbeitet an einem Patch. Seid euch dessen also bitte bewusst, bevor ihr das Spiel kauft.

Übrigens vergeben wir an Monopoly für Switch keine Wertung, da es in unseren Augen keinen Sinn macht, dies zu tun. Monopoly ist ein zeitloser Klassiker, den man entweder mag oder auch nicht. Das Spiel selbst hat sich auch auf der Nintendo Switch nicht geändert und die technische Umsetzung dazu ist zwar nichts Besonderes, aber zweckdienlich und vermittelt den Spaß von Monopoly so, wie es das auch soll. Demnach kann man als Monopoly-Fan und Nintendo-Switch-Besitzer hier keinesfalls was falsch machen.

Wir bedanken uns bei Ubisoft für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.


Wer uns unterstützen möchte, kann über unseren Amazon-Partnerlink oder direkt über folgende Auswahl einkaufen. Der Preis bleibt unverändert; uns kommt jedoch ein kleiner Betrag zugute, über den wir uns natürlich freuen würden 🙂

The Good

  • Monopoly Spaß für zu Hause oder unterwegs
  • Nette Idee der lebendigen Spielfelder
  • Hauseigene Regeln

The Bad

  • Der Sprecher ist generisch und bezieht sich nicht auf die Situation
  • Rechtschreib- und Übersetzungsfehler
  • Ladezeiten

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at