Minecraft: Story Mode – The Complete Adventure

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Telltale Games hat wieder etwas zu erzählen und diesmal geht es um große Blöcke.

Die Spiele von Telltale Games zeichneten sich noch nie mit großartigem Gameplay oder sonstigen magischen Überraschungen aus. Der Fokus lag bislang immer auf einer starken, interaktiven Story, die man episodenweise konsumieren konnte. An diesem sehr erfolgreichen Rezept hat sich auch bei Minecraft Story Mode nichts geändert, welches zwar schon 2015 die erste Episode spielbar hatte, jedoch nun im Gesamtpaket der acht Episoden umfassenden The-Complete-Adventure-Ausgabe auf der Nintendo Switch erschien. Und welche Konsole wäre wohl besser dafür geeignet, als Nintendos neuestes Wunderding für unterwegs?

Die Geschichte dreht sich hauptsächlich um eine kleine, aus engen Freunden bestehende Gruppe an Erbauern, die nur eines im Sinn haben: die Endercon! Die Truppe rund um Jesse mit seinem Schwein Reuben, Olivia und Alex müssen das eindrucksvollste Gebilde errichten, um einen ihrer größten Idole zu treffen: Gabriel vom Orden des Steins. Der Orden des Steins ist eine heldenhafte Truppe, welche dieses Land vom Ender-Drachen befreit und die Bevölkerung mit ihren Helden-Sagen bis heute beeindruckt hatte. Doch der Orden ist längst zerschlagen. Zu blöd, denn gerade während der Endercon tut sich eine weitere Gefahr auf. Ivor, ein ziemlich zwielichtiger Typ, heckt einen ziemlich bösen Plan aus, der die gesamte Welt erschüttern wird. Er versucht, einen Wither auf die Menschheit loszulassen, mit all seiner Grausamkeit und Zerstörungskraft!

Das und nicht mehr soll euch einen Vorgeschmack auf das geben, was euch erwartet. Minecraft Story Mode sieht zwar optisch wie Minecraft aus, hat jedoch spielerisch wenig damit zu tun. Es wird euch eine Geschichte erzählt, die spannend und zugleich lustig ist. Eure Entscheidungen hängen davon ab, wie diese ausgeht. Diese reichen von simplen Dialog-Szenen mit hitzigen Diskussionen über Geschicklichkeitspassagen bis hin zu Entscheidungen über Leben und Tod. Hin und wieder gibt es aber auch kleine Crafting-Sequenzen, in denen ihr à la Minecraft nützliche Gegenstände bauen müsst, um Rätsel zu lösen und in der Geschichte voranzukommen. Die Rätsel sind dabei jedoch nicht sonderlich schwierig und teilweise sogar recht einfallslos. Zumindest im Vergleich zu dem, was Telltale Games bereits für Spiele auf den Markt gebracht hat. Glücklicherweise reißt die recht unterhaltsame Geschichte und vor allem die Abwechslung der letzten vier Episoden das Ruder rum. Um nicht zu viel zu spoilern: die ersten vier Episoden können quasi als Vorgeschichte zu dem gesehen werden, was dann in den nachfolgenden Episoden passiert. Die letzten vier Episoden haben jeweils quasi ein eigenes Setting und eine eigene Geschichte, die zwar über einen roten Faden zusammengehalten wird, sich in den einzelnen Fällen jedoch völlig von einander unterscheiden – was aber ausnahmslos als positiv gewertet werden kann.

Die Nintendo Switch hat hier den enormen Vorteil, dass ihr das Spiel nicht nur klassisch im Dock mit dem Controller, sondern auch (unter Umständen unterwegs) im Handheld-Modus spielen könnt. Dann bleibt es euch überlassen, ob ihr die Controller verwenden wollt oder das Spiel im Touch-Screen Modus spielen möchtet. Beides eignet sich perfekt dafür. Für meinen Geschmack ist der Touchscreen für Eingaben und Dialogauswahl besser geeignet; die Controller dafür jedoch wieder mehr, wenn man Geschicklichkeitspassagen spielt. Egal wie man es im Endeffekt erleben möchte, Telltale Games bietet einem die Möglichkeit jederzeit nahtlos zwischen den Eingabemethoden zu wechseln. Sobald ihr den Bildschirm berührt oder einen Button am Controller drückt, wechselt ihr in den jeweiligen Modus.

Fazit

Reviews über Telltale Games Spiele zu schreiben ist immer eine Herausforderung. Da die Spiele quasi aus 95% reiner Story bestehen und man nichts vorweg nehmen möchte, muss man sich auf die Elemente beschränken, die keine Spoiler beinhalten. Ergo Steuerung, Sound und Technik. Alle drei weisen keinerlei Mängel auf und wurden einwandfrei auf die Nintendo Switch portiert. Was die Story selbst angeht, so ist diese für meinen Geschmack unterhaltsam und spannend genug, dass man das Spiel am Stück durchziehen möchte. Die rund 60- bis 90-minütigen Episoden sind der perfekte Füller für Zwischendurch und wunderbar für einen Abend geeignet, an dem man vom Arbeitsalltag abschalten möchte. Die Rätsel sind leider keine Auszeichnung wert. Zu simpel, zu einfach, zu einfallslos. Da erinnere ich mich gerne an die Tales of Monkey Island oder auch Zurück in die Zukunft Spiele zurück, die noch etwas Hirnarbeit abverlangten. Ich hoffe inständig, dass sich Staffel 2 des Minecraft Story Modes diesbezüglich noch was einfallen lässt. Ansonsten darf sich jeder, der Fan der Telltale Games ist, wieder über ein unterhaltsames Abenteuer freuen.

Wir bedanken uns bei Telltale Games für die Bereitstellung eines Testmusters.


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The Good

  • Unterhaltsame Story
  • Steuerung nahtlos wechselbar
  • 8 Episoden mit jeder Menge Abwechslung

The Bad

  • Rätsel zu einfallslos
7

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at